Xian & Pingyao, China

30. März 2013
Terrakotta Armee

Die Fahrt um 22 Uhr mit dem modernen Hochgeschwindigkeitszug CRH2 bis nach Xian in der Provinz Shaanxi dauert trotz Geschwindigkeiten von bis zu 350 Km/h immer noch 10 Std.

Als wir uns gerade mit dem Weg per U-Bahn zu unserem Hotel beschäftigen und dabei am Fahrkartenautomaten scheitern, lernen wir einen Chinesen kennen, der sich der einfachhalthalber Swift nennt. Er hat zufälligerweise den gleichen Weg und führt uns noch netterweise bis zu unserem Hotel, dem „Han Tang Inn“. Wir tauschen Nummern aus und verabreden uns lose.

Sehr zufrieden mit unserer Hotelwahl, lassen wir uns ein kleines Frühstück schmecken und machen uns anschließend auf zum „Tomb of Emperor Jingdi“ einer Grabstätte, ähnlich der Terrakotta Armee.
Da es seit kurzem eine U-Bahnverbindung zu der Busstation gibt, die die Grabstätte anfahren, ist es leicht möglich die Fahrt auf eigene Faust zu machen. Wir verpassen leider den anschließenden Bus, da unser Hotelpersonal uns die falsche Haltestelle nennt. So haben wir noch gut zwei Stunden Zeit tot zu schlagen, die wir mangels Alternativen in einem Fast-Food Restaurant verbringen.

Die anschließende Busfahrt dauert ca. 40 Minuten. Wir kaufen uns zwei Tickets, besichtigen die insgesamt 21 Grabanlagen im Untergrund und sind ob der Detailliertheit der einzelnen Relikte begeistert. Über einige der Kammern geht man mittels eines Glasbodens drüber, so dass man einen etwas anderen Blick auf die einzelnen Relikte werfen kann. Nach 2 Stunden machen wir uns auf den Rückweg, essen noch etwas in unserem Hotel und relaxen.

Da der Hauptgrund unseres Xian-Besuches die weltberühmte Terrakotta Armee ist, machen wir uns am nächsten Morgen vom Hauptbahnhof in Xian per Bus dorthin auf. Die Fahrt dauert eine Stunde und wir werden gleich von einer Führerin in Empfang genommen. Da der Preis, den sie uns anbietet okay ist und wir auch etwas über die Terrakotta Krieger wissen wollen, willigen wir ein. Insgesamt sind drei Grabkammern für die Besucher zugänglich. Wir beginnen mit der kleinsten Kammer in der 72 Krieger und Pferde zu sehen sind. Es wird angenommen, dass diese Kammer das Hauptquartier darstellt, da in ihr die höherrangigen Offiziere zu sehen sind.

In Kammer 2 sind ca. 1300 Krieger, von denen einige besonders gut erhalten sind, so dass man noch die Farbe der Rüstung erkennen kann.

Die dritte Kammer ist mit 2000 Terrakotta Kriegern die Größte. Leider sind die Statuen nicht alle in einem großen Raum, sondern durch Wände voneinander getrennt, so dass das Ganze dann doch nicht so eindrucksvoll ist, wie man sich das vorgestellt hat. Da alle Krieger individuell gestaltet wurden (Rüstung, Frisur und Schuhe) ist das Ganze aber trotzdem beeindruckend.

Am frühen Abend treffen wir uns noch mit Swift, der seine Mutter im Gepäck hat, die nach seinen Erzählungen einfach neugierig auf uns war. Die zwei halfen uns kurz dabei wintertaugliche Jacken zu einem Nicht-Touristen-Preis zu kaufen und laden uns danach noch zum Essen im Muslim Quarter ein. Er und seine Mutter sind super nett und wir haben mit ihnen einen der schönsten Abende in China.

Da wir aber noch am selben Tag ein Zugticket nach Pingyao haben, war er viel zu kurz. Wir schauen uns noch gemeinsam den Drum- und Belltower an und machen Fotos, bevor wir uns verabschieden müssen.

Die Zugfahrt startet um 20.46 Uhr und um 5.30 Uhr kommen wir an unserer nächsten Station in China an. Pingyao liegt in der Provinz Shanxi und gilt als Chinas am besten erhaltene antike Stadt mit einer Stadtmauer. Wir checken im schönen Harmony Guesthouse ein, ruhen uns kurz aus und begeben uns dann auf „Zeitreise“ in Pingyao. Diese alte Stadt ist wirklich faszinierend und gibt einen guten Einblick in die Architektur des alten Chinas. Ihre Stadtmauern datieren aus dem Jahr 1370, sind 10 m hoch und auf ihren 6 km befinden sich 72 Wachtürme.
Bevor wir aber die Mauer erklimmen, schauen wir uns den Konfuzius Tempel, sowie zig weitere Tempel und Museen an, steigen auf den „City Tower“, Pingyao höchstes Gebäude, und können uns kaum an dieser schönen Stadt satt sehen. Zwischendurch gibt es zur Stärkung leckere Nudelsuppe und gefüllte Teigtaschen (Jiaozi) und nach 5 Stunden Stadtbestaunung geht es auf die Stadtmauern, wo wir noch einmal die Aussicht genießen, uns aber von den 6 km auf vielleicht 60 m beschränken!

Erschöpft geht es zurück zum Hotel, wo schon die heiße Dusche wartet. Nach einem langen, schönen Tag schlafen wir früh ein und machen uns gegen 5 Uhr morgens auf dem Weg zum Bahnhof.
Über Taiyuan geht es in Chinas Hauptstadt Beijing.

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