Kinabatangan, Malayisch-Borneo

27. August

Am Kinabatangan in unserem Hostel angekommen, ging es sogleich auf die erste Bootstour. Die anderen Gästen mussten nämlich schon 20 Minuten auf uns warten. Der Grund, warum man hierher kommt, ist, dass sich das gesamte Tierleben dieser Gegend aufgrund von Abholzungen am Ufer dieses Flusses abspielt. Vor allem hofften wir, Borneo´s Zwergelefanten zu Gesicht zu bekommen und vielleicht noch einen weiteren Orang-Utan. Unser Tourveranstalter hat uns aber schon etwas den Wind aus den Segeln genommen und gesagt, dass die Elefanten nicht so oft zu erspähen wären. Wir waren trotzdem sehr gespannt auf unsere erste Nachmittagsfahrt, weil da die Chance auf Elefanten am größten ist.

Kaum im Boot Platz genommen, sahen wir bereits die ersten imposanten Hornbillvögel. Nur wenige Minuten später erspähten wir auch schon einen Orang-Utan liegend in seinem Nest. Unser Guide entdeckte kurz darauf jede Menge Nasenaffen in den Bäumen. Sie kommen wie die Elefanten nur auf Borneo vor! Es ging wirklich Schlag auf Schlag!

Plötzlich vernahmen wir Elefantengetröte. Wir fuhren zum Ufer, konnten aber aufgrund der hohen Vegetation nichts sehen. Was für ein Pech! Also ging es weiter den Kinabatangan hinunter und wir genossen den Fahrtwind und die herrliche Landschaft. Es gab überall etwas zu entdecken. Nach knapp 1,5 Stunden machten wir uns auf den Rückweg zum Camp, als wir etwas großes Graues im dichten Grünen sahen. Es waren zwei Elefanten! Normalerweise sieht man sie nur kurz die Lichtung überqueren, diese aber gingen direkt vor uns ins Wasser! Ein herrlicher Anblick wie sie da so plantschten und miteinander spielten. Wir genossen dieses schöne Schauspiel bis die Dämmerung einsetzte über eine halbe Stunde; dann mussten wir zurück ins Camp. Was für ein perfekter Tag! Und damit war auch der Druck für die weiteren Fahrten von uns genommen. Denn wir wären solange dort geblieben bis wir die Elefanten zu Gesicht bekommen hätten.

Völlig ausgehungert gab es dann leckeres Abendessen im Hostel und danach ging es auch gleich weiter zur Nachtfahrt. Dort bekamen wir unseren ersten Kingfishervogel vor die Linse (wir kannten bis dahin ja nur das wohlschmeckende Bier aus Indien). Von einem Krokodil konnten wir leider nur die Augen sehen. Aber eine Fischeule blickte uns dafür direkt in die Kamera! Im Scheinwerferlicht sahen wir noch die leuchtenden Augen einer Wildkatze, der Rest von ihr blieb uns jedoch verborgen.

Am nächsten Tag ging es um 6 Uhr los zum Morning-Cruise. Absoluter Höhepunkt war eine Horde Pig-Tail Makkaken, die direkt über dem Flussufer von den Bäumen aus, einem ihrer Erzfeinde von Angesicht zu Angesicht begegneten: Einem großen Python. Da dieser aber aufflog, bevor er sich in Position bringen konnte, ging er leider leer aus.

Also fuhren wir weiter den Fluss hinauf und sahen noch viele, viele Vögel. Hungrig ging es dann zum Frühstück und danach zum Trekking in den Dschungel. Es war vor allem Pflanzenkunde angesagt, doch wir hörten in der Nähe Elefanten und sahen auch ihre Spuren. Unser Guide war sehr beunruhigt, da die Elefanten aufgrund ihres schrumpfenden Lebensraums aggressiv gegenüber Menschen sind. Vor ein paar Jahren wurde eine Touristin in der Nähe von einem Elefanten totgetrampelt als sie während einer Nachtsafari ein Foto mit Blitzlicht machte. Also machten wir uns in die entgegengesetzte Richtung auf. Es gang schlammig zur Sache, aber wir hatten uns zum Glück Gummistiefel geliehen. Aber auch die verhinderten nicht, dass Hanna stecken blieb und nur mithilfe von Ricardo und einem anderen Mädel wieder frei kam.

Und schon gab es wieder Mittagessen. Danach ein paar Stunden Nichtstun und sodann ab zur nächsten Nachmittagsbootstour. Diese sollte noch ereignisreicher werden als die tags zuvor. Wir sahen eine für Waldelefanten ungewöhnlich große Herde von bestimmt 15 Tieren. Es kamen einfach immer mehr hinzu. Von klein bis groß war alles dabei. Einfach traumhaft diese Tiere beobachten zu können. Und wie so oft waren sie beim Fressen.

Zu guter Letzt sahen wir noch einen jugendlichen männlichen Orang-Utan, der sich im Baum gerade sein Nest baute.

Auf unserer letzten Flussfahrt, die bei Nacht stattfand, sahen wir noch eine große Echse, genannt Monitor-Lizard.

Den restlichen Abend verbrachten wir mit dem Spielen einer französischen Version des Mini-Kniffelns mit Coco und Stephan.

Der Aufenthalt am Kinabatangan war für uns etwas ganz besonderes und einzigartiges.
Auf dem Weg nach Semporna dann dieser traurige Anblick. Eine einst wunderschöne und jetzt tote Wildkatze.

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