Bagan & Inle-See, Myanmar Teil 2

22. Oktober

Kaum saßen wir 30 Minuten im völlig von der Sonne aufgeheizten Bus, (die Fensterscheiben waren so heiß, das es uns nicht gewundert hätte, wenn man auf ihnen Eier hätte braten können) durften wir aufgrund einer Panne gleich wieder aussteigen. Komischerweise passierte es genau am Anfang des neuen Highways. Beim Aussteigen mussten wir gar nicht auf die Straße achten; sie war so gut wir autofrei! Es fuhren nur Fahrräder auf einem 4-spurigen, tadellosen Highway. Ein wenig surreal kam uns das schon vor…
Nach einer halben Stunde ging es dann aber weiter und unser Bus erreichte Bagan gegen Mitternacht, wo wir erst einmal je 10 $ „Eintritt“ locker machen durften. Dieses Geld wird von jedem Touristen verlangt und soll angeblich auch der Archäologieabteilung von Bagan zugute kommen. Es wird jedoch gemunkelt, dass sich das Militär den größten Batzen davon einverleibt.

Wir wurden dann, samt unserem Gepäck, mit EINEM Fahrrad abgeholt! Es hatte insgesamt 3 Sitze und der Fahrer schaffte es irgendwie, unsere 2 großen Rucksäcke an das Rad zu schnallen und ab ging die Post! Wir fuhren quasi im Schneckentempo durch die Nacht! Aber der Fahrer hatte unseren Respekt!

Nach 15 Minuten erreichten wir das Hotel und es war so lala. Unser Zimmer war dunkel, ein wenig verlebt und über einem der Betten führte eine Ameisenstraße. Für diese Nacht musste es reichen. Wir hatten zuvor von Mandalay aus vergeblich versucht, ein Zimmer für 8 andere Hotels zu bekommen…

Nach ca. 5,5 Stunden Schlaf klingelte schon der Wecker. Etwas zerknittert ging es auf die Dachterrasse zum Frühstück, welches erstaunlich gut war. Endlich wieder lecker Obst! Wir checkten danach schnell in unserem „Favoritenhotel“, dem Inwa Guesthouse ein, welches für die nächste Nacht wieder Zimmer frei hatte und liehen uns direkt zwei Räder, um Bagan zu besichtigen.

Zuvor hatten wir uns die Highlights rausgepickt, die wir unbedingt machen wollten und machten uns nun daran diese „abzuarbeiten“. Bereits nach einer 15 minütigen Fahrt, kam man aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Man konnte rundherum auf der grünen Ebene die unzähligen (es sind über 4000) Stupas sehen. Nur das Vorbeiradeln machte bereits gute Laune!

Wir sahen uns u.a. die Shwe Zigon Zedi, die eindrucksvolle Ananda Phaya, die Thatbyinnyu Phaya (Bagans höchster Tempel samt goldener Spitze) sowie die im Pyramidenstil erbaute Shwesandaw Phaya an, die einen 360 Grad Rundblick über Bagans Tempel bot.

Nach so vielen Impressionen bekamen wir natürlich auch mal Hunger und aßen wirklich gut im „Be Kind To Animals“-Vegetarian Restaurant mit anschließendem Obst-Joghurt-Dessert. Nach dieser Stärkung ging es wieder auf die Drahtesel. Schließlich hatten wir noch nicht genug.
Bei dem nächsten Tempel fing Ricardos Fahrrad an zu spinnen. Sattel und Lenker waren völlig gelöst und ein Fahren damit unmöglich. Nett, wie die Menschen in Myanmar eben sind, machten sich gleich 3 Leute daran das Fahrrad zu reparieren. Ohne Werkzeug aber war dies nicht möglich. Spontan beschlossen zwei von ihnen das Rad per Moped mitzunehmen, um es zu reparieren! 20 Minuten später war es dann völlig heil wieder da! Wir gaben ihnen etwas Geld, bedankten uns und fuhren zufrieden weiter zu einer Pagode mit dem Namen Pyathada, wo es einen völlig touristenfreien atemberaubenden 360 Grad Ausblick zu genießen gab.

Um den Sonnenuntergang zu sehen, zogen wir es aber vor, etwas in Straßennähe zu suchen, da der Rückweg ohne Lampen sonst zu schwer zu finden gewesen wäre. Wir fuhren den sandigen Weg zurück und trafen bei der Suche nach einem guten Platz auf die 17-jährige Tiri. Sie wohnt mit ihrer Familie in einer völlig runtergekommenen Hütte neben einem Tempel und bot uns an uns zu einem Tempel mit guter Aussicht zu bringen. Es war ein neuerer Tempel in der Nähe ihres Zuhauses. Leider hatte dieser einige Bewohner, die nicht wirklich stubenrein waren! Überall lag Ratenkot. Wir versuchten entsprechend so gut wie möglich drum herum zu gehen. Dass man jedoch beim Betreten einer Pagode oder eines Tempels immer die Schuhe auszieht, machte die Sache natürlich nicht besser!

Die Aussicht entschädigte dann aber wieder für die Unannehmlichkeiten!
Wir unterhielten uns noch mit Tiri über ihre Lebensumstände und sie erzählte uns, dass sie die Schule abbrechen musste. Da sie die Älteste ihrer 4 Geschwister war, musste sie stattdessen arbeiten gehen. Zu allem Überfluss hat ihr Vater auch noch seinen Job als Handwerker verloren. Seit ein paar Monaten hat sie aber die Möglichkeit an einer Schule Englisch zu lernen. Die ersten Monate haben ihr ein deutsches Paar finanziert, da ihre Eltern sich das Schulgeld von 9000 Kyat (ca. 8 €) pro Monat nicht leisten können. Wir beschlossen daher, ihr zumindest erst einmal einen weiteren Monat zu finanzieren und gaben ihr noch zwei Schulhefte mit, die wir vorher in Malaysia gekauft hatten. Wir verabschiedeten uns noch von ihrer super netten Familie und ihre 2,5 Jahre alte Schwester (die aussah wie 1!) war völlig fasziniert von ihrem live Kamerabild auf Ricardo´s Handy. Bei ihrem eigenen Anblick rief sie immer ihren Namen und zeigte 2 Finger, um zu sagen wie alt sie ist.

Da die Lebensumstände von Tiri und ihrer Familie so schlecht sind, wollen wir sie regelmäßig mit Klamotten, Spiel- und Schulsachen unterstützen. Falls jemand ein paar ältere Kindersachen, einen Fußball oder einen kleinen Lenkdrachen! (oder ähnliches) spenden möchte, ist er sehr gerne Willkommen! Wir leiten gerne alle Sachen direkt an Tiri weiter. Bzgl. eines Paketes per Post nach Myanmar gibt es wohl keine Probleme.

Nach 9 Stunden auf dem Drahtesel beschlossen wir, da wir für uns alles Sehenswerte an diesem Tag gesehen haben, am nächsten Morgen zum Inle-See aufzubrechen. Die Fahrt sollte um 7.30 starten und 8-10 Stunden dauern. Wir fuhren letztlich gegen 8 Uhr los und erreichten den See nach einer kurvenreichen Bergfahrt um 17 Uhr. Wir gingen noch kurz etwas Essen und da am nächsten Tag ein Fest auf dem See anstand, verabredeten wir uns mit Alice und Fabienne, die auch mit uns im Bus saßen, gemeinsam ein Boot für den nächsten Tag zu mieten.

Die beiden verhandelten mit 15000 Kyat (ca. 13 €) einen guten Preis für die Festtage und so starteten wir um 7 Uhr morgens zur Fahrt auf dem Inle-See. Ist der Ort an sich eher eine Enttäuschung, so macht der See das locker wett! Zuerst war es noch ziemlich voll auf den Nebenkanälen wegen des Thadingyut-Festes (hierbei wird Buddhas Rückkehr aus einer Predigtperiode gefeiert), aber später hatte man den See, dank unseres Fahrers, hier und da für sich. Der See besticht durch seine Lage (er ist umgeben von Bergen), schwimmenden Gärten (hier gibt es viele Tomatenfarmen) und den Stelzendörfern. Die Fischer posieren zwar in ihrer typischen, traditionellen Haltung vor allem für die Touristen, schön anzusehen ist es trotzdem.

Wir machten hier und da auch die typischen Stopps wie alle Touristen, fuhren aber auch zu einsameren Stellen auf dem See. Wir sahen uns u.a. den großen Markt an, eine Silberschmiede, eine traditionelle Seidenfabrik, eine Tabakfabrik, sowie ein Kloster an. Nach einem leckeren Mittagessen abseits der Massen, ging es als Höhepunkt in einen Seitenkanal, wo die Festgemeinde mit dutzenden von Booten entlang fuhr! Ein schönes Spektakel.

Da wir schon einen ganzen Tag auf dem See verbracht hatten, ließen wir es am nächsten Tag ganz entspannt an. Wir frühstückten in aller Ruhe, machten es uns auf unserer Veranda gemütlich, sahen dem geschäftigen Treiben auf dem See zu und lasen ein Buch oder schrieben an unserem Blog. Wir organisierten unsere Rückfahrt nach Yangon und verbrachten den Abend in einem schicken Restaurant bei (endlich) lecker Kaffee und kostenlosem Gebäck.

Die Fahrt nach Yangon dauerte über 12 Stunden! Wir hatten es so organisiert, dass wir vor Einbruch der Dunkelheit die Berge hinter uns ließen (was aufgrund von Verspätungen gerade so klappte), um später nur noch auf dem nagelneuen Highway zu fahren. Beim Busbahnhof angekommen, gestaltet sich die Taxisuche um 2 Uhr morgens schwierig. Es sind zwar genügend Fahrer da, nur wollen sie mit nur 2 Personen nicht gleich losfahren, sondern einen dritten und vierten suchen! Unser Fahrer bildete da keine Ausnahme. Ihm war es auch egal, dass wir müde waren und unser Flug nach Bangkok in 10 Stunden ging. Also, kurz gewartet und nein, Danke! Wir zahlten dann dem nächsten ein bißchen mehr, damit er sofort losfährt. Er bretterte mit seinem 25 Jahre alten Auto durch die Nacht und statt 50 Minuten, brauchten wir nur 30. Um 3.30 Uhr lagen wir schlussendlich im Bett!

Myanmar war auf alle Fälle eine Reise wert! Wir waren mitten im Umbruch da und die Dinge verändern sich recht schnell. Es gibt schon an einigen Plätzen Wifi (erst seit 4 Monaten, aber Skype ist hier noch verboten), neue Straßen werden gebaut, die Preise ziehen an, die blauen uralten Pick-Ups (Taxi) wurden von heute auf morgen ohne Angaben von Gründen verboten und vieles mehr.
Bleibt zu hoffen, dass es für die Menschen hier wirklich aufwärts geht, denn sie haben es mehr als verdient!

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Kuala Lumpur, Malaysia & Yangon und Mandalay & Umgebung, Myanmar Teil 1

15. Oktober

In Kuala Lumpur angekommen merkten wir schnell, dass wir nicht mehr im entspannten, hinduistisch geprägten Bali waren, sondern in der Großstadt, mit zwar der ungefähren Einwohnerzahl Hamburgs, nur eben mit mehr Verkehr, Smog und Lärm.

An sich ist Kuala Lumpur für asiatische Großstadtverhältnisse aber immer noch recht entspannt und wir waren ja auch nur für zwei Tage und drei Nächte hier, um uns um unsere Visaangelegenheiten bezüglich Myanmar zu kümmern.

So machten wir uns nach einer kurzen ersten Nacht zum Konsulat von Myanmar auf. Wir hatten ja keine Zeit zu verlieren, da unser Weiterflug nach Yangon schon in zwei Tagen anstand.

Nach längerem Suchen (dank bescheidener Karte unseres Hostels) fanden wir schließlich das Konsulat.

Naja, Konsulat konnte man das eigentlich nicht nennen; es war eher ein Marktplatz (nur ohne Verkaufsstände) mit vielen Menschen, die sich irgendwo anstellten und achtlos gegen einen rannten.
Hanna schaffte es an die nötigen Formulare zu gelangen und mit ein wenig Improvisation füllten wir alles vorschriftsmäßig aus, klebten die Fotos drauf und waren dann an der Reihe, bei dem bis dato unfreundlichsten Mann, unser Visa zu beantragen. Nachdem er uns unsere Formulare mit dem Hinweis „dies ist ein Konsulat – so geht das nicht, bla, bla, bla“ wieder entgegenschmiss und wir gar nicht rafften wieso (wir hatten die Heftklammern nicht ordnungsgemäß angebracht; wie soll er so auch arbeiten!?), klappte dann aber der zweite Anlauf.

Schwitzend ging es nichts wie raus und weg vom „Marktplatz-Konsulat“. Das Visum sollte am nächsten Tag fertig sein. Das läuft doch alles wie geschmiert! Im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir waren auch vollgeschmiert, und zwar von unserem eigenem Schweiß; es war brutal heiß!

Deshalb machten wir bei einem großen Essenstand halt, aßen super lecker und ruhten uns kurz aus.

Zweites Tagesziel war es dann, Ringgit in US-Dollar zu tauschen. Ja, in Deutschland kein Problem, aber hier gestaltete sich das ein wenig komplizierter.
Die hier in einem riesigen Hochhaus angesiedelte Citi Bank, verweigerte uns schon mal den Tausch. Ihr „guter Ruf“ ist ja auch bei uns bestens bekannt…

Auch die nächste Bank war eine Niete!

Hallo, wir wollen doch einfach nur Dollar haben und keinen Kredit beantragen; und bei 35 Grad im Schatten in der Mittagshitze und der Luftfeuchtigkeit ist jeder unnötige Schritt ein Schritt zu viel.
Also, auf zur nächsten Bank. Und siehe da, die Bank of China konnte unserem Wunsch entsprechen und wir bekamen neue, aalglatte Dollarnoten, nicht von vor 1996, Banknotennummer nicht mit CB anfangend (alles für Myanmar so vorgeschrieben) zu einem akzeptablen Kurs. Geht doch!

Danach sind wir noch einmal zu den Petronas Towers gegangen, haben eine Post gesucht (und gefunden) und uns die Gegenden angesehen, die wie bei unserem ersten Besuch nicht zu Gesicht bekamen.
Nach einem langen Tag per pedes fielen wir K.O. ins Bett.

Da wir unser Visum erst ab 16 Uhr abholen konnten, nutzten wir die Zeit und gingen zur Post, um überflüssiges Gepäck in die Heimat zu schicken. 5 kg für 13 €, per Schiff, in ca. 3 Monaten, erwarten dich, Britta Becker; bitte waschen, ist alles stinkig, schmutzig und bäh!!! Vielen Dank im Voraus!

Das Visum abzuholen dauerte etwas länger, war aber problemlos. So gingen wir abends nur noch gut Essen und ins Bettchen, da der Flug schon um 6.55 Uhr ging.

2,5 Stunden später landeten wir dann am nächsten Tag in Myanmars Nicht-Mehr-Hauptstadt Yangon, da im Jahre 2005 (wohl aufgrund eines Astrologen, der es dem abergläubischen Staatsführer empfahl) die neue Hauptstadt Nay Pyi Taw aus dem Boden gestampft wurde.

Nach bravem Einreihen bei der Immigration wurden wir leider nicht wie versprochen von einem Fahrer unseres Hotels abgeholt. Mmh, wat nu? Wir wurden jedoch von mehreren Fahrern angesprochen und erklärten unsere Lage, dass sie uns ohne Zögern im Hotel anrufen ließen – und siehe da – sie hatten die Uhrzeit verplant! Ein Fahrer war aber sowieso unterwegs um zwei andere Gäste abzuholen, die allerdings 1,5 Stunden später landeten. Was soll´s? Wenigstens klappte es so noch mit dem Transport.

Im Hotel angekommen machten wir uns auch gleich auf Erkundungstour durch Yangon und verabredeten uns vorher noch mit unseren Flughafen-Mitfahrern aus Frankreich zum Mittagessen. Vorher galt es noch die Landeswährung Kyat gegen unsere US-Dollar zu tauschen. In Myanmar zahlt man gegenwärtig Hotels, Züge und Eintrittskarten zu bestimmten Städten in US-Dollar, jedoch Essen, Busfahrten und einige Touren in Kyat. Ja, ein wenig kompliziert; vor allem wenn man nur ein bestimmtes Budget an US-Dollar hat. Geldautomaten gibt es hier nämlich (noch) nicht.

Der Tausch klappte bei einem anderen Hotel zu einem annehmbaren Kurs und so machten wir uns zu unserem Treffpunkt mit dem französischen Pärchen auf. Da sie etwas zu spät kamen, nutzten wir die Gelegenheit uns auf dem bekanntesten und größten Markt Yangons umzuschauen. Da die beiden immer noch nicht zu sehen waren, gingen wir schließlich alleine zum Essen, wo wir die beiden wenig später schließlich auch trafen. Sie mussten noch ihre Inlandsflüge über unser gemeinsames Hotel buchen.
Nach dem Essen machten wir uns auf den Weg zu Myanmars berühmter Shwedagon-Pagode und kamen vorher noch bei der reflektierenden Sein Yaung Chi Pagode, sowie der Maha Wizaya Paya vorbei. Diese beiden waren schon wirklich schön anzusehen. Als wir jedoch vor der Shwedagon-Pagode standen, konnten wir kaum den Mund schließen. Sie glänzte wunderschön in der Sonne und war gigantisch groß!
Auch wenn solche Vergleiche hinken, kann man sie ohne weiteres auf eine Stufe mit dem Taj Mahal in Indien stellen.

Bei unserem Rundgang um die Pagode wurde Ricardo aufgrund seiner äußeren Erscheinung (Vollbart + Tuch auf dem Kopf) von einem Mönch angesprochen (inzwischen ist Ricardo das ja gewohnt, denn er wurde auf Bali und in Malaysia bereits mehrfach aufgrund seines Aussehens mit „Salam Alaikum“ angesprochen; Probleme durch die Flughafenkontrolle zu kommen hatten wir jedoch bis jetzt zum Glück nicht!), der wissen wollte, wo er herkommt. Aus Deutschland. Deutschland? Das konnte er kaum glauben! Sie kamen ins Gespräch und der Mönch bat uns an uns rumzuführen. Eine Führung aus erster Hand?! Besser kann es ja nicht sein! So erzählte er uns allerhand zur Pagode, den vielen Nebengebäuden, der großen Glocke, den verschieden Buddha-Statuen und zeigte uns die Fußabdrücke von Buddha, die mit Wasser gefüllt sind. Er erklärte uns, dass man die kleinen Becher nehmen kann, um sie drei Mal über den Kopf der darüber angebrachten kleinen Buddha-Statue zu gießen, um sich das Wasser anschließend selbst auf den Kopf, das Herz und die Arme zu tröpfeln. Das soll ganz viel Glück bringen! Gesagt, getan!

Es wurde schon dunkel und der Mönch zeigte uns dann noch die besten Positionen (abseits der Touristen), um die verschiedenen Farben auf der Spitze der Pagode sehen zu können. Dabei handelt es sich um Edelsteine, die je nach Standpunkt rot, gelb, grün oder blau aufleuchten. Die Pagode ist übrigens 2500 Jahre alt, 98 m hoch und seine Spitze zieren mehr als 5000 Diamanten und weitere Edelsteine.

Danach unterhielten wir uns noch ein wenig über sein und unser Leben und er erzählte uns von seinem (für uns wirklich harten) Tagesablauf, sowie seinem Plan als „Lehrer“ durch ganz Myanmar zu pilgern. Wir gaben ihm noch eine kleine Spende und wünschten ihm alles Gute für seine Reise.

Danach teilten wir uns zu viert ein Taxi zum Hotel und als wir gerade losfahren wollten, liefen zwei Männer hinter uns her und riefen irgendetwas wie „Bet, Bet“!?! Was für ne Wette? Schließlich verstanden wir „Bag, Bag“ und es stellte sich heraus, dass Pierre (der Franzose) seinen Rucksack samt Fotoapparat, Visakarte etc. auf der Treppe der Pagode vergessen hatte. Welch Glück! In den meisten Ländern – vor allem mit den Lebensumständen – hätte er die Tasche wohl nie wieder gesehen.

Wir fielen hundemüde ins Bett und machten uns nach einem üppigen Frühstück auf zum Bahnhof, um ein Ticket für den Nachtzug um 17 Uhr desselben Tages (16 Stunden Fahrtzeit) nach Mandalay zu kaufen! Mit je 33 US-Dollar weniger in der Tasche verließen wir den Bahnhof.
Wir hatten noch genug Zeit, um den im LP beschriebenen Rundgang durch Yangon zu machen und sahen uns so noch die Sehenswürdigkeiten an, tauschten Dollar und kauften reichlich Lebensmittel für die Fahrt ein. Kurz vor Ende unseres Rundganges machten wir spontan beim Handleser halt. Zu unserer Überraschung war tatsächlich vieles richtig was er aus unserer Hand „las“. Ach ja: Hanna gebärt übrigens mit 35 Jahren einen Jungen!!!

Wenig später ging es in den Zug nach Mandalay. Wir hatten zuerst ein gutes (besser als gedachtes) Abteil mit zwei Betten, welches jedoch so groß wie eine Sardinenbüchse war. Wir konnten uns nicht einmal mit dem Rucksack auf dem Rücken drehen! Also fragten wir höflich nach einem größeren Abteil und bekamen es ohne jegliche Diskussionen. Wirklich nett!
Die Zugfahrt war nicht mehr so nett. Mal ruckelte und zuckelte es wie bei einem Pferderennen, um dann nach links und rechts zu wippen wie auf einem Boot mit zu hohem Wellengang! Wir wurden glücklicherweise vorgewarnt, sonst hätten wir uns wieder einmal Sorgen gemacht. Wir schafften es tatsächlich irgendwie noch 3-4 Stunden zu schlafen, wurden aber hin und wieder förmlich aus den (Liege-)Sitzen gerissen!

In Mandalay angekommen hatten wir Glück mit unserem Hotel. Schöne, große, saubere Zimmer mit Ventilator und Klimaanlage, sowie eigenem Bad mit Warmwasser und Glotze mit einem deutschen Sender namens „Deutsche Welle“ (wir schauten einmal abends ein paar Dokus und diese Zoogeschichten…)
Wir kämpften gegen den Drang an erst einmal eine Runde zu schlafen und machten uns sogleich auf den Weg zu den Tempeln und Klöstern in Mandalays Norden. Danach noch schnell etwas Gutes, Günstiges essen im Restaurant „Lashio Lay“, welches direkt um die Ecke von unserem Hotel lag. Das „Lashio Lay“ sah uns die nächsten Tage noch öfter… Danach haben wir nur noch die bereits erwähnte „Deutsche Welle“ für das Heimatgefühl angemacht und sind alsbald eingeschlafen.

Auch am nächsten Tag hatten wir ein volles Programm: Es ging per „Mietfahrer“ nach Amarapura, Inwa und Sagaing. Am Abend zuvor hatten wir noch einen super netten älteren Inder, der in Kenia geboren wurde und mit 20 Jahren nach London auswanderte, kennengelernt, der sich auch mit seiner Frau (Britin/Inderin/Tansanierin) die Umgebung anschauen wollte und so beschlossen wir, das Geld für den Fahrer (25000 Kyat = ca. 23 €) zu teilen. In Amarapura liefen wir über die 200 Jahre alte und mit 1,2 km Länge, längste Teakholzbrücke der Welt. Nach Inwa ging es mittels einer kurzen Bootsfahrt und anschließendem Pferdekarrengekutsche zu weiteren Tempeln, Klöstern und Türmen und in Sagaing erklommen wir etwa 380 Stufen, um einen wunderschönen Ausblick über die Stadt zu genießen, sowie eine weitere Pagode samt großem Buddha zu bestaunen.

Wir unterhielten uns den gesamten Tag super mit unseren Mitfahrern und sie luden uns gleich zu sich nach London ein! Sie haben gerne und oft „volles Haus“ und da London ja nicht allzu weit weg von Hamburg ist, können wir das in ein paar Monaten sicher mal ins Auge fassen.

Am Abend buchten wir dann noch die Bustickets für unsere nächste Station Bagan. Wieder einmal warten 9 Stunden Busfahrt auf uns…