Ubud, Green Bowl Beach & Kuta – Bali, Indonesien

7. Oktober

Für den Weg nach Ubud nahmen wir uns einen Fahrer und fuhren vorher noch zu einer Silberschmiede in der Umgebung sowie zu einer Kaffe- und Teefarm, wo es super leckere Kaffe-und Teesorten zum Testen gab.

In Ubud angekommen gestaltete sich die Hostelsuche widererwartend schwierig. Bis wir endlich, eher zufällig, etwas Schönes und Günstiges fanden, vergingen etwa 1,5 Stunden! Aber unser Hostel war die Mühe wert.
Ubud ist eine kleine Stadt mit lauter kleinen Geschäften und viele Leute kommen hier her, um sich die Tempel und Figuren anzusehen und/oder um zu meditieren, Yoga zu machen und sich gesund zu ernähren. Hier gibt es nämlich jede Menge Organic-Veggie-Restaurants und gesunde Drinks. Wir verbrachten viel Zeit in einem Bio-Restaurant/Cafe mit dem einfachen Namen „KAFE“. Es war immer super lecker dort.

Ubud gefiel uns auf Anhieb und wir mieteten gleich zwei Fahrräder, erkundeten die Gegend und fuhren zum bekannten „Monkey Forest“. Hier kann man problemlos 1,5 Stunden rumspazieren und die Tempelanlage, Figuren und Natur bestaunen. Ein wenig Acht geben muss man nur auf die frechen Affenhorden, die jede Gelegenheit nutzen, einem etwas zu stibitzen. Danach machten wir, dank des guten Tipps von Vera und Henning, beim Restaurant „Riverview“ halt, welches sofort zu unserer Stammlokalität in Ubud wurde, um anschließend einen der vielen Tempel um Ubud zu besichtigen, wo Hanna prompt von einem kleinen Vogel mit ziemlich großer Schei… vollgekackt wurde!

Nach einer sehr erholsamen Nacht stand eine kleine Wandertour auf unserem Programm, auf der es noch mehr Tempel und schöne Figuren zu sehen gab. Wir wanderten dabei auch durch große Reisfelder, durch die uns unser neuer Freund Angun führte, den wir eigentlich nur nach dem Weg fragen wollten. Er bestand aber darauf, uns durch die Felder zu geleiten. Ohne ihn hätten wir den Weg wohl auch nicht gefunden. Er führte über schmale Pfade und eine kleine Bambusbrücke. Kurz vor Erreichung des normalen Weges, trat Ricardo noch in den Bewässerungsgraben und machte sich schön nass! Er trocknete bei dem Wetter aber schneller als ihm lieb war…

Den nächsten Tag schlenderten wir einfach nur durch die Stadt und genossen die Atmosphäre, da wir einen Tag später wieder einen Fahrer mit Auto mieteten, um uns am wunderschönen Green Bowl Beach ganz im Süden Balis abzukühlen.

Da man es in Ubud so gut aushalten konnte, verlängerte sich unser Aufenthalt auf insgesamt eine Woche. Eigentlich wollten wir gerne noch ganz laaange bleiben, aber irgendwann muss man leider „lebe wohl sagen“!

Per „Mietfahrer“ ging es Richtung Kuta und auf dem Weg dorthin machten wir noch ein wenig Sightseeing. Wir fuhren zu den herrlich anzuschauenden Reisterrassen und machten noch einmal bei einer weiteren Kaffeefarm halt, wo es wieder viele leckere Kostproben gab. In Kuta angelangt, fanden wir recht schnell ein sehr günstiges Hostel in Legian und schlenderten sogleich die Promenade am Strand entlang. Da es uns aber zu heiß wurde, flüchteten wir in eine Mall und fanden zufällig ein neues Kino, in dem gerade Taken 2 lief. Perfekt! Wir kauften uns die Tickets und da wir noch 1,5 Stunden Zeit hatten, griffen wir bei einem guten Sushi-Angebot zu und ließen es uns schmecken!

Nach dem super Film gingen wir an den Strand, um den Sonnenuntergang zu genießen. Genießen? In Kuta!??! Keine Chance! Der Strand wimmelte nur so von Surfern, Partyvolk und anderen Touristen. Nein, Kuta war wirklich nicht unser Lieblingsort! Nach zwei Nächten waren wir dann auch froh Kuta, Legian und Umgebung verlassen zu dürfen – es ging (wieder einmal) nach Kuala Lumpur in Malaysia, wo wir unser Visum, sowie $-Noten besorgen mussten, da wir uns Myanmar nicht entgehen lassen wollen!

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Sanur & Nusa Lembongan – Bali, Indonesien

2. Oktober

Wir kamen dann in Padangbai auf Bali an und beschlossen sogleich, nachdem uns das hier Gesehene nicht besonders überzeugte, in das Örtchen Sanur weiter zu fahren. Dort fanden wir ein niedliches Hostel namens Jepun Bali, in dem wir uns gleich wohlfühlten. Sanur ist zwar sehr touristisch und nicht gerade günstig, aber uns gefiel es hier trotzdem ganz gut. Es erinnerte uns ein wenig an ein paar Ecken auf Mallorca.

Hier wird man zwar auch oft angesprochen, aber wenigstens ein bisschen netter als in Senggigi. Wir erkundeten Sanur, gingen am Strand entlang und checkten die besten Angebote der Restaurants. Der nächste Tag war reserviert für Strand und Lesen. Am Morgen gaben wir noch unsere Schmutzwäsche ab und mieteten (eher unfreiwillig, aber mangels Alternativen im Schatten) zwei Liegen mit Sonnenschirm und ließen unsere Seele baumeln. Das Wasser war perfekt temperiert und sauber, so dass wir es den Tag über sehr gut am Strand aushielten! Danach ging es unter die Dusche und ab zur Massage. Hannas Masseuse war ein absoluter Traum, aber Ricardos Masseur nicht so ganz. Nach einer Stunde für unter 5€ waren unsere Körper wie neu, nur Ricardos Rücken nicht. Er hatte tatsächlich Blutergüsse!

Am Abend ging es dann in ein schickes Restaurant mit leckerer Pizza und balinesischer Tanzeinlage, so dass der Tag genauso gut aufhörte, wie er anfing.

Da wir von Henning und Vera (denen wir schon 4 Mal zufällig in Malaysia und Indonesien begegneten und die schon bald 2 Jahre um die Welt reisen) auf den Gilis erfuhren, dass der Mondfisch (Mola Mola) gerade am besten auf Nusa Lembongan zu sehen ist, beschlossen wir, auch auf diese Insel rüber zu fahren. Wir hatten eigentlich vor, diese Tiere im Norden von Bali zu suchen, da wir vor zwei Wochen gehört hatten, dass dort die Chancen am besten sind. So ging es also am nächsten Morgen wieder auf ein Boot und nach ca. 30 Minuten waren wir schon auf Nusa Lembongan. Die Insel ist ein Highlight für Taucher und vor allem Surfer, die sich hier in Scharen zusammen finden, um die perfekte Welle zu jagen. Wir checkten in einem netten Hostel ein und machten uns auf die Suche nach geeigneten Tauchcentern. Dank des Tipps von Vera und Henning, die bereits einen Tag zuvor beim Tauchen Mondfische zu Gesicht bekamen, buchten wir für den nächsten Tag zwei Tauchgänge bei einem kleinen Tauchcenter um die Ecke. Ohne ihren Tipp wären wir in den Laden nicht reingegangen.

Nachdem also das Wichtigste erledigt war, liefen wir am Wasser entlang und erkundeten so ein wenig die Insel. Wir sahen den Surfern zu und gingen zur Abkühlung selber ins Meer. Denn die Sonne knallte nur so auf uns herab. Am Abend gingen wir noch mit einem deutschen Pärchen was Essen und ein Bierchen trinken.

Der Tag ging schnell vorüber und als wir gerade ins Bett gehen wollten, entdeckte Ricardo sie… Bettwanzen!!! Eilig die Sachen zusammengepackt und nichts wie raus! Leider war gegen halb elf keiner der Angestellten mehr zu sprechen und ein Zimmerwechsel so nicht möglich. Netterweise boten uns die beiden an, bei sich im Zimmer zu übernachten. Wir entdeckten auch hier 2 Wanzen und gaben am nächsten Tag bezüglich unseres Zimmers beim Personal Bescheid. Zu unserer Verwunderung wurde dies nicht mit einem Lächeln abgetan. Einer vom Personal kam sofort mit, entdeckte die Krabbeltiere prompt und bestätigte uns, dass es sich wirklich um Bettwanzen handelte. Sie nahmen das gesamte Himmelbett auseinander und besprühten alles mit Insektenschutzmittel. Da kein Zimmer mehr im Hostel frei war, zogen wir ein Haus weiter in eine gute Unterkunft. Diese war dann auch wanzenfrei. Keiner von uns wurde von den Tierchen gebissen und die Klamotten waren (bis auf eine in Ricardos Badehose!) auch nicht befallen.

Durch die ganze Aktion kamen wir beinahe zu spät zum Tauchcenter, um noch unser Equipment anzuprobieren. Beim Center angekommen trafen wir dann ein spanisches Pärchen wieder, die wir einmal in Sulawesi in einem Restaurant nach der Qualität des Essens befragten. Wir quatschen noch ein wenig und nach einer kurzen Verschnaufpause für uns ging es dann auf das kleine Tauchbötchen und Richtung Norden nach Nusa Penida. Nach einer halben Stunde kamen wir an unserem ersten Tauchspot namens PED an, legten die Ausrüstung an und runter ging es. Wir sahen eine bunte Unterwasserwelt mit vielen Fischen, guckten aber mehr in das tiefe Blau, um vielleicht schon einen Mondfisch zu erspähen. So viel Glück hatten wir dann aber nicht. Nach 45 Minuten war der Tauchgang dann zu Ende und es gab Lunch. Etwas scharf, aber ganz lecker.

Der zweite Tauchgang war in Toyapakeh, wo unser Divemaster Roberto bessere Chancen sah, einen Mondfisch zu entdecken. An unserer angepeilten Tauchtiefe von 20 m angekommen, sahen wir plötzlich 3 Mondfische auf einem Haufen. Sie waren wunderschön und ziemlich groß. Da sie aber etwas tiefer waren als wir, gingen wir bis auf 32 m runter und sahen diese Burschen für ein paar Minuten hautnah. Insgesamt waren es dann vier Mola Molas. Einfach atemberaubend! Wie aus dem Nichts tauchte kurz darauf eine Gruppe Delphine über den Molas auf, die wir für ca. 15 Sekunden bestaunen durften! Sogar für den local Divemaster war dies das erste Mal, dass er Delphine beim Tauchen gesehen hat. Nach ein paar Minuten gingen wir auf 18 m hoch und sahen dann noch einen weiteren Mondfisch. Was für ein perfekter Tauchgang! Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht ging es zurück auf die Insel. Es zeigte sich, dass außer unseren zwei Tauchgruppen nur noch eine weitere Mola Molas zu Gesicht bekommen hat. Und es waren einige Boote da draußen… Wir hatten wirklich wieder einmal Glück!

Abends traf sich unsere Tauchgruppe mit unserem Divemaster Roberto zum Pizza essen und Fotos bestaunen.

Am nächsten Tag ging es für uns erst nachmittags per Speedboat zurück nach Sanur in unser schon bekanntes Hostel. Bis dahin verbrachten wir den Tag damit, Euch auf dem Laufenden zu halten, und schrieben fleißig unseren Blog!
Am Abend trafen wir uns wieder mit Oscar und Eva aus Spanien zum Abschiedsessen in einem kleinen, feinen Restaurant, da es für die beiden am nächsten Tag zurück nach Barcelona ging. Für uns hingegen stand Ubud auf dem Plan.

Lombok, Indonesien

27. September

In Senggigi wollten wir eigentlich nur eins: am Strand sein und uns erholen. Leider wird man hier als Tourist an jeder Ecke vollgesabbelt und übers Ohr gehauen! Auch die Touristeninformation bildet da keine Ausnahme. Der Strand war auch alles andere als im LP beschrieben; nicht weiß, sondern eher grau, aber noch ganz okay. Die Unterkunftspreise waren ebenfalls gigantisch hoch für diesen, wie wir fanden, stinknormalen Ort und da die Belästigungen nicht endeten, beschlossen wir nur eine Nacht hier zu verbringen und kauften (nach langem Handeln und Hin und Her) immer noch zu teure Tickets zu den Gili Inseln, sowie ein „offenes“ Ticket weiter nach Bali. Wir ließen uns vorher noch den Ablauf und die Art der Boote genau erklären, damit es keine bösen Überraschungen gibt.

Den Tag hier galt es aber noch rum zu kriegen und so machten wir uns auf die Suche nach bezahlbarem Essen. Dies dauerte über eine Stunde; schlussendlich fanden wir aber etwas Akzeptables. Am späten Nachmittag gingen wir noch an den grauen Strand und planschten zum Abschluss des Tages im frischen, sauberen Wasser. Wenigstens etwas!

Am nächsten Morgen ging es per Minibus zum Hafen von Bangsal, wo wir zu den Gilis rüber schippern sollten. Nach dem wir und alle Mitreisenden in einem Cafe abgesetzt wurden, wo es ca. eine Stunde zu warten galt, damit auch dieser Laden von uns profitieren konnte, wurden wir aufgerufen unser Gepäck zu nehmen, und konnten dann wählen zwischen Tor 1: „Lauf die 1000m zum Hafen in glühender Hitze und mit knapp 18 kg Gepäck“, oder
Tor 2: „Fahr mit einer der zig Pferdekutschen, die hier auf einen warten und gib noch mehr Geld aus“.
Wir nahmen Tor 1. Abgesprochen war mit uns eigentlich der direkte Transfer zum Hafen und dann ohne längeres Warten die Weiterfahrt per Ausleger-Boot mit max. 25 Personen nach Gili Trawangan.

Ihr wisst was kommt…

Am Hafen angekommen durften wir dann noch einmal 45 Minuten warten und wurden dann auf ein gewöhnliches local Boot verfrachtet, welches außer uns nicht nur die zugelassenen 25 Personen, sondern weitere 15 plus eine Vielzahl von großen Holzmöbeln transportierte (Indonesien halt). Zwei deutsche Mädels wollten gleich wieder aussteigen, fuhren aber doch mit. Das Boot lag natürlich tief im Wasser und die 30-minütige Überfahrt war zwar nicht besorgniserregend, aber auch nicht gerade angenehm. Da merkten wir, wie geschädigt wir noch von der anderen Bootsfahrt waren.

Auf Gili Trawangan angekommen wollten wir eigentlich gleich wieder umkehren. Es war super viel los und die Hostelpreise dreimal höher als noch vor einem Jahr! Wir hatten ursprünglich vor, nach Gili Meno oder Air zu fahren. Da uns aber von einigen Leuten erzählt wurde, dass diese Inseln noch teurer waren, entschieden wir uns für diese.
Nach längerem Hostelgesuche und Preisverhandlungen fanden wir mit unseren neuen schwedischen Freunden Rob & Sofie eine annehmbare Unterkunft. Wir erkundeten die Insel und gaben „Ihr“ noch eine Chance. Der Strand war nämlich der Hammer! Türkisblaues Wasser und weißer Sand! Die kommenden Tage wurde es auf der Insel immer ruhiger und unser Aufenthalt verlängerte sich so von Tag zu Tag. Wir fanden eine ruhige Ecke zum Schwimmen und Lesen und abends ging es in ein wirklich gutes Seafood Restaurants mit Salat „all you can eat“! An 3 Abenden hintereinander, so lecker war es. Ansonsten haben wir nicht viel mehr gemacht, außer ein bisschen die Insel erkundet. Wir erholten uns prima. Aufgrund unseres Erlebnisses sahen wir vom „Inselhopping“ ab und genossen die Zeit einfach auf Trawangan. Am Ende hörten wir dann noch, dass die beiden anderen Gilis günstiger und ruhiger waren, damit also die bessere Wahl. Hanna ärgert sich immer noch…

Nach insgesamt 1 Woche Lombok machten wir uns per Speedboat auf nach Bali. Die Fahrt sollte nur eine Stunde dauern, doch inzwischen kannten wir ja das indonesische Zeitgefühl. Hanna wollte einer eventuellen Seekrankheit diesmal vorbeugen und nahm (wie im Beipackzettel angegeben) eine halbe Stunde vor Abfahrt eine Reisetablette. Die half, und wie!!! Insgesamt ging die Fahrt 2,5 Stunden, von denen sie etwa 2/3 die Äuglein nicht aufhalten konnte. Der arme Ricardo musste die beiden kleinen Rucksäcke und Hanna halten und wurde von anderen Mitreisenden mitleidig als „menschliches Kissen“ bezeichnet.

Segeltrip von Flores nach Lombok, Indonesien

24. September

Am 24.09. ging es um 9 Uhr auf das Boot (das doch etwas kleiner ausfiel als gehofft). Zum Glück waren neben uns nur noch fünf Belgier an Bord. In der Theorie haben 18 Leute auf dem Boot Platz.

Unsere Route: Labuan Bajo – Kelor – Rinca – Kalong – Komodo – Pink Beach – Gili Laba – Sumbawa (Satonda – Moyo – Gili Laba) – Labuan Lombok – Mataram – Senggigi

Das Wetter war perfekt und wir fuhren an Flores` Küste entlang mit dieser wunderschönen Landschaft. Nach ca. 2,5 Stunden gab es den ersten Stopp zum Schnorcheln an einer kleinen traumhaften Insel mitten im Komodo Nationalpark. Wir sahen ein paar Fische und schauten uns die Insel an.

Danach steuerte der Kapitän Rinca an, wo unsere erste Begegnung mit den großen Komodo-Waranen anstand. Mensch, waren wir gespannt! Respekt vor den Tieren hatten wir aber auch. Erst vor ein paar Monaten wurde ein Ranger auf Rinca von einem Waran angegriffen und in den Knöchel gebissen, als er mit ein paar Touris auf einem Trek war. Seine Überlebenschancen waren nicht gerade hoch. Die Komodo-Warane produzieren richtig fiese Bakterien in ihrem Speichel, die Bewusstlosigkeit durch schnellen Blutdruckabfall und übermäßige Schmerzempfindlichkeit, sowie Hemmung der Blutgerinnung mit beschleunigtem Verbluten unter sogenanntem Volumenmangelschock bewirken (danke Wikipedia!). Es gibt kein Gegenmittel. Der Ranger hat jedoch überlebt und berichtete uns, dass die Schmerzen und Qualen unerträglich waren. Wir waren also gewarnt. Gefressen wird vom Komodo-Waran nämlich alles, was ihm vor das Maul kommt, wie z.B. Hirsche, Wildschweine und sogar große Wasserbüffel!

Die ersten mittelgroßen Tiere (auf Komodo werden sie am größten) sahen wir gleich im Dorf. Sie lagen direkt unter dem schattenspendenden Haus der Ranger. Hier sind die Häuser aufgrund der Warane auf Stelzen gebaut. Danach gingen wir auf den größten der drei Trekkingmöglichkeiten auf Rinca. Es war fast unerträglich heiß. Die Vegetation auf der Insel ist äußerst spärlich und es ist auch trockener und wärmer als auf Komodo. Es war gerade Brutzeit für die Komodo-Warane und so sahen wir 2 weibliche Tiere, die ihr Nest beschützten, sowie ein männliches Tier mit einem gebrochen Rücken, der in ein paar Monaten wohl verhungern wird, um anschließend von seinen Artgenossen verspeist zu werden. Er hatte bei einem Angriff auf einen großen Büffel die Hufe des Tieres abbekommen, als er ihm (kein Witz) in den Penis biss! Der Büffel verendete allerdings Tage später auch. Ansonsten sahen wir noch ein paar Affen, Hirsche und Büffel. Anschließend fuhren wir noch zum „Pink Beach“, um ein wenig zu schnorcheln und richteten dann unser „Nachtlager“ vor der Insel Kalong ein, wo man abends hunderte von Flughunden dabei beobachten kann, wie sie sich zur Früchtesuche von ihren Schlafplätzen erheben und an einem vorbei fliegen, während die Sonne blutrot untergeht!

Der nächste Tag fing schon um 6 Uhr morgens an. Es gab ein leckeres Frühstück und eine Stunde später waren wir dann auf Komodo. Wir machten den mittellangen Trek und sahen dann auch die ganz großen Exemplare dieser Art von 3 m Länge! Sie wirkten wie aus einer anderen Zeit und sahen riesig aus!
Vor diesen Burschen hatten wir wirklich Respekt und achteten auf einen ausreichenden Sicherheitsabstand. Da es aber früh am Morgen war, waren die Tiere noch nicht übermäßig gewärmt von der Sonne und dementsprechend langsam unterwegs. Komodo ist übrigens auch ein Paradies für Vogelfans…

Nach diesem beeindruckenden Besuch auf Komodo ging es noch einmal zurück zum „Pink Beach“ zum Schnorcheln und dann auf die laaaange Fahrt (18 Stunden) die Nacht hindurch Richtung Sumbawa. Und diese Fahrt war wirklich lang und unangenehm zugleich. Die Wellen wurden ein wenig höher und schaukelten das Boot gut durch, so dass wir beschlossen unten zu schlafen, da es dort weniger wackelte als oben. Wir kramten je zwei Schwimmwesten raus und legten uns darauf, um ein bisschen zu schlafen. Durch den Wellengang wachte man alle 20 Minuten auf, erschrak kurz und döste wieder ein. Die Nacht wollte so einfach nicht enden!

Wir waren wirklich froh, als endlich die Sonne aufging und wir irgendwann auf Satonda Island, unserem nächsten Programmpunkt, ankamen. Hier entstand aufgrund des Tsunamis ein Salzwassersee, in dem nur eine kleine Fischart lebt. Wir konnten hier baden, wussten aber nichts von dem unsäglichen faule-Eier-Geruch, den man wahrnimmt, wenn man in den See gesprungen ist! Also, kurz abkühlen und dann nichts wie raus! Danach gab es ein (wie immer!) leckeres Mittagessen und wir fuhren Richtung Moyo Island. Auf dem Weg sahen wir dann jagende Delphine und Seeschwalben, die anscheinend einen großen Fischschwarm einkreisen konnten.

Auf Moyo gab es dann das erste Frischwasser seit drei Tagen! Wir stellten uns unter einen Wasserfall und genossen das kühle Nass. Von hier aus waren es noch 8 Stunden bis Labuan Lombok. Um 18 Uhr bekamen wir noch einmal lecker Abendessen und genossen weiterhin den Ausblick auf Sumbawa.

Dann brachen die letzten zwei Stunden der Fahrt an. Die Wellen wurden langsam immer heftiger und es war bereits dunkel. Man konnte jedoch in der Ferne vereinzelnd Lichter von Lombok erkennen. Ich fragte schon einmal nach, wie lange die Fahrt noch dauern würde… Nach einer halben Stunde wurde es immer heftiger! Das Boot schwankte bedenklich und die Crew rief uns dann ziemlich plötzlich in die Fahrerkabine rein. Ab da ging es los! Die Wellen wurden noch höher und das Boot wankte bedrohlich nach rechts, wenige Zentimeter über dem Wasser, und kippte gerade so nach links. Nach unserem Empfinden fehlte nicht viel und wir wären umgekippt. Wir zogen die Schwimmwesten an und hielten uns so doll wir konnten in der Kabine fest. Wir hatten wirklich Schiss! Die Wellen mussten nur noch eine Schippe drauflegen und unser ca. 3 m breites und 18 m langes Boot bekäme ernste Schwierigkeiten. Der Motorraum war schon mit Wasser gefüllt und die Batterien lagen auch einfach offen rum. Hoffentlich gelangt kein Wasser in die Kabine! Uns war durchaus bewusst, dass uns, so weit draußen, und bei der Strömung, die uns ins offene Meer tragen würden, nicht so schnell jemand finden würde. Hanna fing schon an zu beten und auch unsere 5 Mitfahrer hatten Panik. Wir wollten einfach nur, dass das aufhört! In solchen Momenten will man nur eines: Zu Hause bei Mama sein!

Die Crew ihrerseits blieb ganz ruhig, da sie schon mit solchen Wellen gerechnet hatte und das natürlich auch schon kannte. Wir fragten einfach immer wieder, ob das alles so normal ist und die Antwort war natürlich ja. Ist ja auch „Wave Season“… Nach ca. 45 bangenden Minuten kamen wir dem schützenden Hafen endlich näher! Wir waren so was von erleichtert!!! Im Hafen Labuan Lombok angekommen, gingen wir erst einmal runter vom Boot und versuchten uns wieder zu beruhigen. Zum Glück war das vorbei! Nie wieder, bitte! Die ganze Sache war laut Crew nicht wirklich lebensgefährlich; wir Touris und Nicht-Seefahrer hatten aber wirklich Angst zu kentern.

Die Nacht verbrachten wir noch an Bord und wurden am nächsten Tag per Minibus nach Senggigi gefahren.

Flores & Tauchen im Komodo NP, Indonesien

22. September

Die 18-stündige Fahrt mit der Pelni Fähre war eigentlich ziemlich entspannt. Das Schiff war zwar indonesienmäßig voll, platzte aber nicht aus allen Nähten. Wir haben aber aufgrund der Menschenmassen ein Upgrade in ein 1. Klasse Abteil vorgezogen, da es nur für 2 Personen war. Doch genau da bestand das Problem. Wir waren bei weitem nicht die Einzigen in unserem Abteil! Zuerst hatten wir nur einen Besucher. Okay, kein Problem. Bloß nicht aufregen. Doch dann kam bald der Zweite, Dritte, Vierte, Fünfte usw. Wir zählten über 40!

Es waren Kakerlaken! Überall! An der Wand, auf dem Bett, im Bad, auf dem Teppich… Wir killten eine nach der anderen. Doch aus irgendeiner Ritze kamen immer noch mehr! So wie in Indiana Jones. Es sind wohl an die hundert gewesen! Nicht wirklich angenehm. Da wir aber hundemüde waren, schafften wir es noch 1,5 Stunden zu schlafen und die Kakerlaken krabbelten nicht, wie tatsächlich ein paar Monate zuvor geschehen, in Richtung Mund.

Um 4 Uhr morgens, und zwei Stunden später als geplant, kamen wir in Flores, Labuan Bajo an und waren froh, endlich von Board gehen zu können. Wir organisierten noch schnell ein Zimmer, wo wir einigermaßen günstig 2,5 Stunden schliefen, da wir um 6.45 Uhr einen Tauchausflug im Komodo Nationalpark gebucht hatten. Wir waren zwar alles andere als fit, aber die Aufregung auf das Tauchen hier kompensierte das Ganze recht gut. Hier gibt es nämlich einen ganz besonders guten Tauchplatz, um endlich mal die großen Mantas sehen zu können, mit dem treffenden Namen „Manta Point“. Wir waren also gespannt, ob wir einen zu Gesicht bekommen würden…

Der erste Tauchgang ging aber zu einem anderen schönen Tauchplatz namens „Batu Balong“. Hier gibt es leider auch ganz besonders tückische Unterströmungen, so dass man nahe am Riff tauchen muss, um nicht hinunter gezogen zu werden. Die verschiedenen Strömungen konnten wir schon vom Boot aus sehen. Sie ähneln großen Whirlpools! Der Tauchgang verlief aber reibungslos und so bestaunten wir die bunte Unterwasservielfalt.

Nach einer kleinen Teepause ging es dann endlich zum berühmten „Manta Point“. Kaum hatten wir die Ausrüstung an, rief jemand schon laut „Manta“! Wo, wo, wo? Also, schnell ab ins Wasser und ohne langes Zögern runter ins schöne Blau. Und da waren sie auch gleich: Drei Mantas auf einem Fleck!!! Yippiehhhh!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Und genau so ging es weiter. Wo wir auch hinschauten: Manta, Manta überall! Es waren wohl an die 25 Tiere, einige davon über 4 Meter! Sie waren so elegant und beeindruckend! Nach genau 59 Minuten war der Spaß dann leider auch schon wieder vorbei, da der Sauerstoff knapp wurde. An Board angekommen, gab es dann schon jede Menge lachender Gesichter und aufgeregtes Gequatsche. Nach dem Lunch machten wir uns dann auf den 2,5 stündigen Rückweg (wir hatten aufgrund eines kaputten Schnellbootes nur eine Art Fischerboot mit Schneckentempo) und bekamen als Bonbon noch ein paar Delphine zu sehen. Ein rundum schöner Tag!

Am selben Abend organisierten wir uns dann noch die Tickets für einen 4-tägigen Segeltrip von Flores nach Lombok, u.a. mit Stopps auf Rinca und Komodo, wo die Riesenechsen leben…

Sulawesi, Indonesien

14. September

Als Zwischenstopp nach Sulawesi stand Balikpapan in Kalimantan auf dem Plan. Eine gute Möglichkeit für uns die Stadt kurz zu erkunden. Nachdem sich uns ein netter Indonesier annahm und die aufdringlichen Taxifahrer verscheuchte, liefen wir nach einer kurzen Fahrt einfach ein bisschen die Hauptstraße entlang. Nichts Spektakuläres, aber wir fanden ein nettes Cafe/Restaurant, das mit dem Ambiente genauso gut in Hamburg hätte sein können. Es wurden kurz die Emails gecheckt und ne Kleinigkeit gegessen und dann ging es auch schon wieder zurück zur Fähre. Zu dieser Zeit hatten wir schon 23 Stunden geschafft!!!

In Pare Pare auf Sulawesi angekommen war der erste Eindruck ernüchternd. Im Zentrum fanden wir nur ein Hostel und das Zimmer war das bis jetzt ätzendste, das wir hatten. Noch dazu war die Frau, die da arbeitete, total unfreundlich und richtig angepisst die Treppe hochsteigen zu müssen, um uns ein Zimmer zu zeigen. Danke, Lonely Planet, für den Tipp: „Das von einer sehr freundlichen Familie geführte Hotel…“

Im Nachhinein hätte man sich diesen Ort wirklich sparen können und direkt weiter nach Rantepao fahren sollen. Es gab wirklich nichts zu tun, keine guten Essensmöglichkeiten (nur KFC) und sogar die Buchung der nächsten Busfahrt gestaltete sich als schwierig. Wir konnten dann wenigstens noch diesen Ausblick auf die Stadt genießen. Als wir dann aber zurück ins Zentrum wollten, fuhr kein einziger Minibus in unsere Richtung. Aber wie der Zufall manchmal so spielt, hielt eine nette Zahnärztin mit ihrem Auto an und fuhr uns zu unserem Hostel, das nicht einmal auf ihrem Weg lag. Da wurden gleich mal die Facebooknamen notiert!

Nach langem Suchen und Hoffen, dass an dem menschenleeren Busbahnhof tatsächlich um die besagte Uhrzeit ein Bus fuhr, saßen wir schlussendlich doch im Bus Richtung Rantepao. Die Fahrt dauerte ca. 6 Stunden und der kleine Bus schlängelte sich durch enge Kurven immer höher ins Land der Toraja. Wir stiegen in Rantepao aus, da es der beste Ausgangsort der Region ist und fanden gleich ein super Hostel.

Das Leben der Toraja wird geprägt von ihrem Glauben, den Geistern, Dämonen, ihrem Ahnenkult, sowie dem Geld verdienen um die unfassbar teuren Zeremonien bezahlen zu können. Sie glauben daran, dass das Leben nur ein Übergang ins bedeutsamere Jenseits ist. Stirbt ein Toraja, wird er einbalsamiert und im hinteren Teil des jeweiligen Hauses aufbewahrt. Denn bis es zur Beerdigungszeremonie kommt, können manchmal Jahre vergehen! Die Menschen sind in sogenannte Klassen eingeteilt und je höher die Klasse oder der Stand des Verstorbenen ist, desto mehr Büffel und Schweine werden bei der Zeremonie getötet. Wasserbüffel sind hier ein Zeichen für Reichtum und Macht und der Verstorbene gilt erst als tot, wenn ein Büffel getötet wurde. Es werden zudem viele Grabbeigaben gemacht, da die Toraja daran glauben alles über den Tod hinaus mitnehmen zu können. Begraben werden sie in schön geschnitzten Särgen z.B. in Büffel- oder Schweineform und dann je nach Stand an Felswänden oder in Höhlen hoch oder etwas tiefer gehängt. Vor deren Eingängen stehen dann sogenannte Tau Tau, das sind geschnitzte Puppen, die auch manchmal eine Ähnlichkeit mit dem Toten selbst aufweisen können.

Am nächsten Tag ging es für uns per Minibus zu einem der größten Höhlengräber der Region in Londa und einer Grabstätte in Lemo. Alles ziemlich merkwürdig für Außenstehende und trotzdem alles sehenswert und super interessant.

Für uns war es dann einen Tag später soweit, selbst einmal einer solchen Zeremonie beizuwohnen! Wir nahmen uns einen Guide und fuhren per Motoroller erst zu einem Viehmarkt und dann zur Beerdigung. Diese finden meist auf einem großen Platz statt, wo drum herum viele Hütten für die Gäste stehen, die extra für die Beerdigung aufgestellt werden. Es gibt einen Zeremonienmeister, der den gesamten Ablauf bestimmt. Alle Gäste bringen entweder lebende Schweine oder auch Zigaretten als Gastgeschenk mit. (Wir kauften eine Stangen Ziesen!) Es wird nämlich viel geraucht und Palmölwein getrunken und etwas zu Essen bekommt man auch.

Die Zeremonie an sich war seltsam, befremdlich, blutig und faszinierend zugleich! Die dort geschlachteten Tiere taten uns natürlich leid, vor allem der Büffel, der eine 5 minütige Leidenszeit hatte bevor er vollständig ausgeblutet und gestorben ist. Und überall dieses entsetzlich laute Schweine quieken! Wir waren den restlichen Tag wirklich bedient.

Am nächsten Tag ging es dann wieder mit dem Roller durch Toraja, da wir zu den „Baby Graves“ wollten. Der Weg dorthin führte durch eine herrlich grüne, saubere Landschaft. Die Baby Gräber werden in Bäume gehängt, damit die Babys im nächsten Leben so wachsen können wie der Baum.

Wir haben lange überlegt, ob man die Fotos zeigen sollte oder nicht und uns dafür entschieden, da es einfach zu der Kultur der Toraja gehört. (Es ist trotzdem die absolute Light-Version ohne Gedärme, Gehäute und literweise Blut!)

Nach einer ereignisreichen Woche machten wir uns auf den 10-stündigen Weg nach Makassar per Luxusbus mit Beinfreiheit bis Meppen. Die Fahrt ging angenehm schnell vorüber und wir quartierten uns in einem Hostel ein. Am nächsten Tag machten wir noch etwas Sightseeing im Fort Rotterdam (unsere bisher langweiligste Aktivität, obwohl sie mit das Highlight der Stadt ist) und dem Fischmarkt direkt am Hafen. Es gab frischen Fisch für wenig Geld. Wir schauten uns noch ein wenig im Hafen um und fuhren dann per Fahrradtaxi zurück. Einen Tag später ging es dann wieder mal auf eine lange Fährfahrt (18 Stunden) nach Flores. Mehr von der Fahrt im Zweibettzimmer mit unerwünschten Untermietern im nächsten Bericht.

Berastagi – Sumatra, Indonesien

17. August

Die Fahrt vom Lake Toba nach Berastagi dauerte wesentlich länger als erwartet. An diesem Tag war nämlich Tag der Unabhängigkeit und die Straßen waren voll von Kindern, die in hübschen Kostümen marschiert sind. Da war kein Durchkommen! Aber es war süß wie sie uns zugewunken und sich gefreut haben uns zu sehen!

In Berastagi angekommen haben wir zum Glück sofort ein Zimmer gefunden, denn es ist gerade das Ende vom Ramadan und daher ist überall ziemlich viel los und viele Hostels sind ausgebucht. Es ging früh ins Bett, da wir am nächsten Tag den Gunung Sibayak besteigen wollten. Dabei handelt es sich um einen noch aktiven Vulkan, der aber zuletzt vor ca. 300 Jahren ausgebrochen ist. Insgesamt waren wir 4 Stunden unterwegs, aber es hat sich definitiv gelohnt! Die Vulkanlandschaft ist wirklich atemberaubend! Bevor man den Vulkan sieht, riecht man ihn jedoch schon. Es erinnerte an faule Eier!

Von weitem konnten wir auch den Gunung Sinabung bestaunen, der vor 1,5 Jahren das letzte Mal ausgebrochen ist.

Danach haben wir uns mal den Marktplatz angeschaut, auf dem es neben Klamotten auch etliches an Essen gab.


So mutig waren wir dann aber doch nicht und haben lediglich ein paar Früchte gekauft, die an Lychees erinnern.

Heute geht es zurück nach Kuala Lumpur, wo wir eine Nacht im Flughafenhotel übernachten, um am nächsten Tag nach Brunei auf Borneo zu starten.