2013!!!!

Die WordPress.com-Statistik-Elfen fertigten einen Jahresbericht dieses Blogs für das Jahr 2013 an.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 18.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 7 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Moskau, Russland & Kiew, Ukraine

12. April 2013
Basilika

In Moskau verabschieden wir uns von unseren Mitreisenden und steuern unser Hotel an, welches in der Nähe des Roten Platzes liegt und entsprechend teuer ist. Am Empfang fragen wir gleich nach unseren Tickets für die Fahrt nach Kiew, welche von der Reiseagentur hinterlegt werden sollten. Leider ist kein Ticket da für uns! Was nun? Da wir die Tickets dringend benötigen und keine Chance haben, sie über das Wochenende noch zu besorgen, ist unsere Stimmung erst einmal im Keller. Auch der Anruf in der Agentur bleibt, da niemand abnimmt, erfolglos. Aber eine E-Mail von denen haben wir. Wir können die Tickets am nächsten Werktag abholen. Ja, das macht Sinn! Vor allem wenn der Zug morgen, auf einen Samstag, fährt!

Da aber auch der Hunger ruft, machen wir uns nach dem einchecken im Matreshka Hotel erst einmal auf die Suche nach einem Geldautomaten, damit wir diesen stillen können. Obwohl es einige Automaten in nächster Umgebung gibt, sind die doch tatsächlich alle defekt, so dass wir ca. 45 Minuten durch die Gegend eiern, bevor wie einen finden, der unsere Karte annimmt. Danach haben wir auch mal für die vielen schönen Gebäude Moskaus ein Auge übrig und schauen uns ein wenig das Viertel an, in dem wir uns einquartiert haben. Als es irgendwann dunkel wird, machen wir uns auf den Rückweg und fragen bei einer anderen Rezeptionistin einfach nochmal nach den Zugtickets. Und siehe da, sie wurden bereits am Vortag hinterlegt!?! Viel Stress um nichts also. Völlig fertig und bärenhungrig lassen wir uns von der netten Rezeptionistin zwei Pizzen bestellen. Nach der ersten Dusche innerhalb der letzten 6 Tagen fühlen wir uns wieder ein wenig menschlicher, skypen noch ne Runde mit Freunden und der Familie, essen Pizza im Bett, schreiben einen neuen Beitrag und zappen durch die russische TV Landschaft.

Der nächste Tag ist dann für den Roten Platz und den Kreml reserviert. Wir stärken uns am Frühstücksbuffet, das endlich mal wieder an unser heimisches Frühstück erinnert. Da es Samstag ist und am Kreml eine dieser Militärparaden stattfindet, führt uns unser Weg zuerst dorthin. Nicht nur für die Touristen, sondern auch für die patriotischen Russen, ist es ein schönes Spektakel, welches dann noch von einigen TV Kameras für die Ewigkeit festgehalten wird. Nach so viel Patriotismus haben wir noch die Gelegenheit, in die verschiedenen wunderschönen Kathedralen auf dem Kreml hinein zu schauen, z.B. die Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale und die Mariä-Verkündungs-Kathedrale. Hier werden gottesdienstliche Gegenstände, Ikonen und andere Exponate gezeigt. In der Nekropole der Erzengelkathedrale, der größten Grabstätte von russischen Fürsten und Zaren, finden wir unter anderem die letzte Ruhestätte des ersten russischen Zaren, Iwan dem Schrecklichen. Geschichtlich und kulturell ist der Kreml definitiv ein Highlight.

Nach einer kleinen Essenspause gehen wir den kurzen Weg zum Roten Platz und staunen ein weiteres Mal über diese schöne Stadt. Vor allem die Basilika hat es uns angetan, so dass wir beschließen, sie auch mal von innen zu begutachten. Auch hier finden sich allerhand Exponate und eine kleine Chorgruppe singt ein paar Lieder, die uns auf den Rundgang einstimmen. Auch die anderen Gebäude auf dem Roten Platz sind ebenfalls sehr sehenswert und so schlendern wir noch ein wenig herum, bevor wir zurück zu unserem Hotel müssen. Dort packen wir unsere Sachen und machen uns zeitig auf den Weg zum Bahnhof.

Von Moskau geht es für uns weiter in Richtung Heimat, und zwar nach Kiew.
Den Weg zum Bahnhof über verschiedene U-Bahnen zu bestreiten, ist gar nicht so einfach, da alles auf Kyrillisch ist. Also fragen wir uns durch. Glücklicherweise sind die Russen ziemlich hilfsbereit, so dass sich ein netter Russe findet, der uns hilft, den richtigen Bahnhof zu finden. Die Tickets müssen wir uns dann noch komplizierterweise an einem anderen Bahnhofsabschnitt an einem Automaten ausdrucken lassen. Wenigstens kann dieser englisch!

Unser 4er-Schlafabteil ist noch mit einer netten russischen Omi und einem Moldawen belegt, der alle paar Wochen von Moldawien nach Moskau fährt, um dort zu arbeiten. Auch wenn die beiden kein englisch sprechen, klappt die Kommunikation recht gut. Die Fahrt dauert ca. 18 Stunden, geht aber aufgrund von ein paar Schlafeinheiten noch angenehm schnell vorüber. Zwischendurch werden wir nur mehrfach von den Grenzkontolleuren geweckt, die wiedermal minutenlang Ricardos Pass prüfen. Zu guter Letzt will man uns dann einreden, dass unser russisches Visum vor einem Tag abgelaufen sei. Tja, verarschen lassen wir uns aber nicht…

Ein wenig zerknittert steigen wir aus dem Zug, schließen unsere Sachen am Bahnhof ein und schauen uns vor dem Bahnhof erst einmal um. Bis auf einen Markt und ein, zwei Fast Food Läden gibt es nicht viel zu sehen.

Da wir ca. 9 Stunden rum kriegen müssen, fahren wir mit der U-Bahn zur „Mutter-Heimat-Statue“, die wir schon vom Zug aus sehen konnten. Die U-Bahn in der Ukraine ist deutlich touristenfreundlicher als in Russland: kein Kyrillisch, ein leicht verständlicher Fahrplan und kein Gedränge beim Einsteigen. Die Ukrainer warten höflicherweise bis alle ausgestiegen sind und steigen erst dann in Reih und Glied ein. Von unserer Haltestation bis zur Statue ist es noch ein 30-minütiger Spaziergang, vorbei an schönen Kirchen. Die „Mutter-Heimat-Statue“ ist eine Kolossalstatue, die zum Gedenken an den Sieg der Sowjets im Großen Vaterländischen Krieg errichtet wurde. Sie ist 102 Meter hoch, ziemlich beeindruckend und bildet den Mittelpunkt einer Gedenkstätte, die an den Sieg der Roten Armee im 2. Weltkrieg erinnert. Komische Marschmusik dröhnt irgendwo pausenlos aus den Boxen und drum herum stehen noch andere Statuen, etliche Panzer, Flugzeuge, Hubschrauber und anderes Kriegsgerät. Außer uns sind nur noch ein paar Ukrainer auf dem Platz, die sich ziemlich an den Panzern und dem anderen Kriegskram begeistern können.

Da wir noch massig Zeit haben, machen wir noch einen kurzen Stopp am Kiewer EM-Stadion, bevor wir wieder zurück zum Bahnhof fahren und mittels Wifi die restliche Zeit bei einem Fast Food Riesen rum bringen.

Am Abend steht dann die nächste Zugfahrt auf dieser Reise an. Es geht mit einem Nachtzug nach Warschau und von da hoffentlich gleich weiter nach Berlin. Die Zugfahrt war ein wenig komisch, da mitten in der Nacht ein ca. 2,10 m und 140 kg schwerer Hüne in unser Abteil kam und sich ins oberste Bett legte. Ricardo ging sicherheitshalber ein Stockwerk tiefer, da er der Stabilität des Bettes nicht traute. Der Riese schlief schnell ein und wurde ungefähr 2 Std. später von dem Schaffner aus unserem Abteil gebeten: Falscher Platz!?! So bekamen auch wir noch unseren Schlaf und kamen pünktlich in Warschau an! Wir kauften uns die Tickets für den Zug nach Berlin, der in einer Stunde gehen sollte. Ein kurzer Aufenthalt bei Starbucks und Subway und schon ging es gestärkt Richtung Berlin. An der Grenze dann das erste Mal deutsche Stimmen! Die Polizei will kurz unsere Ausweise sehen. Ein wenig später werden wir von Ricardos Vater und Kolja am Berliner Hauptbahnhof in Empfang genommen. Wir sind wieder in Deutschland!

Es war uns eine Freude!!!

Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn von Beijing nach Moskau

06. April 2013
die Transib im Einsatz

Um 22 Uhr checken wir aus dem Hotel aus und laufen den kurzen Weg zum Bahnhof. Viel länger hätte der Weg aufgrund unserer vielen Fressalien, die wir mit uns herum schleppen, auch nicht sein dürfen. Nach dem obligatorischen Security Check (besonders unsere Wasserkanister standen auf dem Prüfstand) und kurzen Orientierungsschwierigkeiten, finden wir die richtige Wartezone. Mmh, ziemlich leer hier!

Unsere Sorge, dass wir unser 4-Abteil für 6 Tage mit vielleicht völlig unsympathischen Leuten teilen müssen, bekommt damit keine neue Nahrung.

Während wir warten lernen wir bereits zwei Mitreisende aus Kanada (Nick) und Bulgarien kennen. Ansonsten sehen wir noch ein paar Russen und Chinesen, die ebenfalls darauf warten einsteigen zu können. Dann folgt auch schon die Durchsage, dass es losgeht! Also runter zum Gleis, wo sämtliche Tickets und Papiere überprüft werden und dann geht es voller Spannung in das Abteil. Glücklicherweise ist dieses dann wesentlich besser als erwartet! Und siehe da: Wir sind bis jetzt alleine!

Tagsüber besteht das Abteil aus zwei Sitzbänken, abends klappt man die oberen zwei Betten aus. Zudem gibt es einen Tisch, Leselampen, Haken und tatsächlich einen Flachbildschirm (leider bleibt der die ganze Fahrt über ausgeschaltet). Jeder Wagon hat zwei Toiletten und einen Heißwasserbereiter. Zum Glück wussten wir das vorher und haben uns mit zwei Trinkflaschen und viel Tee, Kakao und Fertigsuppen eingedeckt. Das wird sich noch lohnen… Wir bekommen frische Bettwäsche, Bettlaken und ein Handtuch und machen uns schon mal bettfertig. Wir haben ein Bett oben und eins unten und sie sind tatsächlich ein bisschen größer als in den letzten Zügen. Mit einem Lächeln auf den Lippen schlafen wir ein. Denn wir sind zumindest für die erste Nacht alleine im Abteil.

Die erste Nacht schlafen wir ziemlich gut und nach einem Frühstück bestehend aus Bananen, Keksen und Tee schauen wir einfach entspannt aus dem Zug und genießen die letzten Stunden in China. Gegen 13 Uhr machen wir uns mit Nick mal auf die Suche nach dem Speiswagen, welcher noch mit einer chinesischen Speisekarte und Besatzung aufwartet. Wir bestellen Rührei mit Tomaten, dazu ein chinesisches Bier und bestaunen zwei kantige Russen, die ziemlich hart am Glas hingen. Diverse Liköre, Biere und Wein haben sie um diese Zeit schon intus. Wir kommen mit ihnen ins Gespräch und die ersten Worte ihrerseits waren tatsächlich „Kalaschnikow“ und „Panzer“ und „Boom, Boom, Boom“! Ja, sie sind ziemliche Kriegsnarren, bleiben aber ansonsten freundlich und geben sogar ein Gläschen Wein aus.

Um 15 Uhr haben wir unseren ersten und letzten Stopp in China und zwar in Harbin. Hier konnten wir mal wieder „frische“ Luft schnappen und einen dieser Essenstände, die es an jedem Stopp geben soll, gab es auch. Da wir aber noch reichlich Proviant hatten, kaufen wir uns nur zwei Cola.

Hier steigen auch Tom und Vicki ein, zwei sehr nette Rentner aus den USA, die mit Nick das Abteil teilen. Abends gehen wir dann zu fünft in den Speisewagen, essen das letzte Mal chinesisch und teilen uns eine Flasche „The Great Wall“-Weißwein. Ein netter Abend!

Für jeden Wagon sind ein oder zwei russische Schaffner/innen zuständig, die für Ordnung in jeder Hinsicht sorgen. Sie haben ein eigenes Abteil mit kleiner Kochnische und in unserem Fall sind es abwechselnd zwei gutgenährte Schaffnerinnen, denen wir bis zum Schluss leider kein Lächeln entlocken können. Da hilft auch kein „spasiba“. Sie saugen Staub, putzen das Bad und schließen fleißig die Bäder vor jeder Einfahrt in den Bahnhof ab. Nervig, wenn man den ganzen Tag über literweise Tee trinkt.

In der Nacht geht es über die Grenze nach Russland. Die Passkontrolle verläuft unangenehm. Wir müssen kerzengerade stehen, Haare hinter die Ohren und dann wird unser Passbild verglichen. Bei Ricardo dauert das Minuten. Zwischendurch holen sie sogar die Lupe raus. Zum Glück ist Ricardo´s Bart ab, aber die längeren Haare verwirren sie wohl. Nachdem wir damit fertig sind, kommen alle paar Minuten Kontrolleure ins Abteil. Wieviel Geld, was für Essen, Taschen zeigen…

Frühmorgens kommen wir in Zabaikalsk an und haben 6,5 Stunden Aufenthalt, da dort der Speisewagen und die gesamten Räder des Zuges ausgewechselt werden müssen. Die Gleise sind in China und Russland nämlich unterschiedlich breit. Schade nur, dass wir hier im Nirgendwo sind. Zusammen mit Nick, dem Bulgaren und den zwei Amerikanern laufen wir ein bißchen durch den Ort und erkunden die Gegend. Leider gibt es hier kaum Geschäfte und die Wenigen haben aufgrund der frühen Uhrzeit noch geschlossen. Irgendwann finden wir dann doch einen Kiosk, wo wir Brot und richtigen (!) Käse kaufen. Da es unglaublich kalt ist (schätzungsweise so -15 Grad), machen wir uns dann doch wieder zurück zum Bahnhof. Wir sind froh, dass wir uns in China noch dicke Jacken, Mützen und Handschuhe gekauft haben.

Zurück am Bahnhof machen wir es uns in der Wartehalle „gemütlich“ und frühstücken das gerade gekaufte. Das schmeckt ja wie zu Hause! Wir kaufen noch Kekse und tauschen unsere letzten chinesischen Renminbi um. Es kommt uns wie eine Ewigkeit vor bis es endlich wieder weitergeht.

Abends gehen wir dann das erste Mal in den russischen Speisewagen. Das Essen ist zwar wesentlich teurer als noch im chinesischen, aber dafür auch leckerer. Und unser erstes russisches Bier gibt es hier auch. Zahlen kann man mit Rubel, Euro oder US Dollar, wobei der Wechselkurs für die letzten beiden schon hart ist.

Auch am nächsten Morgen sind wir noch alleine im Abteil und genießen die Ruhe. Wir essen meist Kekse und Tee zum Frühstücken und genießen dann wieder den Blick aus dem Fenster. Die letzten Monate waren doch anstrengend und so ist es eine nette Abwechslung auch mal nichts zu tun. Langweilen tun wir uns jedenfalls nicht. Wir hören Musik, gucken Filme und Serien auf unserem Laptop, spielen, essen, machen zwischendurch ein kleines Nickerchen und trinken gefühlte 20 Liter Tee am Tag. So geht der Tag auch vorbei. Ein paar Mal täglich gibt es ca. 20-30 minütige Stopps, an denen wir frische Luft schnappen, uns die Beine vertreten und uns mit neuen Keksen und manchmal auch Brot und Käse eindecken. Für große Erkundungen reicht diese Zeit aber leider nicht.

Wir sind etwas enttäuscht, da wir im Vorfeld gelesen hatten, es gäbe an jedem Bahnhof Essensstände von Einheimischen, aber bis auf den einen in China gab es weit und breit keine zu sehen. Wahrscheinlich lohnt es sich für die Verkäufer zu dieser Jahreszeit nicht, da der Zug nur etwa zu einem Drittel besetzt ist. In der Hauptsaison sieht das wohl anders aus.

An diesem Tag muss man zum Glück nicht in die Kälte hinaus, um ein weiteres Highlight zu sehen. Wir fahren nämlich direkt am Baikalsee vorbei, der zu dieser Zeit noch zugefroren ist. Es ist aber sehr beeindruckend wie riesig dieser See ist.

Die nächsten drei Tage verlaufen ähnlich. Auch wenn sich der ein oder andere vielleicht wundert, aber gelangweilt haben wir uns wirklich nicht. Bei jedem Stopp hoffen wir inständig, dass die neuen Fahrgäste nicht in unser Abteil kommen. Wir haben uns doch so an die nette Privatsphäre gewöhnt. Mit anderen Mitreisenden stellen wir uns die Fahrt nicht so entspannt vor.

Am letzten Abend war dann ein russischer Fahrgast doch so betrunken, dass er in unserem Wagon gesungen und gegrölt hat. Auf dem Weg aus dem Bad entkommt Hanna knapp einem Tänzchen mit ihm, da genau in dem Moment unsere Schaffnerin um die Ecke biegt und ihn auf Russisch zusammenschreit. Bei einem Kampf hätten wir definitiv auf sie gewetten…

Im Endeffekt hat sich das Daumendrücken gelohnt. So waren wir doch tatsächlich die ganzen sechs Nächte über alleine im Abteil!!! Was für ein Glück! Da hätten wir uns aber geärgert, wenn wir fast das Doppelte gezahlt hätten, um ein Zweibett-Abteil in der 1.Klasse zu haben.

Die Fahrt mit der Transib war eine tolle Idee! Es war noch einmal ein weiteres Highlight, was man nicht so schnell wieder erlebt. Vor allem waren wir froh, dass alles so gut geklappt hat, denn es war ja doch eine ziemlich spontane Entscheidung und im Ausland gar nicht so einfach zu planen.

Beijing & Mutianyu (Great Wall), China

03. April 2013
Welch schöner Anblick!

Da wir für die Fahrt nach Beijing wieder ein Ticket für einen „Bullet Train“ ergattern konnten, dauert die Fahrt ca. 3 Stunden.

Wir checken im, nicht gerade gemütlichen, aber absolut funktionstüchtigen und sehr zentralen „Beijing City Central Youth Hostel“, 200m vom Hauptbahnhof, ein und fahren mit der U-Bahn ein paar Stationen zum größten öffentlichen Platz der Welt, den 440.000 qm großen „Tian´anmen Square“. Hier befinden sich auch einige wichtige Regierungsgebäude, die meist kommunistischer nicht sein könnten. Um aber überhaupt auf den Platz zu gelangen, muss man erst einmal die Sicherheitskontrolle durchlaufen und wird anschließend von dutzenden Videokameras überwacht.
Die meisten Besucher waren, wie immer, die Chinesen selbst, die sich hier allzu gerne fotografieren lassen oder einfach entspannen zwischen all den Menschen.

Einen Besuch ist dieser riesige Platz aber schon aufgrund seiner Größe allemal wert.

Da wir uns mittlerweile dafür entschieden haben, von Beijing nach Moskau mit der Transsibirischen Eisenbahn zu fahren, geht es am nächsten Morgen zum russischen Konsulat, wo wir ein Express- Transit-Visum beantragen wollen. Unfreundlichere und hochnäsigere Konsulatsmitarbeiter als diese speziellen Exemplare sind sicher schwer zu finden. Unsere mitgebrachten Formulare werden uns regelrecht wieder entgegen geschmissen mit dem Hinweis, dass wir mehr Kopien zu machen haben und noch unsere Bestätigung der Reiseversicherung ausdrucken müssen. Also auf zum nächsten Copy Shop. Glücklicherweise befindet sich der ganz in der Nähe und mit ein paar chinesischen Renminbi können wir dann die restlichen Unterlagen besorgen.

Weil das Express-Visum noch ein paar Stunden dauern würde, beschließen wir die Zeit zu nutzen und fahren per Taxi zum bekanntesten und wohl auch größten Lama Tempel außerhalb Tibets. Hier gibt es u.a. auch ein paar Gebetsmühlen und Buddha Statuen zu bestaunen.

Nach der Tempelbesichtigung geht es zurück zum Konsulat, wo wir unsere Visa in Empfang nehmen können.
Da der Hunger ruft, entscheiden wir uns danach für das in der Nähe des Konsulats liegenden „Baihe Courtyard“, einem vegetarischen Restaurant, wo man u.a. auch die vegetarische Version der Peking Ente kosten kann.
Leider hatten sie vor ein paar Monaten das Menü geändert, so dass wir auf das vegetarische Hühnchen ausweichen müssen. Lecker ist es trotzdem!

Danach fahren wir zum „Birds Nest“, dem Olympiastadion von Beijing für die Spiele von 2008. Da es zwischenzeitlich zu regnen angefangen hat, drehen wir nur eine Runde um das Stadion, schauen uns noch die Schwimmhalle an und machen uns dann auf den Rückweg zu unserem Hotel. Da am nächsten Tag endlich die chinesische Mauer auf dem Programm steht, gehen wir früh in die Federn.

„He who has not climbed the Great Wall is not a true man” – Mao Zedong

Da sich mittlerweile die Busnummer für die Fahrt nach Mutianyu geändert hatte, gestaltet sich die Suche nach eben diesem, schwierig. Aber nach 15 Minuten herumirren, finden wir schließlich den richtigen Bus. Für Mutianyu hatten wir uns entschieden, da die Mauern und die Wachtürme noch sehr gut erhalten sind und es weniger touristisch als Badaling ist. 1,5 Std. später sind wir schon da und können die ersten Blicke auf die Mauer erhaschen. Schon jetzt ist der Anblick, auch wenn es nur ein kurzer Mauerabschnitt ist, einfach atemberaubend. So beeilen wir uns und entscheiden uns dafür, nicht wie die meisten mit der Seilbahn zu fahren, sondern hoch zu laufen. Es ist noch ziemlich kühl, aber wir legen ein gutes Tempo hin und kommen schnell ins Schwitzen. Oben angekommen kennt unsere Freude keine Grenze! Dass wir hier oben wirklich mal stehen würden, hätten wir nicht gedacht. Wir machen ein paar Fotos, freuen uns weiterhin wie kleine Kinder und kraxeln die Mauer entlang. Da es ständig auf und ab geht und die Stufen verschieden hoch und lang sind, ist es zwar ziemlich anstrengend, aber das nehmen wir gerade gerne in Kauf.

Wir schauen uns mehrere Wachtürme an und genießen die sagenhafte Aussicht auf die Landschaft und den Verlauf der Mauer, den man ein gutes Stück weit überblicken kann. Bei dem ganzen Gebirge drum herum, fragt man sich einmal mehr, wie dieser gigantische Bau überhaupt vollendet werden konnte.
Nach 2 Stunden des Auf- und Ablaufens sind wir erschöpf und beschließen mit der Rodelbahn (ja, so etwas gibt es hier!) hinunter zu fahren. Auf diese Weise kommt man schneller wieder runter und einen Menge Spaß macht das Ganze auch.

Da nicht allzu viele Busse fahren, ist das Gedränge beim Einsteigen groß. Mit etwas Geschick (da haben wir doch noch etwas in Asien gelernt) schaffen wir es aber einen Platz zu ergattern. Der Bus quillt aus allen Nähten und wir sind froh, nach dem Geklettere auf der Mauer nicht 1,5 Stunden stehen zu müssen. Unsere Freude wert nicht lange, da es nach ca. 30 Minuten zu einer nicht mehr reparierbaren Panne kommt. Wir müssen den Bus wechseln und das Gedränge wird natürlich nicht weniger, aber dank Hanna finden wir auch hier noch einen Platz. Der Rückweg dauerte aufgrund der Panne locker doppelt so lange.

Weil es unser letzter Abend in Beijing ist, beschließen wir diesen gebührend abzuschließen. Und was könnte man Besseres machen, als in dieser Stadt eine Peking Ente in einem der besten Restaurants zu verspeisen!?
Also lassen wir uns in das „Beijing Dadong Roast Duck Restaurant“ bringen. Unsere Trekkingbekleidung passt, wie wir gleich bemerken, nicht ganz, einen schönen Tisch in der Ecke (wahrscheinlich wegen unserer Kleidung) bekommen wir trotzdem. Die Ente wird direkt am Tisch zubereitet und schmeckt hervorragend. Wir werden zwar vom Nachbartisch angestarrt als wären wir Aliens, unserer guten Laune kann das aber nichts anhaben. Unserem Portemonnaie nach Bezahlung leider schon!

Da unsere Transsibirien-Fahrt erst am Abend losgeht, haben wir am letzten Tag noch genügend Zeit, um uns die berühmte Forbidden City anzuschauen, die ihren Namen dadurch bekam, dass das „einfache Volk“ hier keinen Zutritt hatte. Die Stadt ist auch der größte und besterhaltende Komplex historischer Gebäude in China und wurde aufgrund ihrer historischen Gebäude zum Weltkulturerbe erklärt.

Geführt durch einen Audio-Guide laufen wir durch die Verbotene Stadt, schauen uns zig Paläste an und erfahren ein bisschen mehr von dem Leben der Kaiser, sowie deren Familie aus den Zeiten der Ming und Qing Dynastie.

Danach geht es in Chinas Inn Viertel, wo sich ein hipper Klamootenladen an den anderen reiht und in dessen Nähe auch der Drum und Bell Tower stehen.

Nach ein paar Klamotteneinkäufen geht es zurück zum Hotel, wo es ans Sachen packen geht. Wir haben uns ordentlich mit Proviant versorgt und duschen noch ein letztes Mal, da wir die nächsten 6 Tage ohne diese Annehmlichkeit auskommen müssen!

Frisch geduscht laufen wir nur über die andere Straßenseite zum Bahnhof und erfüllen uns einen weiteren Traum: Der Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn von Beijing nach Moskau!!!

Unsere China-Erfahrung war viel besser als wir uns das vorgestellt hatten. Die Menschen waren sehr freundlich und neugierig und versuchten trotz der Sprachbarriere mit uns ins Gespräch zu kommen. Am besten lernt man die Menschen hier wohl im Zug kennen, auch wenn dies ob der Überfüllung und des Rauchens auch mal anstrengend sein kann.

Ein klares Manko bei einem China Besuch sind natürlich die Umweltverschmutzung, die an einigen Orten kaum noch die Sonne durchlässt, sowie die Zensur in China. Wir konnten (außer in Hong Kong) weder auf Facebook, noch auf unseren Blog zugreifen. Über die Politik wollen wir uns an dieser Stelle auch nicht weiter auslassen und können dieses Land, schon aufgrund der Menschen, wärmstens empfehlen!

Xian & Pingyao, China

30. März 2013
Terrakotta Armee

Die Fahrt um 22 Uhr mit dem modernen Hochgeschwindigkeitszug CRH2 bis nach Xian in der Provinz Shaanxi dauert trotz Geschwindigkeiten von bis zu 350 Km/h immer noch 10 Std.

Als wir uns gerade mit dem Weg per U-Bahn zu unserem Hotel beschäftigen und dabei am Fahrkartenautomaten scheitern, lernen wir einen Chinesen kennen, der sich der einfachhalthalber Swift nennt. Er hat zufälligerweise den gleichen Weg und führt uns noch netterweise bis zu unserem Hotel, dem „Han Tang Inn“. Wir tauschen Nummern aus und verabreden uns lose.

Sehr zufrieden mit unserer Hotelwahl, lassen wir uns ein kleines Frühstück schmecken und machen uns anschließend auf zum „Tomb of Emperor Jingdi“ einer Grabstätte, ähnlich der Terrakotta Armee.
Da es seit kurzem eine U-Bahnverbindung zu der Busstation gibt, die die Grabstätte anfahren, ist es leicht möglich die Fahrt auf eigene Faust zu machen. Wir verpassen leider den anschließenden Bus, da unser Hotelpersonal uns die falsche Haltestelle nennt. So haben wir noch gut zwei Stunden Zeit tot zu schlagen, die wir mangels Alternativen in einem Fast-Food Restaurant verbringen.

Die anschließende Busfahrt dauert ca. 40 Minuten. Wir kaufen uns zwei Tickets, besichtigen die insgesamt 21 Grabanlagen im Untergrund und sind ob der Detailliertheit der einzelnen Relikte begeistert. Über einige der Kammern geht man mittels eines Glasbodens drüber, so dass man einen etwas anderen Blick auf die einzelnen Relikte werfen kann. Nach 2 Stunden machen wir uns auf den Rückweg, essen noch etwas in unserem Hotel und relaxen.

Da der Hauptgrund unseres Xian-Besuches die weltberühmte Terrakotta Armee ist, machen wir uns am nächsten Morgen vom Hauptbahnhof in Xian per Bus dorthin auf. Die Fahrt dauert eine Stunde und wir werden gleich von einer Führerin in Empfang genommen. Da der Preis, den sie uns anbietet okay ist und wir auch etwas über die Terrakotta Krieger wissen wollen, willigen wir ein. Insgesamt sind drei Grabkammern für die Besucher zugänglich. Wir beginnen mit der kleinsten Kammer in der 72 Krieger und Pferde zu sehen sind. Es wird angenommen, dass diese Kammer das Hauptquartier darstellt, da in ihr die höherrangigen Offiziere zu sehen sind.

In Kammer 2 sind ca. 1300 Krieger, von denen einige besonders gut erhalten sind, so dass man noch die Farbe der Rüstung erkennen kann.

Die dritte Kammer ist mit 2000 Terrakotta Kriegern die Größte. Leider sind die Statuen nicht alle in einem großen Raum, sondern durch Wände voneinander getrennt, so dass das Ganze dann doch nicht so eindrucksvoll ist, wie man sich das vorgestellt hat. Da alle Krieger individuell gestaltet wurden (Rüstung, Frisur und Schuhe) ist das Ganze aber trotzdem beeindruckend.

Am frühen Abend treffen wir uns noch mit Swift, der seine Mutter im Gepäck hat, die nach seinen Erzählungen einfach neugierig auf uns war. Die zwei halfen uns kurz dabei wintertaugliche Jacken zu einem Nicht-Touristen-Preis zu kaufen und laden uns danach noch zum Essen im Muslim Quarter ein. Er und seine Mutter sind super nett und wir haben mit ihnen einen der schönsten Abende in China.

Da wir aber noch am selben Tag ein Zugticket nach Pingyao haben, war er viel zu kurz. Wir schauen uns noch gemeinsam den Drum- und Belltower an und machen Fotos, bevor wir uns verabschieden müssen.

Die Zugfahrt startet um 20.46 Uhr und um 5.30 Uhr kommen wir an unserer nächsten Station in China an. Pingyao liegt in der Provinz Shanxi und gilt als Chinas am besten erhaltene antike Stadt mit einer Stadtmauer. Wir checken im schönen Harmony Guesthouse ein, ruhen uns kurz aus und begeben uns dann auf „Zeitreise“ in Pingyao. Diese alte Stadt ist wirklich faszinierend und gibt einen guten Einblick in die Architektur des alten Chinas. Ihre Stadtmauern datieren aus dem Jahr 1370, sind 10 m hoch und auf ihren 6 km befinden sich 72 Wachtürme.
Bevor wir aber die Mauer erklimmen, schauen wir uns den Konfuzius Tempel, sowie zig weitere Tempel und Museen an, steigen auf den „City Tower“, Pingyao höchstes Gebäude, und können uns kaum an dieser schönen Stadt satt sehen. Zwischendurch gibt es zur Stärkung leckere Nudelsuppe und gefüllte Teigtaschen (Jiaozi) und nach 5 Stunden Stadtbestaunung geht es auf die Stadtmauern, wo wir noch einmal die Aussicht genießen, uns aber von den 6 km auf vielleicht 60 m beschränken!

Erschöpft geht es zurück zum Hotel, wo schon die heiße Dusche wartet. Nach einem langen, schönen Tag schlafen wir früh ein und machen uns gegen 5 Uhr morgens auf dem Weg zum Bahnhof.
Über Taiyuan geht es in Chinas Hauptstadt Beijing.

Yangshuo & Shanghai, China

25. März 2013
Skyline von Shanghai

Guilin empfängt uns, nach einer Nacht im Schlafabteil, unter einer dicken Smog-Wolke. Hoffentlich zieht sich das nicht durch unseren gesamten China Aufenthalt! Die riesige Smog-Wolke über Peking hat sich ja mittlerweile Richtung Japan verzogen.

Der Bahnhof Guilin-Nord könnte kommunistischer nicht aussehen und mit dem ganzen Smog dazu passt es irgendwie in das Bild, was wir von China hatten. Dass dieses Bild ganz und gar nicht stimmte, werden wir noch erfahren…

Da der Bus uns vor der Nase wegfährt, teilen wir uns mit einem französischen Pärchen den Preis für eine teure 1,5 stündige Taxi-Fahrt nach Yangshuo, einer der Top-Destinationen in China.

Der relativ kleine Ort liegt direkt am wunderschönen Li-River, der durch seine herrliche Landschaft inmitten von Karstbergen besticht und auch der Hauptgrund für einen Besuch ist.

Wir checken in einem Hotel direkt am Fluss ein, frühstücken und machen gleich eine Bootstour auf dem Li River. Der Smog hat sich nicht wesentlich verbessert, aber die Aussicht ist trotzdem sehr schön. Die Fahrt geht flussaufwärts und auch Ricardo muss ein wenig mithelfen und uns per Bambusstock durch den Fluss manövrieren. Am Ufer sehen wir stellenweise die Kormoran-Fischer dösen, die die Vögel darauf trainiert haben, für sie nach den Fischen im Fluss zu jagen.

Nach der Fahrt gehen wir in einem vegetarischen Restaurant lecker essen und machen anschließend einen Spaziergang durch die Stadt.

Was uns bei unserem Aufenthalt in Yangshuo gleich aufgefallen ist, sind die vielen chinesischen Touristen, während wir vielleicht 20 ausländischen Touristen begegnet sind. Das sollte sich bei allen anderen Stationen in China so fortsetzen. Die Chinesen sind die Haupttouristen in ihrem Land.

Da es in Yangshuo relativ kalt ist, sind wir über die Klimaanlage mit Heizung froh und verbringen eine angenehme Nacht in unserem Hotel. Da der nächste morgen nichts als Platzregen zu bieten hat, verzichten wir notgedrungen auf die geplante Radtour durch die umliegenden Dörfer. Stattdessen buchen wir ausnahmsweise alle Unterkünfte für China im Voraus und suchen online nach Zugtickets.

Gegen 16 Uhr besteigen wir den Bus und fahren zum Westbahnhof von Guilin. Dort kaufen wir uns am Schalter einige Zugtickets im Voraus und machen uns auf die lange 25 stündige Fahrt im Hard-Seat! nach Shanghai. Da es leider keine anderen Tickets mehr gab, beißen wir in diesen äußerst sauren Apfel. Wir sitzen, getrennt durch einen Gang, nebeneinander auf einer Dreierbank. Der Zug platzt aus allen Nähten, überall wird in Ketten geraucht und unsere Sitznachbarn spielen Schrottmusik aus ihren Schrott-Handyboxen. Nett und unterhaltsam sind sie trotzdem. Da aber die Klimaanlage auf „Antarktis“ eingestellt war, begeben wir uns nach 6 kalten und harten Stunden in den Speisewaggon. Da Hanna in 30 Minuten Geburtstag hat, wollen wir etwas gemütlicher reinfeiern. Allerdings müssen wir uns den Aufenthalt dort erkaufen, in dem wir jeder eine Lunchbox kaufen, wo lauter seltsame Dinge drin sind, wie z.B. getrockneter Fisch und gepökeltes Fleisch. Einen warmen Tee bekommen wir oben drauf, welcher natürlich mehr als gelegen kam. Die vielen Schaffner unterhalten sich ungeniert über uns, sind aber ebenso nett wie neugierig. Pünktlich um 24 Uhr stoßen wir auf Hannas Geburtstag an; stilvoll nach chinesischer Bahnfahrtart! Nachdem Ricardo von Hannas Geburtstag erzählt, bekommt sie prompt eine frisch zubereitete Nudelsuppe als Geburtstagsgeschenk! Und da der Oberschaffner mag, wie Ricardo auf Chinesisch „Herzlichen Glückwunsch“ sagen kann, bekommt auch er ein Süppchen! Hier schaffen wir es auch für eine Stunde zu schlafen, ehe wir um 5 Uhr morgens wieder rüber in die Kältekammer müssen.

Geschlagene elf weitere Stunden später kommen wir endlich in Shanghai an, schnappen uns ein Taxi und holen den Schlüssel für „unsere“ Wohnung in Shanghai ab. Denn auch hier haben wir wieder Glück und Sebastian, ein Arbeitskollege von Hanna´s Vater, überlässt uns seine Wohnung während er selber im Urlaub ist. Die Wohnung liegt in dem wohl besten Viertel Shanghais „French Concession“. Wir laden unsere Sachen ab, machen uns frisch und begeben uns auf die Suche nach einem netten Restaurant, wo wir auf Hanna´s Geburtstag anstoßen können. In diesem Viertel ist das nun wirklich kein Problem und so schlemmen wir uns durch die chinesische Karte und stoßen wieder einmal mit einem Gläschen Tee an. Das einzig hilfreiche Mittel gegen die, für uns inzwischen ungewohnte, Kälte. Zurück in der Wohnung werden über Skype noch Geburtstagsgrüße empfangen und ab geht es ins gemütliche Bettchen.

Am nächsten Tag laufen wir durch das Viertel und erkunden die engen und belebten Gassen im French Concession. Hier gibt es allerhand zu sehen und es fällt schwer sich in dem Wirrwarr zurecht zu finden. Wir schlendern durch die Gassen bis es dunkel ist und fahren dann mit dem Taxi zu einem der Wahrzeichen Shanghais, „The Bund“. Wir laufen am Wasser entlang und sind beeindruckt von dem Häusermeer auf der anderen Flussseite. Die einzelnen Wolkenkratzer sind natürlich, typisch China, im grellen Neonlicht gehalten, lassen sich aber wirklich schön ansehen.

Für den nächsten Tag haben wir uns einen Rundgang aus dem Lonely Planet rausgesucht, der ebenfalls am „The Bund“ entlangführt. Wir starten bei der russischen Botschaft, schauen uns riesige Gebäude-Komplexe an und schlendern, diesmal bei Tageslicht, die Promenade entlang. Bei Tag sind der Hafen und all die Gebäude nicht weniger imposant. Nach weiteren vielen Fotos, bis es dunkel geworden ist, gehen wir noch ein bisschen auf Shoppingtour, kaufen uns etwas zu essen und nehmen ein Taxi zurück in die Wohnung, wo wir uns bei einem guten Film aus Sebastians DVD-Sammlung unser Essen schmecken lassen und den Tag ausklingen lassen.

An unserem letzten Tag laufen wir noch einmal durch Shanghais schöne Gassen, bevor die Schlüsselabgabe für die Wohnung mit Sebastians Freunden ansteht.

Da wir noch etwas Zeit haben, gehen wir, samt Gepäck, um die Ecke auf ein Abendessen, bevor es zum Bahnhof geht, wo nach 4 Tagen Shanghai eine weitere lange Bahnfahrt nach Xian ansteht.

Shanghai hat uns wirklich gut gefallen. Die Leute waren nett und hilfsbereit und die Stadt hat einiges zu bieten! Auch hier könnte man es noch eine Weile aushalten…