Singapur

01. Februar 2013
Singapur bei Nacht

Noch bevor wir in den geräumigen Bus steigen, lernen wir Eva und David aus Madrid, sowie Cinzia und Niko, die in Japan leben, kennen. Wir sechs verstehen uns gut und die Fahrt bis zur Grenze vergeht schnell. Unsere Grenzkontrolle verläuft reibungslos und wir haben den nächsten Stempel im Pass. Da Eva und David drei normale Packungen Tabak dabei haben und bei der Kontrolle „erwischt“ werden, dürfen sie gleich 20€ löhnen! Die Beamten sind sogar gnädig. Normalerweise wären es um die 300 USD gewesen!

Nach einer kurzen Fahrt geht es für uns alle nach Little India, wo die meisten Backpacker absteigen. Wir tauschen Nummern zwecks einer Verabredung über WhatsApp aus und jeder geht seiner Wege.

Da wir zwei erst einen Tag vorher gebucht hatten, fällt für uns nur noch ein Dorm-Bett im „Inn Crowd Backpacker“ ab für € 15 p.P.!
Zu unserem Pech und Unverständnis werden wir in einen ganz anderen Trakt, den sie eigentlich so gut wie nie öffnen, außerhalb ausquartiert und schlafen in einem 17!-Betten-Raum!, haben dort kein Wifi und müssen auch zum Frühstück zum Haupthaus laufen. Ziemlich bescheiden das Ganze. Da wir aber im Voraus zahlen mussten, müssen wir nun da durch.

Da wir nur zwei Übernachtungen in Singapur eingeplant haben, machen wir uns gleich auf den Weg und schlendern zu einem Food Court, wo es einigermaßen erschwingliches Essen gibt. Singapur ist nämlich in jeder Hinsicht teuer.

Gestärkt lassen wir uns treiben, laufen eine Fußgängerzone entlang und checken mal wieder die Kinos in den schön kühlenden Konsumtempeln von denen es hier reichlich gibt, wollen unsere kostbare Zeit hier dann aber doch nicht mit glotzen verbringen. Wir finden am frühen Abend (auch dank Janine und Marcel) bei unserem Rundgang durch Little India, eines der vielen Hawkers Center, wo es günstiges und gutes Essen gibt und genießen wieder einmal Roti und Konsorten.
Bei unserem Rundgang fällt uns vor allem der Mix der verschiedenen Religionen auf engstem Raum auf: Nur ein paar Meter neben einem schönen Hindu-Tempel steht eine Moschee von der es wiederum nicht weit zu einer christlichen Kirche ist. Ansonsten ist Little India die light Version von Indien, nur eben viel sauberer.

Am nächsten Tag geht’s per Bahn (in der jegliche Flüssigkeitszufuhr verboten ist) und Bus zuerst zur sehr schönen Kong Meng San Phor Kark See Monastery. Es ist Singapurs größter und wohl eindrucksvollster Tempelkomplex, wo es von Drachen geschmückte Pagoden, Schreine, Buddhas und vieles mehr zu sehen gibt. Obwohl es bereits brütend heiß ist, verbringen wir hier eine Stunde, meist außerhalb von jeglichem Schatten und staunen über die Statuen.

Danach machen wir uns zum MacRitchie-Naturschutzgebiet auf. Mitten in Singapur befindet sich dieses Stück Regenwald an einem glasklaren Stausee gelegen, in dem sich zahlreiche Fische und Schildkröten tummeln. Hier ziehen sich die Singapurer zur Erholung und zum Sport treiben zurück und trotzdem lassen sich genügend Plätze finden, an denen man alleine ist.
Es gibt mehrere Wanderwege durch oder um den Wald. Wir laufen auf Holzstegen direkt am See ein wenig um den Wald entlang und genießen den schönsten „Stadtpark“, den wir je gesehen haben. Auch hier gibt es natürlich viele Verbotsschilder, die gleich die zu erwartende Strafe mit verkünden.

Danach fahren wir in die Innenstadt, staunen wieder (diesmal über die vielen Wolkenkratzer) und laufen entlang der Marina Bay hin zu der Merlion-Statue, einer Mischung aus Fisch und Löwe und gleichzeitig eines der Wahrzeichen Singapurs. Auf dem Weg dorthin werfen wir einen Blick über die Bay auf das eindrucksvolle Marina Bay Sands, das Art-Science Museum, den Singapur Flyer (Riesenrad), sowie das Esplanade – Theatres On The Bay.

Danach entscheiden wir uns, auch aus Zeitgründen, für die Stadtrundfahrt mit einem Touri-Doppeldecker-Bus. Es geht von der Marina Bay über China Town und die nicht sehenswerte Monster-Einkaufsmeile, samt fetter Gucci- und Armani- Boutiquen, namens Orchard Road, zurück nach Little India, wo wir uns mittels WhatsApp mit Eva, David, Cinzia und Niko zum abendlichen Rundgang an der Marina Bay verabreden.

Wir nehmen wieder den Touri-Bus, dessen Ticket (18 SGD) 24 Stunden gültig ist. Vorbei am Raffles Hotel geht es zum Riesenrad, wo auch die Endstation ist. Da es langsam dunkel wird, haben wir einen imposanten Ausblick auf all die leuchtenden Gebäude, die wir vorher schon bei Tageslicht gesehen haben. Besonders faszinierend finden wir die Gebilde im Gardens by the Bay, die direkt dem Film „Avatar“ zu entspringen scheinen.

Auf dem Weg zum Treffpunkt kommen wir zufälligerweise im richtigen Moment bei der allabendlichen Lasershow an der Marina Bay an. Etwas Vergleichbares haben wir noch nicht gesehen! Absolut sehenswert, mit Gänsehauteffekt!

Dadurch sind wir zwar etwas spät dran, was bei diesem Spektakel aber nicht zu vermeiden war.

Gemeinsam schlendern wir die Bay entlang, gehen lecker Essen, sehen kostenlose Livekonzerte und können uns nicht an der Aussicht satt sehen.
Gegen 24 Uhr sind wir nach einem tollen Abend zu sechst zurück in unserem Hostel und fallen nach einem langen Tag in die Betten.

Am nächsten Morgen steigen wir einfach noch einmal in den Touri-Bus und drehen eine letzte Ehrenrunde durch Singapur. Anscheinend ist die Stadt genauso traurig wie wir, dass wir sie verlassen; es regnet nämlich wie aus Eimern nach gerade einmal einer halben Stunde Fahrt.

Zurück im Hostel müssen wir uns beeilen und erwischen gerade noch den Bus zurück nach Johor Bahru in Malaysia.

Singapur hat uns trotz der vielen Verbotsschilder und der horrenden Preise super gut gefallen. Nach 6 Monaten Südostasien taten die Sauberkeit, Ordnung, Moderne und das einfache Vorankommen in diesem Land einfach gut. Hinzu kommt, dass die Menschen, die wir hier getroffen haben, stets nett und hilfsbereit waren, wie wir es bisher nur aus Indien und Myanmar kannten! Und als zusätzliches Plus konnten sie auch immer eine verständliche und richtige Wegbeschreibung geben.
Hier könnten wir es uns (mit dem entsprechenden Einkommen) ein wenig länger gut gehen lassen.

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