Dambulla, Sigiriya, Anuradhapura, Wilpattu-NP & Negombo, Sri Lanka

15. März 2013
Leopard

Die Busfahrt nach Dambulla verläuft nicht ganz wie angenommen. Der Fahrer fährt irgendwann viel, viel zu schnell, so dass wir uns nach kurzer Überlegung irgendwo im nirgendwo rausschmeißen lassen, um nicht im Straßengraben zu landen.

Per Tuk-Tuk geht es weiter in den nächsten Ort und die Weiterfahrt kann ohne lange Verzögerung und Angstschweiß weiter gehen.

In Dambulla checken wir aufgrund des Tipps von Vera und Henning im „Healy“ ein und machen uns kurz danach auf in das 18 km südlich gelegene Sigiriya, um den berühmten Löwenfelsen zu besichtigen und zu besteigen. Da es schon etwas später ist als wir geplant hatten, gönnen wir uns statt Bus einen Tuk-Tuk-Fahrer für die Hin- und Rückfahrt, der uns am Eingang rauslässt und so lange auf uns wartet.

Der Löwenfelsen besteht aus Granit und ist über 200 m hoch. Damit überragt er die flache Ebene und bietet einen weiten Ausblick über die Umgebung. Seine pure Präsenz beeindruckt schon sehr.

Der Ursprung der Felsenfestung ist die Folge eines Familiendramas in Anuradhapura: Kassapa, Sohn des Königs Dhatusena, riss im Jahr 473 gemeinsam mit dem Militär, den Thron an sich und ließ anschließend seinen Vater ermorden, indem er ihn wohl lebendig einmauern ließ. Sein Halbbruder floh darauf und versuchte eine Allianz gegen Kassapa zu bilden. In Folge dessen errichtete Kassapa auf dem Felsen eine Festung und nannte diese, schier uneinnehmbare Festung, Simha Giri, was „Löwenberg“ bedeutet. Erst 491 gelang es seinem Halbbruder ihn zu vertreiben.

Auf halber Höhe geht es, eher zufällig, zu den auf den Fels bemalten Wolkenmädchen. Danach beginnt der etwas anstrengendere Teil, bis ganz hinauf auf den Felsen. Etliche Treppen später kommen wir oben an und sind vom Ausblick nicht gerade hingerissen. Aber hier gilt auch eher der Satz, der Weg ist das Ziel; und besonders anstrengend war der Aufstieg nun auch nicht. Lange bleiben wir nicht oben, denn wir hören schon das Grollen des aufziehenden Gewitters. Auf dem Weg hinunter sehen wir noch einen ziemlich giftigen Hundertfüßler, der entsprechend aggressiv reagiert, wenn man ihm zu nahe kommt. Die 30 USD p.P. für den Löwenfelsen fanden wir schon ein bisschen happig, Spaß gemacht, hat es trotzdem.

Auf dem Rückweg legen wir bei einsetzendem Regen einen Zwischenstopp in einem Gewürzgarten ein. In diesem befindet sich ebenfalls ein Ausbildungszentrum für Ayurvedische Massagen.

Der Regen wird heftiger und nach einem kleinen Rundgang, inklusive fachmännischer Erklärung der verschiedenen Gewürze, haben wir die Gelegenheit von zwei Auszubildenden eine kostenlose Ayurvedische Rückenmassage zu erhalten. Da sagen wir natürlich nicht nein! Dass die beiden erst im ersten von drei Lehrjahren sind, merken wir kaum und lassen uns ca. 10 Minuten als Testkaninchen verwöhnen.

Nach einem kleinen Trinkgeld kaufen wir noch ein paar Gewürze und lassen uns anschließend bei einem Friseur/Barbier in Dambulla raussetzen. Zwecks Einreise nach China, geht es Ricardos Bart hier an den Kragen! Der Barbier ist ein Meister seines Fachs und inklusive Gesichtsmassage kostet die Rasur gerade mal 1,50 €.

Danach gehen wir, auf Empfehlung unseres Fahrers, in ein Restaurant um die Ecke und werden nicht enttäuscht: Das leckerste Reis & Curry in einem Bananenblatt für gerade mal 1 €! Zu Fuß geht es zurück in unser Hostel, wo wir eine heiße Dusche nehmen und diese mit ein paar Fröschen teilen, die hier wirklich wohnen und sich nachts unter der Tür durquetschen, (nachdem sie erst einmal versuchen rüber zu springen) um sich etwas zu fressen zu suchen! Einer von ihnen schaffte es tatsächlich bis auf unser Moskitonetz zu springen!

Von Dambulla geht es weiter nach Anuradhapura. Diese Stadt war die erste Königsresidenz Sri Lankas und kann auf eine 1300 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Wir nehmen einen Tuk-Tuk-Fahrer für den Tag und verzichten auf das teure Kombi-Ticket. Wir schauen uns viele Tempel, die nur noch aus Ruinen bestehende Königszitadelle, die ein oder andere Dagoba, sowie den König der Bäume, den über 2300 Jahre alten „Jaya Sri Maha Bodhi-Baum“ an. Dachten wir auf einen wahren Koloss zu stoßen, ist dieser alte Baum eher dünn und knochig und wird von mehreren goldenen Stützen getragen.

Die netten Besitzer des Hotel „Lake View“ können uns von Anuradhapura leider keine günstige Tour in den 30 km östlich gelegenen Wilpattu-Nationalpark organisieren, so dass wir den Ausflug dorthin selbst organisieren. Wir lassen uns von einem Tuk-Tuk-Fahrer zu einem vereinbarten Festpreis um 5 Uhr morgens von unserem Hotel abholen. Leider hat er keine Lust mehr zu dem vereinbarten Preis zu fahren und fordert gleich mal das Dreifache! Da wir um diese Zeit keinen anderen Fahrer organisieren können und die Zeit drängt, einigen wir uns auf das Doppelte und verfluchen ihn still!

Bei all der Hektik nimmt Ricardo auch noch den Zimmerschlüssel des Hotels versehentlich mit. Bei einer Kreuzung in Parknähe werden wir von unserem Fahrer abgeholt und einen Guide kriegen wir auch noch. Ricardo gibt den Schlüssel bei der Parkbehörde ab, da früher oder später andere Besucher aus Anuradhapura den Nationalpark besuchen und den Schlüssel evtl. mitnehmen können.

Der Wilpattu-NP ist 1317 qkm der größte in Sri Lanka und war auf Grund des Bürgerkrieges lange für Besucher gesperrt. Erst seit ein paar Jahren ist er wieder für Besucher zugänglich. In ihm gibt es über 40 Seen, so dass er sich gut zur Tierbeobachtung eignet. Wir merken schnell, dass wir nicht mit Autogedränge wie im Yala-NP zu rechnen haben, da nicht viele andere Touristen hier sind. Unseren Jeep müssen wir auch mit niemandem teilen (die Kosten aber leider auch nicht).

Auch hier sehen wir viele Vögel, Hirsche, einen Schakal, Warane und einen männlichen Elefanten, der genüsslich im See spaziert und sich ordentlich satt frisst. Elefanten sieht man in diesem Park nicht allzu häufig und wir sind mit dem Gesehenen schon zufrieden. Da wir allerdings den Leoparden im Yala zu kurz gesehen hatten, ruhten unsere letzten Hoffnungen auf eine Sichtung in diesen Park. Gerade als wir uns mit unserem Guide über Deutschland unterhalten, taucht genau neben uns ein männlicher Leopard auf! Hä? Wie jetzt? Das Hirn kann noch nicht folgen und das Tier läuft den kleinen Weg lang von dem wir gekommen sind. Der Fahrer dreht um und den Leoparden kümmert es glücklicherweise nicht weiter, so dass wir ihm im angemessenen Abstand einfach hinterher fahren.

Wie perfekt ist das denn wieder!? Nur wir und der Leopard! Als ob das nicht reicht, legt er sich auch noch neben den Weg und betreibt ausgiebig Körperpflege! Laut Fotoapparat verbringen wir ganze 34 Minuten mit ihm! Auch für den Fahrer und unseren Guide ist dies kein alltäglicher Anblick. Beide waren im Übrigen sehr professionell und bemüht. Der Guide war ein wahres Adlerauge und der Fahrer ist einmal extra zurückgefahren, um eine achtlos weggeworfene Plastikflasche aufzusammeln! Ein gutes Trinkgeld geben wir ihnen daher sehr gerne.

Nach der 5-stündigen Traumsafari essen wir eine Kleinigkeit. Da wir nach der Tour und dem Trinkgeld leider nicht mehr genug Geld haben und kein Geldautomat in der Nähe ist, reicht es nur noch zu einer Portion gebratenen Reis für uns beide zusammen, da wir die Weiterfahrt ja auch noch bezahlen müssen.

Der Restaurantbesitzer kriegt unser kleines Geldproblem mit und spendiert uns kurzerhand zwei frisch gepresste Säfte, sowie zwei riesige Portionen von dem Reis. Wir wissen gar nicht wie uns geschieht und bedanken uns herzlich bei ihm. Wo noch bekommt man so viel Herzlichkeit entgegen gebracht?

Eine Busfahrt, eine Zugfahrt, sowie etliche Stunden später, kommen wir abends und ziemlich müde an unserer letzten Station in Sri Lanka, in Negombo, an. Wir checken im „Silver Sands“ ein, gehen Essen und ab ins Bett. Die restlichen zwei Tage verbringen wir damit, den Fischern mit ihren Auslegerkanus (Oruwa) zuzugucken, am Strand abzuhängen, Curd und Reis & Curry zu verspeisen, oder einfach dieses schöne Hotel zu genießen.

Der Rückflug war leider turbulent und wir sind froh, als wir nach 3 Std. wieder in Bangkok landen. Da Ricardo das Schweizer Taschenmesser auf dem Hinflug im Handgepäck vergessen hatte, holen wir es von einem Buchshop, die das Messer widerwillig aufbewahrten, wieder ab und machen uns ein letztes Mal auf in die Rambuttri und zu unserem Hotel, dem „Lamphu House“.

Nach einer Übernachtung verabschieden wir uns aus Thailand und Südostasien und fliegen nach Hong Kong.
Alles in allem war Sri Lanka ein absoluter Traum: sehr freundliche, neugierige Menschen, schöne und einsame Strände, eine atemberaubende Landschaft und Tierwelt!

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