Kalimantan, Indonesien

9. September

Nach 2 weiteren Nächten in Semporna ging es zur Grenzstadt Tawau; der einzigen Möglichkeit auf Borneo ein Visum für Indonesien zu bekommen. Die Fahrt dorthin dauerte ca. 2 Stunden. Wir wollten eigentlich einen großen Linienbus dorthin nehmen, wurden aber von einem Fahrer eines Minibuses mitgeschnackt. Da wir gehört hatten, dass die großen Busse erst fahren, wenn sie voll sind und dieser gleich losfuhren sollte, war es für uns okay. Die Fahrt selber war dann allerdings gar nicht mehr okay. Der Fahrer lud immer mehr Personen samt ihren Einkäufen (meistens Fisch!) in den kleinen Bus und fuhr auf nasser Straße für den überladenen Zustand viel zu schnell. In Tawau angekommen waren wir froh endlich aussteigen zu können. Der Ort selbst ist wie so viele dieser Städte nicht besonders sehenswürdig, die Menschen hier sind aber ganz besonders freundlich!

Wir versuchten also so schnell wie möglich ein Visum zu ergattern und fuhren am nächsten Tag mit dem local Bus zur indonesischen Botschaft. 3 Stunden und ein paar Diskussionen später hatten wir unser 60-Tage-Visum in den Händen. Leider fuhr die einzige Fähre nach Kalimantan in 30 Minuten und die Fahrt dauert ca. 15 Minuten. Also, ab ins Taxi und direkt zum Hafen! Das Glück war auf unserer Seite und wir schafften es noch rechtzeitig auf die kleine Fähre! Die Fahrt war auf 4 Stunden angesetzt. Kurz nach dem Auslaufen wurden wir aber von der Wasserpolizei gestoppt und das Boot für ca. 40 Minuten nach Schmuggelware abgesucht. Es wurde jedoch nichts gefunden und die Polizisten entschuldigten sich doch tatsächlich bei uns für die Unannehmlichkeiten! Die Bootscrew nahm allen Passagieren die Pässe ab um diese gleich nach der Ankunft zur Grenzkontrolle zu bringen, damit alles schneller geht. Es wäre nur gut gewesen dies auch zu wissen! Denn nach der Ankunft im Nirgendwo des Hafens warteten wir beide auf unsere Pässe, bis uns die ganzen Moped-Taxifahrer klar machten bei zwei von Ihnen mit zu fahren um die Grenzkontrollen zu absolvieren. Gesagt, getan. Und schnell ging es mit der Kontrolle auch.
Wir nahmen ein Taxi Richtung nicht einladenes Zentrum und klapperten Hotels ab. Bei den Preisen gerieten wir allerdings ins schwitzen! So teure Unterkünfte für so eine bescheidene Stadt! Uns blieb nichts anderes übrig als diese Preise zu akzeptieren, da das Wort Discount hier nicht existiert. Wenigstens war das Zimmer dann ganz gut.

Am nächsten Tag kauften wir uns ein Fährticket für die Weiterfahrt über Balikpapan nach Sulawesi und lernten dabei ein paar nette locals kennen.

Danach fuhren wir noch zu einem Mangrovenwald, der durch die Regierung und den WWF geschützt wird und mittels von Holzstegen zugänglich gemacht wurde. Wir sahen diesen außergewöhnlichen Fisch, der nur auf Kalimantan vorkommt und auch an Land überleben kann und sich dort mit Hilfe seiner Flossen fortbewegt. Auch bekamen wir endlich einige gute Fotos von männlichen Nasenaffen und anderen niedlichen Tierchen!

Am nächsten Tag bestiegen wir die Fähre nach Sulawesi, Pare-Pare und waren wirklich positiv überrascht. Es war ein großes, technisch mit allem schnickschnack und genug Rettungsbooten- und westen in Deutschland gebautes Schiff. Anfangs waren wir etwas besorgt, vor allem da die Fahrt 39 Stunden dauern sollte! An der Information teilte man uns noch mit, dass Männlein und Weiblein außer in der 1.Klasse getrennt schlafen müssen!?! Der Infoman war aber so nett und gab uns zu unserem Glück und ein paar Rupiah mehr ein schickes 6-Bettzimmer nur für uns. Wir waren die einzigen Touris auf dem Boot und somit eine kleine Attraktion, so dass wir immer mal wieder für Fotos posieren durften! Die Fahrt selber war ansonsten schön ruhig und ereignislos.

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Sipadan, Malayisch-Borneo

5. September

Endlich ist es soweit. Heute stehen 4 Tauchgänge bei einem der besten Tauchplätze überhaupt auf dem Plan. Sipadan! Einer unserer Dive-Spots namens Barracuda Point wurde gerade als bester Tauchplatz weltweit gewählt. Unsere Erwartungen sind entsprechend hoch.

Am ersten Tauchspot „Southpoint“ gab es gleich jede Menge große Tiere zu sehen: Weissspitzenriffhaie, graue Riffhaie, Barracudas, Green Turtles!!! Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Was sollte denn jetzt noch kommen?

Unsere Guides schlugen vor, den nächsten Tauchgang ins tiefe Blaue zu machen und meinten, bei 9 von 10 Malen sieht man da zwar gar nichts, aber es gab ja diese kleine 10 %ige Chance… Dort im tiefen Blauen zu tauchen ohne auch nur den Grund zu erahnen war schon etwas merkwürdig. Doch nach ca. 35 Minuten tauchte wie aus dem Nichts etwas großes Silbernes neben uns auf. Es waren zwei Hammerhaie! Also gingen wir auf 25 Meter Tiefe herunter und erblickten eine ganze Gruppe von ca. 50 Hammerhaien. Uns fiel die Kinnlade runter! Diesen Anblick werden wir nie mehr vergessen. Unser Guide hatte seit 4 Monaten keine mehr gesehen und umarmte uns unter Wasser überschwänglich. Wir bekamen unser Lächeln für Tage nicht mehr aus dem Gesicht.

Die letzten beiden Tauchgänge gingen dann zum Barracuda Point. Dort sahen wir eine riesige Schule von Barracudas, Napoleonfische, große Zackenbarsche, weitere Haie und eine Hawksbill-Schildkröte. Ein unvergesslicher Tag!

Erschöpft ging es früh ins Bett, denn am nächsten Tag sollte es weiter gehen mit tauchen. Im Black Ray Channel / Kapalai sahen wir zwei Adlerrochen unter uns vorbeischwimmen und erblickten mehrere Blaupunktrochen. Danach tauchten wir unter einer Plattform und entdeckten jede Menge Krokodilfische, 2 große Barracuda, einen Zebra-Lionfish, Steinfisch, Skorpionfisch. Unseren letzten Tauchgang machten wir an der „Lobsterwall“ und entdeckten doch tatsächlich ein Zwergseepferdchen (Bargibanti), einen Oktopus und vieles mehr!

Wir beschlossen noch einen Tag auf Mabul zu bleiben, denn die Chance auf schlüpfende Schildkrötenbabys wurde immer größer. Und dann standen wir abends tatsächlich an dem Nest und sahen wie sie nach und nach aus dem Sand krabbelten. Insgesamt 88! Als absoluten Höhepunkt durften wir dann jeder 2 Schildkrötenbabys ins Leben entlassen. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl! Hanna hatte Tränen in den Augen, als die Kleinen über den Strand ins Meer krabbelten.

Semporna & Mabul/Awas, Malayisch-Borneo

4. September

Zurück in Semporna angekommen gab es nur noch etwas zu essen und ab ins Bett. Am nächsten Tag gingen wir wegen Ricardos Ohrenschmerzen zum Arzt. Der stellte eine dicke Schwellung im Ohr fest und empfahl eine Woche aufs Tauchen zu verzichten. Eine Woche! Wir hatten ja ein Permit für Sipadan in drei Tagen! Niedergeschlagen ging es wieder ins Hostel. Wir entschieden uns noch 2 Tage in Semporna zu bleiben und erst am 4.09 statt am 03.09 auf die Insel Mabul zu fahren, von der aus es zum Tauchen nach Sipadan geht.

Zeit hatten wir also mehr als genug, um uns das überhaupt nicht schöne Semporna anzuschauen. Wir kauften ein paar Früchte und gingen über den Fischmarkt. Auf diesem entdeckten wir dann zu unserem Entsetzen Manta- und Teufelsrochen und auch das Sharkfinning ist hier leider immer noch ein Problem. Auch noch nicht fortpflanzungsfähige Tiere befanden sich darunter. Es gibt aber Hoffnung, da das Tauchcenter Scuba Junkie viel für die Umwelt hier tut und es kurz vor einer Einigung stand, die eine große Schutzzone beinhaltet und das grausame Sharkfinning endlich verbieten soll. Trotzdem verließen wir den Markt mit einem flauen Gefühl im Magen.

Glücklicherweise ging es Ricardo 2 Tage nach dem Arztbesuch schon besser und wir hatten wieder etwas Hoffnung. Wir fuhren also per Boot ca. 1 Stunde von Semporna nach Mabul und entschieden uns (nach mehreren Gesprächen mit Tauchern, die das Problem mit den Ohren auch kennen) am späten Nachmittag am fast schon legendären Hausriff Awas zu testen, ob wir morgen überhaupt auf Sipadan tauchen könnten. Also, ab ins Wasser und schauen wie es geht.

Und siehe da, es geht gut! Keinerlei Ohrenprobleme unter Wasser und jede Menge bunte Kleintiere und Schildkröten. Awas ist zu Recht einer der beliebtesten Tauchplätze der ansässigen Tauchguides. Hier sieht man einfach Tiere, die man sonst nicht sehen würde.

Mabul ist ein schönes Fleckchen Insel und beinhaltet auch eine von Scuba Junkie angelegte Schildkrötenaufzucht. Vielleicht haben wir ja Glück und es schlüpft etwas…

Die Unterkunft und das Essen bei Scuba Junkie sind wirklich erstklassig.

Und morgen geht es endlich nach Sipadan! Wir können es kaum erwarten…

Tauchgang Mataking – Semporna, Malayisch-Borneo

1. September

Auf der 4-stündigen Busfahrt von der Sukau Junction bis nach Semporna zog sich Hanna aufgrund der eingestellten gefühlten Minusgerade der Aircon eine Erkältung zu. Ausgerechnet jetzt! Hier waren wir ja nur um zu tauchen. Der übernächste Tag fühlte sich schon wieder besser an, und so entschieden wir uns, gemeinsam mit Coco und Big Punch, unser 10-dive-package abzuarbeiten.
Es sollte zu einer der nördlichen Inseln in der Region gehen, namens Mataking. Kaum bei unserem Tauchplatz angekommen ging es nach einem kurzen Briefing auch schon unter Wasser.
Die Sichtweite war hervorragend! Kaum bei unserer angepeilten Tauchtiefe von 18,5 m angekommen, sahen wir auch schon unsere erste übergroße Schildkröte, wie sie seelenruhig ein kleines Päuschen am Grund hielt. Nach der Begegnung ging es zu einem gesunkenen Postschiff, wo vorne noch ein Briefkasten dranhängt. Die Taucher machen sich hier den Spaß und packen da ihre Briefe rein die sie verschicken wollen. Und, siehe da, die Post wird tatsächlich noch abgeholt!
Wir sahen noch einen schönen Feuerfisch und die niedlichen Nudibranches. Ein wirklich guter erster Tauchgang, vor allem für Hanna, die weder solche Sichtweiten noch Artenvielfalt aus der Ostsee gewohnt war. Kaum auf dem Boot angekommen, fing es an heftig zu regnen und die Wellen wurden stetig höher und höher. So konnte man die Teepause auf dem Boot nicht wirklich genießen.
Beim zweiten Tauchgang ging es unter Wasser ebenso turbulent zu wie über Wasser. Die Strömung war so stark, dass sich an Gegenankämpfen nicht lohnte. Und auch die Sichtweite ließ deutlich nach. Waren eben noch über 20 m Sicht, so waren es jetzt höchstens 10 m. Doch kaum waren wir unter Wasser, kam uns der große, unter dem Steg lebende, Barrakuda neugierig nahe. Ein wirklich beeindruckendes Exemplar!
Danach sahen wir einen großen Schwarm „Giant Trevallys“, wieder jede Menge Schildkröten und Nudibranches.

Da einer aus unserer Gruppe, ohne Bescheid zu sagen, den Tauchgang beendet hat und wir ihn vergeblich suchten, mussten wir nach einer Minute auftauchen. Unser Divemaster entdeckte ihn dann auf dem Boot, aber durchs schnelle Auftauchen bekam Ricardo Ohrenschmerzen. Wir konnten den Tauchgang zwar noch fortsetzen, aber an einen dritten war nicht mehr zu denken.
Während die anderen also den dritten Tauchgang machten, verbrachten wir die Zeit auf dem Boot. Der Wellengang war kaum auszuhalten, Ricardo´s Ohrenschmerzen gingen auf den Kopf über und ihm wurde plötzlich schlecht, so dass er sich 5 mal Übergeben musste. Kein schönes Ende eines schönes Tages!

Kinabatangan, Malayisch-Borneo

27. August

Am Kinabatangan in unserem Hostel angekommen, ging es sogleich auf die erste Bootstour. Die anderen Gästen mussten nämlich schon 20 Minuten auf uns warten. Der Grund, warum man hierher kommt, ist, dass sich das gesamte Tierleben dieser Gegend aufgrund von Abholzungen am Ufer dieses Flusses abspielt. Vor allem hofften wir, Borneo´s Zwergelefanten zu Gesicht zu bekommen und vielleicht noch einen weiteren Orang-Utan. Unser Tourveranstalter hat uns aber schon etwas den Wind aus den Segeln genommen und gesagt, dass die Elefanten nicht so oft zu erspähen wären. Wir waren trotzdem sehr gespannt auf unsere erste Nachmittagsfahrt, weil da die Chance auf Elefanten am größten ist.

Kaum im Boot Platz genommen, sahen wir bereits die ersten imposanten Hornbillvögel. Nur wenige Minuten später erspähten wir auch schon einen Orang-Utan liegend in seinem Nest. Unser Guide entdeckte kurz darauf jede Menge Nasenaffen in den Bäumen. Sie kommen wie die Elefanten nur auf Borneo vor! Es ging wirklich Schlag auf Schlag!

Plötzlich vernahmen wir Elefantengetröte. Wir fuhren zum Ufer, konnten aber aufgrund der hohen Vegetation nichts sehen. Was für ein Pech! Also ging es weiter den Kinabatangan hinunter und wir genossen den Fahrtwind und die herrliche Landschaft. Es gab überall etwas zu entdecken. Nach knapp 1,5 Stunden machten wir uns auf den Rückweg zum Camp, als wir etwas großes Graues im dichten Grünen sahen. Es waren zwei Elefanten! Normalerweise sieht man sie nur kurz die Lichtung überqueren, diese aber gingen direkt vor uns ins Wasser! Ein herrlicher Anblick wie sie da so plantschten und miteinander spielten. Wir genossen dieses schöne Schauspiel bis die Dämmerung einsetzte über eine halbe Stunde; dann mussten wir zurück ins Camp. Was für ein perfekter Tag! Und damit war auch der Druck für die weiteren Fahrten von uns genommen. Denn wir wären solange dort geblieben bis wir die Elefanten zu Gesicht bekommen hätten.

Völlig ausgehungert gab es dann leckeres Abendessen im Hostel und danach ging es auch gleich weiter zur Nachtfahrt. Dort bekamen wir unseren ersten Kingfishervogel vor die Linse (wir kannten bis dahin ja nur das wohlschmeckende Bier aus Indien). Von einem Krokodil konnten wir leider nur die Augen sehen. Aber eine Fischeule blickte uns dafür direkt in die Kamera! Im Scheinwerferlicht sahen wir noch die leuchtenden Augen einer Wildkatze, der Rest von ihr blieb uns jedoch verborgen.

Am nächsten Tag ging es um 6 Uhr los zum Morning-Cruise. Absoluter Höhepunkt war eine Horde Pig-Tail Makkaken, die direkt über dem Flussufer von den Bäumen aus, einem ihrer Erzfeinde von Angesicht zu Angesicht begegneten: Einem großen Python. Da dieser aber aufflog, bevor er sich in Position bringen konnte, ging er leider leer aus.

Also fuhren wir weiter den Fluss hinauf und sahen noch viele, viele Vögel. Hungrig ging es dann zum Frühstück und danach zum Trekking in den Dschungel. Es war vor allem Pflanzenkunde angesagt, doch wir hörten in der Nähe Elefanten und sahen auch ihre Spuren. Unser Guide war sehr beunruhigt, da die Elefanten aufgrund ihres schrumpfenden Lebensraums aggressiv gegenüber Menschen sind. Vor ein paar Jahren wurde eine Touristin in der Nähe von einem Elefanten totgetrampelt als sie während einer Nachtsafari ein Foto mit Blitzlicht machte. Also machten wir uns in die entgegengesetzte Richtung auf. Es gang schlammig zur Sache, aber wir hatten uns zum Glück Gummistiefel geliehen. Aber auch die verhinderten nicht, dass Hanna stecken blieb und nur mithilfe von Ricardo und einem anderen Mädel wieder frei kam.

Und schon gab es wieder Mittagessen. Danach ein paar Stunden Nichtstun und sodann ab zur nächsten Nachmittagsbootstour. Diese sollte noch ereignisreicher werden als die tags zuvor. Wir sahen eine für Waldelefanten ungewöhnlich große Herde von bestimmt 15 Tieren. Es kamen einfach immer mehr hinzu. Von klein bis groß war alles dabei. Einfach traumhaft diese Tiere beobachten zu können. Und wie so oft waren sie beim Fressen.

Zu guter Letzt sahen wir noch einen jugendlichen männlichen Orang-Utan, der sich im Baum gerade sein Nest baute.

Auf unserer letzten Flussfahrt, die bei Nacht stattfand, sahen wir noch eine große Echse, genannt Monitor-Lizard.

Den restlichen Abend verbrachten wir mit dem Spielen einer französischen Version des Mini-Kniffelns mit Coco und Stephan.

Der Aufenthalt am Kinabatangan war für uns etwas ganz besonderes und einzigartiges.
Auf dem Weg nach Semporna dann dieser traurige Anblick. Eine einst wunderschöne und jetzt tote Wildkatze.

Gomantong Caves, Malayisch-Borneo

27. August

Von Sandakan aus ging es Richtung Sukau, einem kleinen Dorf, das am Fluss Kinabatangan liegt. Auf dem Weg dorthin gab es erstmal einen Zwischenstop an den Gomantong Caves. Wir wussten zwar, dass es da drin eklig sein soll, aber so!? Es handelt sich dabei um eine große Höhle, die man bertreten kann. Hoch oben bauen Salanganen, so heißen die kleinen Segler-Vögel, ihre Nester aus Speichel. Aus diesen Nestern wird dann eine sehr teure Suppe gemacht! Eine Delikatesse! Diese Nester runterzuholen ist gar nicht so ungefährlich. Auf klapprigen Leitern und nur mit nem Seil gesichert krackseln die Arbeiter da hoch. Der Boden ist über und über bedeckt mit dem Kot der Vögel. Und manchmal auch mit den toten Vögeln selbst. Ansonsten geht man wie auf Wolken 😉 Wir mussten uns auch mit einem Poncho über dem Kopf schützen, damit wir nicht vollgeschissen werden. Und überall auf dem Boden und am Geländer waren hunderte von Kakerlaken und anderen Kriechtieren!!!


Trotzdem hat sich der kathedralähnliche Anblick in der Höhle gelohnt. Wir waren, draußen angekommen, dann aber auch froh, wieder saubere Luft und keinen sich bewegenden Boden mehr unter uns zu haben.

Und was stand draußen vor der Höhle in voller Pracht? Ein Pomelobaum! Danke, Diana, dass Du uns mit dieser leckeren Frucht bekannt gemacht hast! Habe mich aber nicht getraut mir eine zu stibitzen.

Auf dem Rückweg ging es wieder über Holzstege durch den Dschungel und wir entdeckten eine dunkle Art des Red Leaf Monkeys. Ein hübsches Äffchen!
Im Auto angekommen ging es eine kleine Strasse umgeben vom Dschungel Richtung Sukau. Keine 2 Minuten gefahren entdeckte unser Fahrer nur wenige Meter neben der Strasse einen jungen Orang-Utan im Baum sitzend. Welch Glück und wunderschöner Anblick zugleich!

Kota Kinabalu, Malayisch-Borneo

22. August

Der Weg von Brunei nach Kota Kinabalu in Malayisch-Borneo/ Sabah dauerte mittels einer Busfahrt und zwei Fähren 8 Stunden . KK ist der Ausgangsort für einige Unternehmungen in Sabah, wie Inselhopping oder den Mount Kinabalu besteigen, und deren Hauptstadt.
Viel zu sehen gibt es hier nicht. Man kann sich aber die Abende mit gutem Essen (vor allem Seafood) und ins Kino gehen für wenig Geld vertreiben.

Außerdem liegen ein paar schöne kleine Inseln nur eine 15 minütige Bootsfahrt entfernt und so machten wir uns ausgerüstet mit Schnorcheln auf den Weg nach Pulau Manukan, der Teil des Nationalparks Tunku Abdul Rahman ist. Hier ist es zwar aufgrund der Stadtnähe etwas touristisch, trotzdem aber sehr schön. Man hat einen fast weißen Sandstrand und nur wenige Meter ins Meer ein gutes Schnorchelrevier mit unzähligen Fischarten, wie Trompeten- und Papageienfischen. Das Wasser ist klar, aber leider Badewannenwarm, so dass eine Abkühlung bei 35 Grad im Schatten leider ausblieb. Die Fische hier sind aber mit etwas Vorsicht zu genießen. Ob es an den vielen Schnorchlern liegt, oder daran das einige Touris die Fische füttern, war uns nicht ganz klar. Jedenfalls wurden wir ein paar Mal von einigen (nur etwa 15 cm langen Fischen) angegriffen und Ricardo trug schließlich einen Knutschfleck ähnlichen Biss an seiner Wade davon.

Am Abend genossen wir noch (etwas zu viel) Tiger Bier und gingen zufrieden ins Bett. Am nächsten Tag stand Pulau Mantanani auf unserem Programm; eine kleine traumhafte Insel weiter draußen wo man die Möglichkeit hat mit den dort beheimateten Seekühen zu schwimmen und schnorcheln. Also standen wir früh auf, denn um 7 wurden wir per Minibus abgeholt, um uns für die Weiterfahrt in einen Linienbus zu setzen. Wir wurden freundlich begrüßt und kauften uns noch schnell Snacks und Getränke für die Insel ein. Als wir gerade losfahren sollten kam einer der Mitarbeiter des Veranstalters in den Bus und teilte uns mit, dass genau jetzt ein Taifun von den Philippinen über die Insel fegt. Es gab hohe Wellen vor Ort und aus Gründen der Sicherheit wurde die 2-Tages-Tour abgesagt. Alle (wir inklusive) guckten dumm aus der Wäsche!

Nach insgesamt 3 Tagen machten wir uns per 7-stündiger Busfahrt auf den Weg nach Sandakan; ein weiterer Ausgangsort. Auch hier nicht wirklich viel zu sehen, außer vielleicht den äußerst trendigen männlichen Jugendlichen die allesamt aufgrund ihrer Frisur ohne Maske bei König der Löwen mitspielen könnten.

Das Hostelpersonal lud uns am zweiten Abend unerwarteter Weise zu einer Hochzeitsfeier einer ehemaligen Mitarbeiterin ein und wir sagten zu. Sodann ging es mit ca. 10 Leuten per Busservice zur Feier. Das Hochzeitspaar war richtig rausgeputzt und trohnte förmlich in zwei übergroßen Sesseln über den Gästen. Wir gratulierten höflichst und wurden sogleich zum üppigen Buffet geführt. Der Brautvater servierte uns unablässig neue Getränke (obwohl unsere noch halb voll waren) und eine etwas zu laute 10 köpfige Band spielte verrückten Asia Rock. Ja, wir fühlten uns abermals wie in einem Film. Nach amüsanten und lauten 1,5 Stunden ging es übersatt zurück ins Hostel. Ein gelungener Abend!