Mirissa, Weligama & Tangalle, Sri Lanka

07. März 2013
ein Blauwal

Weiter geht es für uns nach Mirissa. Diesmal ist es etwas schwieriger mit dem Transport, weil uns kein Bus mitnehmen will. Das Problem ist nämlich unser Gepäck. Wir erklären zwar, dass wir für unsere Rucksäcke einen extra Sitzplatz zahlen, aber das hilft nichts. Endlich hält ein Minibus (sogar mit Klimaanlage) und so kann die Fahrt weitergehen.
In Mirissa angekommen sucht Hanna mit den Rucksäcken Schutz im Schatten, während Ricardo die Unterkünfte abklappert. Der Gewinner ist das „Longwave Rest“. Das Zimmer ist zwar nichts Besonderes, aber die Familie sehr nett und die Atmosphäre entspannt. Und es liegt direkt am Strand mit ein paar Liegen und Sonnenschirmen.

Wir laufen ein wenig herum und fühlen uns in diesem kleinen Ort sofort pudelwohl! Lecker Rice & Curry gibt es hier für 1 € (Hanna muss die Zähne zusammenkneifen, um die Schärfe zu ertragen), dazu bestellen wir Roti gefüllt mit Kartoffeln und auch unserer neuen Milo-Sucht können wir hier frönen.

Danach geht es ab ins Wasser und an den schönen Strand. Den richtigen Badespaß gibt es durch die Wellen, die ein paar Meter vor uns brechen, aber noch genug Kraft haben uns bis ans Ufer zu spülen.

Für den nächsten Tag buchen wir von unserem Guesthouse aus eine Whale-Watching Tour für 6000 LKR, ca. 37 €, und somit super günstig für Touren dieser Art. Hier soll es, saisonbedingt, tatsächlich möglich sein, das größte Lebewesen, das je auf diesem Planeten gelebt hat, zu beobachten: Den Blauwal! Selbst auf Pottwale können wir laut Aussage des Hostelbesitzers hoffen!?

Wir sind skeptisch und neugierig zugleich…

Am nächsten Tag geht es um 7 Uhr auf zum Hafen und weiter auf das Boot welches uns weit raus ins offene Meer bringt. Nach einer Stunde sehen wir eine große Schule Delphine, die vor unserem Boot auf und ab springen. Ein ganz guter Anfang, aber wir sind natürlich wegen den ganz großen Tieren hier.

Die Fahrt geht weiter und die Crew erkennt in weiter Entfernung einen Blauwal und steuert darauf zu. Alle anderen erkennen nur viel blau, aber keinen Wal. Als wir an der Stelle sind, sehen wir noch wie der Wal sich in eine andere Richtung entfernt, können ihn aber noch gut erkennen und seine Größe kaum glauben! Er hat aber schnell einen großen Vorsprung und schwimmt doch um einiges schneller als man das annehmen würde. Der Kapitän entscheidet sich dafür ihm nicht zu folgen, was sich als Glücksgriff rausstellt! Schon einige Minuten später tauchen rechts vom Boot zwei weitere Blauwale auf, die gerade weniger aktiv sind, so dass wir genügend Zeit haben eine Maulsperre zu bekommen, kriegen wir bei dem Anblick doch den Mund nicht mehr zu! Ein absoluter Traum von Ricardo geht in Erfüllung und auch Hanna trägt ein breites Grinsen, ob dieses Anblickes auf ihrem Gesicht. Das Boot wirkt auf einmal ziemlich klein! Nach ca. 45 Minuten verlassen wir die beiden Kolosse, da der Kapitän die Position von ca. 12 Pottwalen gefunkt bekommen hat. Wie bitte? Die wirklich auch noch!?

Die Fahrt geht gegen die Wellen und so schaukelt das Boot mächtig auf und ab. Doch es lohnt sich. Links vom Boot fliegen förmlich dutzende Pottwale durch das Wasser. Was für ein Spektakel! Als ob das nicht genug wäre sind ein paar Meter dahinter mindestens weitere 15 Tiere. Sie sind fast schneller als die Boote und geben ein beeindruckendes Bild ab. Einfach atemberaubend!

Was für ein unglaublicher Tag! Wir bekamen tatsächlich über 50 Delphine, 3 Blauwale und ca. 30 Pottwale zu Gesicht. So viel Glück ist wirklich kaum zu fassen! Noch dazu war die Crew sehr bemüht im Wale sichten und sehr professionell. Sie haben die Tiere nicht verfolgt oder bedrängt.

Strahlend lassen wir den Tag bei einem Lion-Bier am Strand ausklingen.

Am nächsten Tag geht es für ein paar Stunden in den Nachbarort Weligama. Wir hatten dort im Vorbeifahren die bekannten Stelzenfischer gesehen und wollten noch ein paar Fotos von ihnen machen. Leider waren keine zu sehen und so halfen wir ein paar Fischern dabei ihr „Tonnenschweres“ Boot vom Strand ins Wasser zu hieven. Sie bedankten sich und wollten uns gar zurück nach Mirissa bringen! Wir lehnten dankend ab und schauten uns noch Weligama an.

Nach 3 Nächten verlassen wir Mirissa und machen uns auf nach Tangalle.

Der Strand hier ist fast menschenleer und man kann kilometerweite Spaziergänge machen. Wir beschränken uns auf ca. einen Kilometer, nachdem wir uns vorher kurz im Wasser abgekühlt haben. Die Strömung und die Wellen hier laden einen nicht unbedingt dazu ein, lange im Wasser zu verweilen. Unser Zimmer im „Blue Note Guesthouse“ ist einigermaßen okay und wir sprechen den Besitzer nach den Meeresschildkröten an, die im Nachbarort Rekawa gerade zur nächtlichen Eiablage anzutreffen sind.

Für 1000 LKR kann man, geführt durch Mitarbeiter des Meeresschildkröten Schutzzentrums von Rekawa, gegen 20 Uhr abends den Versuch unternehmen, die Tiere bei der Eiablage zu beobachten.

Normalerweise braucht man ein paar Stunden Geduld, um überhaupt Schildkröten zu entdecken. Wir mal wieder nicht. Kaum sind wir am Strand sehen wir die erste große Schildkröte, die gerade unverrichteter Dinge zurück ins Meer geht. Keine halbe Stunde später können wir dann tatsächlich eine grüne Meeresschildkröte bei der Eiablage beobachten. In ca. 45 Minuten kommen an die hundert Eier in ihre Kuhle gepurzelt, während das Tier selbst in einer Art Trance verfällt und ihre Umgebung so nicht mehr direkt wahrnimmt. So können wir in aller Ruhe Fotos machen und zugucken! Die Guides machen auch hier wieder ihre Sache gut und verbieten Blitzlicht und eigene Taschenlampen. Als die Schildkröte zum Ende kommt, müssen wir gehen, um sie nicht weiter zu stören. Ein weiteres wirklich schönes tierisches Erlebnis! Einmal mehr geht es mit einem Lächeln ins Bett!

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