Dambulla, Sigiriya, Anuradhapura, Wilpattu-NP & Negombo, Sri Lanka

15. März 2013
Leopard

Die Busfahrt nach Dambulla verläuft nicht ganz wie angenommen. Der Fahrer fährt irgendwann viel, viel zu schnell, so dass wir uns nach kurzer Überlegung irgendwo im nirgendwo rausschmeißen lassen, um nicht im Straßengraben zu landen.

Per Tuk-Tuk geht es weiter in den nächsten Ort und die Weiterfahrt kann ohne lange Verzögerung und Angstschweiß weiter gehen.

In Dambulla checken wir aufgrund des Tipps von Vera und Henning im „Healy“ ein und machen uns kurz danach auf in das 18 km südlich gelegene Sigiriya, um den berühmten Löwenfelsen zu besichtigen und zu besteigen. Da es schon etwas später ist als wir geplant hatten, gönnen wir uns statt Bus einen Tuk-Tuk-Fahrer für die Hin- und Rückfahrt, der uns am Eingang rauslässt und so lange auf uns wartet.

Der Löwenfelsen besteht aus Granit und ist über 200 m hoch. Damit überragt er die flache Ebene und bietet einen weiten Ausblick über die Umgebung. Seine pure Präsenz beeindruckt schon sehr.

Der Ursprung der Felsenfestung ist die Folge eines Familiendramas in Anuradhapura: Kassapa, Sohn des Königs Dhatusena, riss im Jahr 473 gemeinsam mit dem Militär, den Thron an sich und ließ anschließend seinen Vater ermorden, indem er ihn wohl lebendig einmauern ließ. Sein Halbbruder floh darauf und versuchte eine Allianz gegen Kassapa zu bilden. In Folge dessen errichtete Kassapa auf dem Felsen eine Festung und nannte diese, schier uneinnehmbare Festung, Simha Giri, was „Löwenberg“ bedeutet. Erst 491 gelang es seinem Halbbruder ihn zu vertreiben.

Auf halber Höhe geht es, eher zufällig, zu den auf den Fels bemalten Wolkenmädchen. Danach beginnt der etwas anstrengendere Teil, bis ganz hinauf auf den Felsen. Etliche Treppen später kommen wir oben an und sind vom Ausblick nicht gerade hingerissen. Aber hier gilt auch eher der Satz, der Weg ist das Ziel; und besonders anstrengend war der Aufstieg nun auch nicht. Lange bleiben wir nicht oben, denn wir hören schon das Grollen des aufziehenden Gewitters. Auf dem Weg hinunter sehen wir noch einen ziemlich giftigen Hundertfüßler, der entsprechend aggressiv reagiert, wenn man ihm zu nahe kommt. Die 30 USD p.P. für den Löwenfelsen fanden wir schon ein bisschen happig, Spaß gemacht, hat es trotzdem.

Auf dem Rückweg legen wir bei einsetzendem Regen einen Zwischenstopp in einem Gewürzgarten ein. In diesem befindet sich ebenfalls ein Ausbildungszentrum für Ayurvedische Massagen.

Der Regen wird heftiger und nach einem kleinen Rundgang, inklusive fachmännischer Erklärung der verschiedenen Gewürze, haben wir die Gelegenheit von zwei Auszubildenden eine kostenlose Ayurvedische Rückenmassage zu erhalten. Da sagen wir natürlich nicht nein! Dass die beiden erst im ersten von drei Lehrjahren sind, merken wir kaum und lassen uns ca. 10 Minuten als Testkaninchen verwöhnen.

Nach einem kleinen Trinkgeld kaufen wir noch ein paar Gewürze und lassen uns anschließend bei einem Friseur/Barbier in Dambulla raussetzen. Zwecks Einreise nach China, geht es Ricardos Bart hier an den Kragen! Der Barbier ist ein Meister seines Fachs und inklusive Gesichtsmassage kostet die Rasur gerade mal 1,50 €.

Danach gehen wir, auf Empfehlung unseres Fahrers, in ein Restaurant um die Ecke und werden nicht enttäuscht: Das leckerste Reis & Curry in einem Bananenblatt für gerade mal 1 €! Zu Fuß geht es zurück in unser Hostel, wo wir eine heiße Dusche nehmen und diese mit ein paar Fröschen teilen, die hier wirklich wohnen und sich nachts unter der Tür durquetschen, (nachdem sie erst einmal versuchen rüber zu springen) um sich etwas zu fressen zu suchen! Einer von ihnen schaffte es tatsächlich bis auf unser Moskitonetz zu springen!

Von Dambulla geht es weiter nach Anuradhapura. Diese Stadt war die erste Königsresidenz Sri Lankas und kann auf eine 1300 Jahre alte Geschichte zurückblicken. Wir nehmen einen Tuk-Tuk-Fahrer für den Tag und verzichten auf das teure Kombi-Ticket. Wir schauen uns viele Tempel, die nur noch aus Ruinen bestehende Königszitadelle, die ein oder andere Dagoba, sowie den König der Bäume, den über 2300 Jahre alten „Jaya Sri Maha Bodhi-Baum“ an. Dachten wir auf einen wahren Koloss zu stoßen, ist dieser alte Baum eher dünn und knochig und wird von mehreren goldenen Stützen getragen.

Die netten Besitzer des Hotel „Lake View“ können uns von Anuradhapura leider keine günstige Tour in den 30 km östlich gelegenen Wilpattu-Nationalpark organisieren, so dass wir den Ausflug dorthin selbst organisieren. Wir lassen uns von einem Tuk-Tuk-Fahrer zu einem vereinbarten Festpreis um 5 Uhr morgens von unserem Hotel abholen. Leider hat er keine Lust mehr zu dem vereinbarten Preis zu fahren und fordert gleich mal das Dreifache! Da wir um diese Zeit keinen anderen Fahrer organisieren können und die Zeit drängt, einigen wir uns auf das Doppelte und verfluchen ihn still!

Bei all der Hektik nimmt Ricardo auch noch den Zimmerschlüssel des Hotels versehentlich mit. Bei einer Kreuzung in Parknähe werden wir von unserem Fahrer abgeholt und einen Guide kriegen wir auch noch. Ricardo gibt den Schlüssel bei der Parkbehörde ab, da früher oder später andere Besucher aus Anuradhapura den Nationalpark besuchen und den Schlüssel evtl. mitnehmen können.

Der Wilpattu-NP ist 1317 qkm der größte in Sri Lanka und war auf Grund des Bürgerkrieges lange für Besucher gesperrt. Erst seit ein paar Jahren ist er wieder für Besucher zugänglich. In ihm gibt es über 40 Seen, so dass er sich gut zur Tierbeobachtung eignet. Wir merken schnell, dass wir nicht mit Autogedränge wie im Yala-NP zu rechnen haben, da nicht viele andere Touristen hier sind. Unseren Jeep müssen wir auch mit niemandem teilen (die Kosten aber leider auch nicht).

Auch hier sehen wir viele Vögel, Hirsche, einen Schakal, Warane und einen männlichen Elefanten, der genüsslich im See spaziert und sich ordentlich satt frisst. Elefanten sieht man in diesem Park nicht allzu häufig und wir sind mit dem Gesehenen schon zufrieden. Da wir allerdings den Leoparden im Yala zu kurz gesehen hatten, ruhten unsere letzten Hoffnungen auf eine Sichtung in diesen Park. Gerade als wir uns mit unserem Guide über Deutschland unterhalten, taucht genau neben uns ein männlicher Leopard auf! Hä? Wie jetzt? Das Hirn kann noch nicht folgen und das Tier läuft den kleinen Weg lang von dem wir gekommen sind. Der Fahrer dreht um und den Leoparden kümmert es glücklicherweise nicht weiter, so dass wir ihm im angemessenen Abstand einfach hinterher fahren.

Wie perfekt ist das denn wieder!? Nur wir und der Leopard! Als ob das nicht reicht, legt er sich auch noch neben den Weg und betreibt ausgiebig Körperpflege! Laut Fotoapparat verbringen wir ganze 34 Minuten mit ihm! Auch für den Fahrer und unseren Guide ist dies kein alltäglicher Anblick. Beide waren im Übrigen sehr professionell und bemüht. Der Guide war ein wahres Adlerauge und der Fahrer ist einmal extra zurückgefahren, um eine achtlos weggeworfene Plastikflasche aufzusammeln! Ein gutes Trinkgeld geben wir ihnen daher sehr gerne.

Nach der 5-stündigen Traumsafari essen wir eine Kleinigkeit. Da wir nach der Tour und dem Trinkgeld leider nicht mehr genug Geld haben und kein Geldautomat in der Nähe ist, reicht es nur noch zu einer Portion gebratenen Reis für uns beide zusammen, da wir die Weiterfahrt ja auch noch bezahlen müssen.

Der Restaurantbesitzer kriegt unser kleines Geldproblem mit und spendiert uns kurzerhand zwei frisch gepresste Säfte, sowie zwei riesige Portionen von dem Reis. Wir wissen gar nicht wie uns geschieht und bedanken uns herzlich bei ihm. Wo noch bekommt man so viel Herzlichkeit entgegen gebracht?

Eine Busfahrt, eine Zugfahrt, sowie etliche Stunden später, kommen wir abends und ziemlich müde an unserer letzten Station in Sri Lanka, in Negombo, an. Wir checken im „Silver Sands“ ein, gehen Essen und ab ins Bett. Die restlichen zwei Tage verbringen wir damit, den Fischern mit ihren Auslegerkanus (Oruwa) zuzugucken, am Strand abzuhängen, Curd und Reis & Curry zu verspeisen, oder einfach dieses schöne Hotel zu genießen.

Der Rückflug war leider turbulent und wir sind froh, als wir nach 3 Std. wieder in Bangkok landen. Da Ricardo das Schweizer Taschenmesser auf dem Hinflug im Handgepäck vergessen hatte, holen wir es von einem Buchshop, die das Messer widerwillig aufbewahrten, wieder ab und machen uns ein letztes Mal auf in die Rambuttri und zu unserem Hotel, dem „Lamphu House“.

Nach einer Übernachtung verabschieden wir uns aus Thailand und Südostasien und fliegen nach Hong Kong.
Alles in allem war Sri Lanka ein absoluter Traum: sehr freundliche, neugierige Menschen, schöne und einsame Strände, eine atemberaubende Landschaft und Tierwelt!

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Tissamaharama, Yala NP, Ella & Kandy, Sri Lanka

11. März 2013
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Am nächsten Morgen geht es Richtung Yala Nationalpark, genauer gesagt nach Tissa. Dies ist der Ausgangsort für die Safaris dorthin.
Unser sri-lankanischer Hostel-Vater spricht fließend deutsch und holt uns auch pünktlich in der Nähe des Busbahnhofes ab.
Nicht mehr so deutsch ist, dass er doch kein Zimmer für uns in seinem Guesthouse übrig hat, obwohl wir vor 4 Tagen reserviert hatten. Er bringt uns zu einem anderen Hostel in der Nähe. Das Ganze schmeckt uns überhaupt nicht, da wir aber gleich schon auf Safari wollen, willigen wir ein. Wir laden unsere Sachen ab und fahren mit ihm in sein Guesthouse. Dort essen wir kurz etwas und lassen unsere Schmutzwäsche bei seiner Frau waschen.

Um 13 Uhr geht es los und auf die ersten Tiere müssen wir nicht lange warten: Wasserbüffel, Storche, Affen, Mungos, Wildschweine, Axishirsche, Warane, Reiher, Pfaue, Elefanten, Krokodile, Papageien, Enten, verschiedene Greifvögel und bevor wir eine kleine Pause einlegen, sehen wir als absolutes und rares Highlight, zwei Lippenbären, die man nur äußerst selten zu Gesicht bekommt. Noch dazu eine Mutter mit ihrem Jungen!

Der Park ist aufgrund seiner Artenvielfalt immer gut besucht und es kam in der Vergangenheit leider zweimal vor, dass irgendwelche verrückten Fahrer zwei Leoparden versehentlich überfuhren!

Kurz bevor wir den landschaftlich absolut schönsten Nationalpark, in dem wir je waren, verlassen, läuft uns auch noch ein Leopard über den Weg! Außer unserem Jeep war nur noch ein weiterer da, so dass keiner dem Tier zu nahe auf die Pelle rückt. Mehr kann man hier wirklich nicht sehen! Wir sind natürlich vollkommen zufrieden und treten den Rückweg an. Nach einem kleinen Abendessen geht es zurück ins Hostel und nach einer wohltuenden Dusche legen wir uns in die Federn.

Am nächsten Tag holen wir unsere Wäsche ab, frühstücken kurz und stellen fest, dass sie uns nichts für das Waschen berechnen. Die Frau des Guesthouse-Besitzers hatte wohl einfach ein schlechtes Gewissen! Und weniger für das Essen zahlen wir auch noch.

Per Bus geht es in die Teeregion Ella. Es gefällt uns auf Anhieb: sehr übersichtlich, gute Essensmöglichkeiten, ein paar Backpacker und ein schönes Zimmer im „Rawana Holiday Resort“ haben wir auch. Und angenehm kühl ist es obendrein.
Wir bestellen für den Abend Reis & Curry, denn dafür ist dieses Hotel besonders bekannt.
Ansonsten gehen wir nur nach unten zum Curd-Shop und lassen uns Curd (Büffeljoghurt) mit Früchten und Honig, sowie Kotthu-Roti (einer äußerst leckeren zerhackten Rotiart mit Gemüse) schmecken! Dazu trinken wir den heimischen Ceylon-Tee. Der Curd-Shop wird uns von da an, in den zwei Tagen, die wir hier verbringen, noch 6 Mal sehen.

Wir lassen uns bei einer schönen Rückenmassage verwöhnen und um 19.30 Uhr geht es dann zum Abendessen. Wir sind wirklich begeistert! Viele kleine Schalen mit lauter leckeren Spezialitäten!

Tags darauf geht es, vorbei an Teeplantagen, auf den „Little Adam´s Peak“. Die Aussicht ist die kleine Anstrengung allemal wert. Wir blicken auf den Wasserfall, sowie lauter grüner Hügel und Teeplantagen.

Auf dem Weg nach unten kauft Hanna einem fliegenden Händler noch ein Armband bestehend aus Samen und Naturfasern ab. Wir decken uns mit frischem Ceylon-Tee ein und treten am nächsten Morgen die 10-stündige Zugfahrt nach Kandy an.

Die Zugfahrt entpuppt sich als ein wahres Highlight, sieht man doch unterwegs die unterschiedlichsten Landschaften vorüberziehen.

Kandy empfängt uns im Regen und wir entscheiden uns für ein Guesthouse im Kolonialstil, das direkt im Zentrum liegt. In unserem Zeitplan ist für Kandy nämlich nur ein halber Tag Zeit. Das Guesthouse ist zwar alt, hat dafür aber viel Flair. Wir laden nur unsere Sachen ab und machen uns auf die Suche nach leckerem Essen. Fündig werden wir in einem indischen Restaurant und stärken uns mit Dhal, Puri und Roti. Eins der besten Essen auf der Reise!

Weiter geht es zum Zahntempel. Hier liegt ein Backenzahn Buddhas, den man selbst zwar nicht sehen kann, sondern lediglich das hübsch verzierte Gefäß, in dem er sich befindet. Wir schauen uns noch die anderen Hindu-Tempel auf dem Gelände an und gehen kurz zu dem kleinen See, der sich mitten in Kandy befindet.

Müde vom langen Tag kommen wir in unserem Zimmer an und gucken zur Entspannung ein paar Folgen King of Queens. Dies stellt sich als gute Idee heraus, denn gerade als wir uns zum Duschen aufraffen wollen, entdecken wir doch tatsächlich eine Bettwanze, die sich uns heimlich genähert hat. Danach sehen wir noch eine Zweite, springen vom Bett und verlassen fluchtartig das Zimmer. Das Bettwanzenproblem in diesem Zimmer war dem Hotel nicht unbekannt, doch sie dachten, das Problem in den Griff bekommen zu haben. Sei es drum, wir mussten gegen 22 Uhr also noch einmal das Hotel wechseln.

Dieses war zwar dann Wanzen-, nicht aber Ameisenfrei. Die Nacht verlief jedoch ok; nur beim Frühstück wollten doch tatsächlich ein paar wilde Affen unser Essen klauen. Sie ergatterten zum Glück nur die Marmelade.

Mirissa, Weligama & Tangalle, Sri Lanka

07. März 2013
ein Blauwal

Weiter geht es für uns nach Mirissa. Diesmal ist es etwas schwieriger mit dem Transport, weil uns kein Bus mitnehmen will. Das Problem ist nämlich unser Gepäck. Wir erklären zwar, dass wir für unsere Rucksäcke einen extra Sitzplatz zahlen, aber das hilft nichts. Endlich hält ein Minibus (sogar mit Klimaanlage) und so kann die Fahrt weitergehen.
In Mirissa angekommen sucht Hanna mit den Rucksäcken Schutz im Schatten, während Ricardo die Unterkünfte abklappert. Der Gewinner ist das „Longwave Rest“. Das Zimmer ist zwar nichts Besonderes, aber die Familie sehr nett und die Atmosphäre entspannt. Und es liegt direkt am Strand mit ein paar Liegen und Sonnenschirmen.

Wir laufen ein wenig herum und fühlen uns in diesem kleinen Ort sofort pudelwohl! Lecker Rice & Curry gibt es hier für 1 € (Hanna muss die Zähne zusammenkneifen, um die Schärfe zu ertragen), dazu bestellen wir Roti gefüllt mit Kartoffeln und auch unserer neuen Milo-Sucht können wir hier frönen.

Danach geht es ab ins Wasser und an den schönen Strand. Den richtigen Badespaß gibt es durch die Wellen, die ein paar Meter vor uns brechen, aber noch genug Kraft haben uns bis ans Ufer zu spülen.

Für den nächsten Tag buchen wir von unserem Guesthouse aus eine Whale-Watching Tour für 6000 LKR, ca. 37 €, und somit super günstig für Touren dieser Art. Hier soll es, saisonbedingt, tatsächlich möglich sein, das größte Lebewesen, das je auf diesem Planeten gelebt hat, zu beobachten: Den Blauwal! Selbst auf Pottwale können wir laut Aussage des Hostelbesitzers hoffen!?

Wir sind skeptisch und neugierig zugleich…

Am nächsten Tag geht es um 7 Uhr auf zum Hafen und weiter auf das Boot welches uns weit raus ins offene Meer bringt. Nach einer Stunde sehen wir eine große Schule Delphine, die vor unserem Boot auf und ab springen. Ein ganz guter Anfang, aber wir sind natürlich wegen den ganz großen Tieren hier.

Die Fahrt geht weiter und die Crew erkennt in weiter Entfernung einen Blauwal und steuert darauf zu. Alle anderen erkennen nur viel blau, aber keinen Wal. Als wir an der Stelle sind, sehen wir noch wie der Wal sich in eine andere Richtung entfernt, können ihn aber noch gut erkennen und seine Größe kaum glauben! Er hat aber schnell einen großen Vorsprung und schwimmt doch um einiges schneller als man das annehmen würde. Der Kapitän entscheidet sich dafür ihm nicht zu folgen, was sich als Glücksgriff rausstellt! Schon einige Minuten später tauchen rechts vom Boot zwei weitere Blauwale auf, die gerade weniger aktiv sind, so dass wir genügend Zeit haben eine Maulsperre zu bekommen, kriegen wir bei dem Anblick doch den Mund nicht mehr zu! Ein absoluter Traum von Ricardo geht in Erfüllung und auch Hanna trägt ein breites Grinsen, ob dieses Anblickes auf ihrem Gesicht. Das Boot wirkt auf einmal ziemlich klein! Nach ca. 45 Minuten verlassen wir die beiden Kolosse, da der Kapitän die Position von ca. 12 Pottwalen gefunkt bekommen hat. Wie bitte? Die wirklich auch noch!?

Die Fahrt geht gegen die Wellen und so schaukelt das Boot mächtig auf und ab. Doch es lohnt sich. Links vom Boot fliegen förmlich dutzende Pottwale durch das Wasser. Was für ein Spektakel! Als ob das nicht genug wäre sind ein paar Meter dahinter mindestens weitere 15 Tiere. Sie sind fast schneller als die Boote und geben ein beeindruckendes Bild ab. Einfach atemberaubend!

Was für ein unglaublicher Tag! Wir bekamen tatsächlich über 50 Delphine, 3 Blauwale und ca. 30 Pottwale zu Gesicht. So viel Glück ist wirklich kaum zu fassen! Noch dazu war die Crew sehr bemüht im Wale sichten und sehr professionell. Sie haben die Tiere nicht verfolgt oder bedrängt.

Strahlend lassen wir den Tag bei einem Lion-Bier am Strand ausklingen.

Am nächsten Tag geht es für ein paar Stunden in den Nachbarort Weligama. Wir hatten dort im Vorbeifahren die bekannten Stelzenfischer gesehen und wollten noch ein paar Fotos von ihnen machen. Leider waren keine zu sehen und so halfen wir ein paar Fischern dabei ihr „Tonnenschweres“ Boot vom Strand ins Wasser zu hieven. Sie bedankten sich und wollten uns gar zurück nach Mirissa bringen! Wir lehnten dankend ab und schauten uns noch Weligama an.

Nach 3 Nächten verlassen wir Mirissa und machen uns auf nach Tangalle.

Der Strand hier ist fast menschenleer und man kann kilometerweite Spaziergänge machen. Wir beschränken uns auf ca. einen Kilometer, nachdem wir uns vorher kurz im Wasser abgekühlt haben. Die Strömung und die Wellen hier laden einen nicht unbedingt dazu ein, lange im Wasser zu verweilen. Unser Zimmer im „Blue Note Guesthouse“ ist einigermaßen okay und wir sprechen den Besitzer nach den Meeresschildkröten an, die im Nachbarort Rekawa gerade zur nächtlichen Eiablage anzutreffen sind.

Für 1000 LKR kann man, geführt durch Mitarbeiter des Meeresschildkröten Schutzzentrums von Rekawa, gegen 20 Uhr abends den Versuch unternehmen, die Tiere bei der Eiablage zu beobachten.

Normalerweise braucht man ein paar Stunden Geduld, um überhaupt Schildkröten zu entdecken. Wir mal wieder nicht. Kaum sind wir am Strand sehen wir die erste große Schildkröte, die gerade unverrichteter Dinge zurück ins Meer geht. Keine halbe Stunde später können wir dann tatsächlich eine grüne Meeresschildkröte bei der Eiablage beobachten. In ca. 45 Minuten kommen an die hundert Eier in ihre Kuhle gepurzelt, während das Tier selbst in einer Art Trance verfällt und ihre Umgebung so nicht mehr direkt wahrnimmt. So können wir in aller Ruhe Fotos machen und zugucken! Die Guides machen auch hier wieder ihre Sache gut und verbieten Blitzlicht und eigene Taschenlampen. Als die Schildkröte zum Ende kommt, müssen wir gehen, um sie nicht weiter zu stören. Ein weiteres wirklich schönes tierisches Erlebnis! Einmal mehr geht es mit einem Lächeln ins Bett!

Hikkaduwa, Unawatuna & Galle, Sri Lanka

02. März 2013

Sonnenuntergang in Unawatuna

Sonnenuntergang in Unawatuna

Der Hinflug mit Sri Lanka Airways war sehr angenehm und es gab seit langer Zeit mal wieder Essen und gute Bordunterhaltung.

Der Flughafen befindet sich gute 1,5 Std. außerhalb Colombos, in der Nähe von Negombo. Die Imigration und Gepäckabholung dauert gefühlte 2 Minuten und nachdem wir Geld und eine Telefonkarte besorgt haben, sitzen wir auch schon mit einem israelischen Mitreisenden im Taxi. Das Wetter ist mit 32 Grad super. Wir lassen uns am Bahnhof von Colombo absetzen und besorgen uns Tickets für die Weiterfahrt nach Hikkaduwa per Zug. Die knapp 2-stündige Wartezeit werden wir von Nihal unterhalten, der uns neugierig ansprach. Unseretwegen verpasst er sogar seinen Zug, um sich länger mit uns zu unterhalten.

Zwei Stunden später kommen wir in Hikkaduwa an, nachdem wir die Zugfahrt auf unseren Rucksäcken sitzend verbringen mussten. Inzwischen regnet es wie aus Eimern und wir klappern mit einem TukTuk ein paar Unterkünfte ab. Letztendlich entscheiden wir uns für das Harmony Guesthouse, das sich als gute Wahl herausstellt. Viel ruhiger als die anderen Unterkünfte befindet es sich fast am Ende, wo der Strand noch schön breit ist. Die Wellen hier sind nicht ohne und brechen an ziemlich flachen Stellen, sodass Hanna auch mal ihren Bikini zusammensuchen muss. Wir genießen die Tage bei abwechslungsreichem Wetter; mal sonnig und heiß, dann wieder Regenschauer. Wir machen nicht viel, außer uns zu entspannen, den Surfern zuzugucken, zu lesen und durch den Ort zu laufen. Die drei Nächte vergehen leider viel zu schnell, da aber schon der nächste Strandort wartet, geht es für uns mit dem Bus weiter nach Unawatuna.

Hier gefällt es uns, trotz einer schönen Bucht, auf den ersten Blick nicht so gut. Zu viele Pauschaltouristen. Das merkt man auch an den Preisen. Sowohl bei den Unterkünften, als auch beim Essen. Hätten wir nicht zwei Nächte im Voraus bezahlt, wären wir nach einer Nacht wieder weitergedüst. Aber so machen wir das Beste daraus und legen uns erst einmal an den Strand. Hier trinken wir auch das erste Mal Milo in großen Mengen. Der Kakao hilft gut gegen die Schärfe und schmeckt gekühlt zu lecker, als das wir auf etwas anderes zurückgreifen wollen.

Später entdecken wir dann voller Ekel, dass die eine Wand in unserem Zimmer mächtig schimmelt. Aber weder der deutsche Besitzer noch der Manager sind vor Ort, um das Problem zu beheben. Nach langen Diskussionen mit dem Personal einigen wir uns darauf, eine Nacht dort zu verbringen und für die Nächste in ein besseres Zimmer zu ziehen.

Am nächsten Tag machen wir einen Tagesausflug in das ca. 6 km entfernte Galle, ein Unesco-Weltkulturerbe. Nachdem wir uns noch einen Tempel und eine Kirche angeguckt haben, begeben wir uns Richtung Fort. Waren bis jetzt alle Sri Lankaner besonders freundlich und hilfsbereit, fallen wir diesmal (ein wenig) auf eine Abzocke herein. Abgekürzt: Wir merken es gerade noch rechtzeitig, sind nur 2,50 € ärmer und können ein nettes deutsches Mädel, namens Rebecca, vor dem Abzocker retten, der schnell reißaus nimmt, als er uns wiedersieht. Da Rebecca und wir das gleiche Ziel haben, machen wir uns gemeinsam auf den Weg und erkunden das alte Fort. Ein paar Stunden laufen wir auf dem Gelände herum, stärken uns im India Hut (leider nicht mit Rotis; die gibt´s dort erst abends) und haben die ganze Zeit Glück mit dem Wetter. Es war ein netter Tag, aber umgehauen hat uns das Fort nicht. Es geht zurück nach Unawatuna, wo das kühle Nass schon auf uns wartet. Und zu unserer Überraschung gibt es noch einen Cocktail vom Hotel für die Unannehmlichkeiten. Ende gut, alles gut!