Hue & Hanoi, Vietnam

23. November
Ho-Chi-Minh-Komplex

Hue, die ehemalige Kaiserstadt Vietnams, gefiel uns auf Anhieb. Vom Bus aus konnten wir schon einen Blick auf die in abwechselnden Farben beleuchtete Trang-Tien-Brücke werfen. Trägt nicht gerade zum Stromsparen bei, sieht aber schön aus.

Wir checkten im Amigo Hotel ein, waren sofort von der guten Ausstattung des Zimmers begeistert und drehten unsere erste kleine Runde, aßen etwas und fielen dann müde ins Bett.

Den nächsten Tag ließen wir uns spontan den Song Huong (Parfümfluss) runterschippern, nachdem wir mit einer Frau, die auf diesem Boot mit ihrem Mann und drei Kindern lebt, einen vernünftigen Preis ausgehandelt hatten. Eigentlich wollten wir den Ausblick genießen, doch die Bootsfrau versuchte uns leider erst einmal ihre diversen Souvenirs anzudrehen. Nachdem sie nicht wirklich nachlassen wollte, kauften wir zwei teure Postkarten. Danach konnten wir die Fahrt endlich genießen.

Wir fuhren zu der achteckigen Thien-Mu-Pagode, welche 1601 gebaut wurde und zu den bekanntesten Bauten Vietnams gehört. Hinter der Pagode liegt noch ein Hof mit Teich und schönem Garten zum relaxen. Hier lebte auch der Mönch Thich Quang Duc, der sich 1963 verbrannte, um gegen die Politik des Präsidenten zu demonstrieren. Unserer Generation ist er wohl vom Cover des 1990er Albums von Rage Against The Machine bekannt. Zu sehen war eine Gedenktafel, das bekannte Foto vom Albumcover sowie der Wagen, neben dem er sich anzündete.

Danach schipperten wir zur Zitadelle, die während des Vietnamkriegs heftig beschossen wurde und schauten uns die ehemalige Kaiserstadt und die Verbotene Purpurstadt an. Damals waren die einzigen Männer, welche die Purpurstadt betreten durften, Eunuchen, da diese nicht über des Kaisers viele Frauen herfallen konnten.

Eigentlich wollten wir nur zwei Tage in Hue bleiben und dann weiter nach Hanoi fahren, aber leider hatte Hanna starke migräneartige Kopfschmerzen plus Fieber und sie war nicht mal annährend transportfähig, so dass wir noch einen weiteren Tag in Hue bleiben mussten, bis es ihr wieder besser ging. Die Mitarbeiter unseres Hotels waren total nett und hilfsbereit und stornierten unser schon teuer gekauftes Zugticket und buchten es um. Wir mussten lediglich 25% Stornokosten zahlen und hatten somit noch Glück. Zudem buchten Sie uns noch im wirklich empfehlenswerten Advisor Hotel ein Zimmer, so dass wir uns eine Auswahl der einzelnen Hotels sparen konnten.

Die Zugfahrt nach Hanoi verbrachten wir 12 Stunden im normalen Soft-Seat, da uns die Preise für die Betten zu hoch waren. Wir kamen morgens um 5 Uhr an und wurden dankenswerter Weise von einem Mitarbeiter unseres Hotels abgeholt. Es regnete nämlich nach längerer Zeit mal wieder. Wir quartierten uns wie die meisten Traveller im Old Quarter Viertel ein. Hanoi ist aufgrund seiner vielen kleinen Gassen recht unüberschaubar (für Hanna damit unmöglich sich den Weg zu merken; aber Ricardo nutzte die Chance zum Glück nicht, um sie auszusetzen). Überall stehen kleine Straßenstände und es brutzelt an jeder Ecke. Heerschaften von hupenden Motorrädern brausen an einem vorbei während man langsam versucht die Straße zu überqueren. Hochhäuser halten sich für eine Stadt von ca. 4 Mio. Einwohnern schönerweise in Grenzen und wir genossen die Atmosphäre hier sehr! Hanoi ist außerdem die Stadt der Raubkopien (komplette James Bond-Reihe für 20 €, alle anderen Serien wie Friends alle Staffeln insgesamt für 10 €) und der Markenfälschung.

Leider ist es mit 16-18 Grad gerade recht kalt und der Regen war bis auf den ersten Tag unser stetiger Begleiter. Wir froren sogar so sehr, dass uns die netten Hotelbesitzer einen Heater ins Zimmer stellten. Ansonsten ging es mit Pulli, Fließ und Regenjacke bewaffnet nach draußen.
Nachdem wir nach unserer Ankunft noch 3,5 Stunden schliefen, ging es durch die vielen Gassen über die St. Joseph-Kathedrale im Old Quarter zum Hoan-Kiem-See, wo noch Riesenwasserschildkröten leben, die sich uns aber leider nicht zeigten. Hanna entdeckte auf dem Weg zum See noch einen kleinen Laden, den sie für wenig Geld fast leer kaufte. Wir gingen zum berühmten Wasserpuppentheater und hatten Glück, dass gerade eine Vorstellung lief. Die Vorführung ist einfach super gemacht und ging mit 45 Minuten nur leider zu schnell vorbei.

Am nächsten Tag ging es zum Ho-Chi-Minh-Komplex, wo sein einbalsamierter Körper in einem gläsernen Sarg aufgebahrt wird. Ho-Chi-Minh erlangte durch seinen Einsatz für die Befreiung Vietnams weltweite Bekanntheit und war Premierminister und später Präsident des Landes bis er 1969 verstarb.
Die Besichtigung der Grabstätte ist mit ca. einer Minute mehr als kurz, aber man darf eben an keiner Stelle stehen bleiben oder gar Fotos machen. Beeindruckend ist es aber allemal! Danach schauten wir uns noch das Gebiet um den Präsidentenpalast an, wo man auch zwei ehemalige und recht bescheidene Wohnstätten Ho-Chi-Minhs besichtigen konnte.
Da Bier hier mit 18 Cent so spottbillig ist, genehmigte sich Ricardo noch zwei Bierchen auf der Bia Hoi Street.

Da Hanna wieder Fieber und Kopfschmerzen bekam, fuhren wir, weil wir für den nächsten Tag eine Tour in die Ha-Long-Bucht gebucht hatten, vorsichtshalber in die SOS International Clinic. Hanna wurde für viele, viele USD komplett untersucht, jedoch ohne klares Ergebnis. Die Ärzte vermuteten aber, dass sie sich in den Flüssen von Laos eine Infektion oder einen Parasiten „ins Haus“ geholt haben könnte. Das erkläre in etwa die Symptome, die sie bereits in Laos ins Krankenhaus beförderten. Der Arzt verschrieb ihr Antibiotika und andere starke Medikamente und somit sagten wir fürs erste unseren Trip ab.

Nun geht es ihr von Tag zu Tag besser und wir machen die Tour, wenn es das Wetter zulässt, morgen.

Da Bier hier mit 18 Cent so spottbillig ist, genehmigte sich Ricardo noch an den folgenden Tagen ein paar Bierchen auf der Bia Hoi Street.

auf der "Bierstraße"

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