Konglor Cave, Tha Khaek & Savannakhet, Laos

16. November

Unser Weg zu der Konglor Höhle führte uns erst einmal zurück in die Hauptstadt Vientiane, wo wir eine Nacht verbringen mussten, bevor wir am nächsten Morgen die 7-stündige Fahrt antraten.

Zu der Höhle kann man mittlerweile direkt durchfahren und mangels Alternative nahmen wir den local Bus und befürchteten schon eingepfercht zwischen Hühnern, getrocknetem Fisch und jeder Menge Kartons sitzen zu müssen. Der Bus entpuppte sich jedoch als reiner Touristenbus mit entsprechendem Komfort. Hier trafen wir auch Katharina und Daniel wieder, die auch auf großer Reise sind und ebenfalls in Vang Vieng krank wurden.

Wir wurden direkt in dem Dorf Konglor bei einem Eco-Guesthouse rausgelassen und dachten kurz aus Skepsis daran, (wie einige andere auch) etwas anderes zu suchen. Ricardo schnappte sich aber gleich beim Aussteigen die letzten zwei verbliebenen Schlüssel und nach kurzem Zimmercheck wussten wir, dass es die richtige Entscheidung war. Es kostete lediglich 6 €, war nagelneu, mit eigenem Bad und umweltfreundlich noch dazu! Licht gab es nämlich nur nach Einbruch der Dunkelheit. Das Dorf ist noch ziemlich Touristenfrei und es gibt nur wenige Hostels und Restaurants. Beim Abendessen lernten wir Fabian und Melli kenne, die mit dem Fahrrad durch Südostasien reisen. Geiles Ding!

Wir aßen, nach dem sie uns den Tipp gaben, ein Weltklasse Fried Red Curry mit sticky Rice. Man hat zwar bei dem Reis, aufgrund der Tatsache das er so klebt – sticky eben -, das Gefühl, das da jede Menge übrig gebliebener Reis von anderen Voressern drin steckt, die diese Monsterportionen auch nicht geschafft hatten; lecker war es aber allemal.

Am nächsten Morgen ging es gemeinsam mit Katharina und Daniel zur Höhle, welche im Phu-Hin-Bun-Nationalpark liegt. Das Gebiet ist ca. 1580 qkm groß und es sollen hier noch einige Elefanten und Tiger leben, die aber schwerer zu finden sind als ein 6er im Lotto. Wir haben leider auch außer einem Tiger, der gerade dabei war einem Touristen aufgrund seines Modestils, welcher aus langen weißen Socken in Sandalen und kurzer Hose bestand, die Klamotten vom Leib zu reißen, nichts gesehen!

Mit Schwimmwesten ausgestattet ging es dann, je zu zweit in einem Boot, in die Höhle hinein. Diese wurde nämlich im Laufe von Millionen von Jahren von einem Fluss unterspült, so dass man fast die gesamten 7,5 km durch die Höhle fahren kann. Lediglich mit Taschen- und Stirnlampe bestückt ging es hinein. Es drang an keiner Stelle Tageslicht durch die Wände und außer der Scheinwerfer der Guides war es stockdunkel. Der Fahrer manövrierte aber gekonnt durch die flacheren Stellen. Nach ein paar Kilometern ging es dann zu der einzig beleuchteten Stelle in der Höhle, wo wir uns jede Mengen Stalagniten und Stalagtiten anschauen konnten. Uns begegnete noch ein spinnenartiges Wesen und man kann sich gar nicht ausmalen, was für Kreaturen da noch in der Dunkelheit leben. Am Ende der Höhle angekommen machten wir eine kleine Pause und fuhren wieder durch die selbige zurück. Auch wenn wir schon die ein oder andere Höhle auf unseren Reisen gesehen haben, war diese besonders spektakulär und auch ein wenig spooky.

Den nächsten Tag ging es dann, hinten auf der Bank eines Pick-Ups, in 5 Stunden nach Tha Khaek. Komfort sieht anders aus, aber Busse fahren von den Höhlen aus einfach (noch) nicht. Wir machten vorher noch kurz bei einem absolut schönen Aussichtspunkt halt und genossen die Sicht über den Nationalpark.

Wir kamen abends an und waren froh noch ein Zimmer in der beliebten Tha Khaek Travel Lodge bekommen zu haben. In Tha Khaek ist außer den langsam verwitterten alten französischen Villen am Mekong nicht viel zu sehen und so beschlossen wir nach einer Nacht weiter nach Savannakhet zu fahren.

Die Fahrt dauerte nur 2,5 Stunden und wir machten uns sogleich auf Erkundungstour. Hier ist nicht gerade viel los. Es gibt nur wenige Restaurants und einige Cafés aus dem LP waren schon nicht mehr in Betrieb. Außer ein paar wenigen Touristen die aus oder nach Vietnam kommen/wollen, oder eben nach Si Phan Don, war man fast für sich. In Savannakhet wurden Überreste von Dinosauriern gefunden; aber das Dinosauriermuseum hatte um diese Uhrzeit leider schon geschlossen. Wir gingen noch ein wenig am Mekong entlang und konnten auf der anderen Seite des Flusses auf die thailändische Seite schauen. Da wir weiter nach Vietnam wollten, gingen wir noch im Zentrum Proviant einkaufen. Hanna fühlte sich aber auf einmal gar nicht mehr gut und so traten wir den Rückweg in das Hostel an.

In der Nacht bekam sie dann starkes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost. Da es nach was Ernstem aussah, gingen wir am nächsten Morgen in das örtliche Krankenhaus. Hanna bekam nach dem Fiebermessen sofort eine Spritze gegen das Fieber und ihr wurde Blut abgenommen, um einen Malaria-Schnelltest zu machen. Zwei quälende Stunden später und der Test war glücklicherweise negativ! Dengue konnte jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden, da ein Test erst in zwei Tagen Aufschluss bringen konnte. Hanna wurde noch am selben Tag mit 37,8 Grad entlassen plus einer beträchtlichen Anzahl von Medikamenten. Aber kaum waren wir im Hostel, musste sie sich übergeben und das Fieber ging wieder auf 39,9 rauf! Da waren wir gerade wieder entspannter drauf und dann das! Sie nahm dann die fiebersenkenden Tabletten und nach 3 Stunden ging das Fieber langsam runter. Am nächsten Morgen war es fast weg und der Dengue-Schnelltest einen weiteren Tag später war auch negativ! An diesem Tag stattete eine ziemlich große und verdammt schnelle Spinne unserem Zimmer einen Besuch ab. Sie hat es leider nicht lebend verlassen dürfen.
Noch etwas schwach, aber stetig besser, konnte Hanna nach zwei Tagen wieder unter Menschen. So trafen wir in unserem Hostel noch Marcel und Janine, mit denen wir noch im bisher besten Café in Laos zum Abendessen gingen, sowie Nora und Marlena, die uns ein paar Tipps für Vietnam gaben.

Nach drei fieberfreien Tagen ging es dann per Sleeperbus um 9 Uhr Richtung Hue in Vietnam. Die Fahrt war trotz der insgesamt 10 Stunden recht angenehm. Das lag wohl auch an den ungewöhnlichen Schlafsesseln direkt am Boden.

In Dansavanh ging es raus aus dem Bus zwecks Ausstempelung für Laos. Auf der vietnamesischen Seite wurde bei uns beiden erst einmal Fieber gemessen! Glücklicherweise ohne erhöhte Temperatur. Zudem wurde Ricardo noch locker eine Minute von einem Grenzbeamten gemustert. Er musste auch noch auf einem Blankopapier seine Unterschrift zum Besten geben. Ja, ja, so ein zotteliger Bart kann schon hinderlich sein! Ein älterer Vietnamese wich während der Grenzkontrollen nicht von unserer Seite und blockte dankenswerter Weise einige Schlepper ab.
An der Grenze machten dann noch ein paar Mitfahrer Erinnerungsfotos von bzw. mit uns. Wir waren nämlich die einzigen Touris und somit wohl ein Foto wert.

Leider machten uns unsere Krankheiten und das Visum für Vietnam bzgl. Si Phan Don ganz im Süden von Laos einen Strich durch die Rechnung, so dass wir die zu erwartende relaxte Atmosphäre und die schöne Inselkette verpassen. Aber Hauptsache wir sind gesund!

Laos hat uns trotz alledem bisher mit am Besten gefallen. Die Leute waren sehr nett und hilfsbereit und die Landschaft wirklich schön!

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