Cameron Highlands & Melaka, Malaysia

28. Januar 2013
die Rafflesia von innen

Die Busfahrt in die Highlands dauerte aufgrund des vorangegangenen Wochenendes sowie des darauffolgenden Feiertages mit 2,5 Stunden etwas länger als geplant.

Die Cameron Highlands sind nämlich auch bei den Malaien ein äußerst beliebtes Reiseziel und an den Wochenenden entsprechend voll. Dies war letztlich auch der Grund, warum wir uns dafür entschieden hatten, eine Nacht in Ipoh zu bleiben.

Der Trubel war nicht zu übersehen, aber wir hatten schlauerweise etwas im Voraus gebucht.
Die „Daniels Lodge“, in der wir unterkamen, war ein wenig hinter der Hauptstraße und entsprechend ruhig. Unser Zimmer war in Ordnung und wir bekamen sogleich den hauseigenen Flyer zu den verschiedenen Touren in den Highlands in die Hand gedrückt und sollten sogleich zu- oder absagen. Wir entschieden uns für „vielleicht“, da wir natürlich erst einmal die Angebote der anderen Anbieter sehen wollten.

Bei unserer Suche in dem kleinen Ort rannten wir dann fast in einen voll auf Trekking getrimmten, 3-Tage-Bart tragenden Christoph Maria Herbst hinein! Und das mitten in den Cameron Highlands! Wir sagten fein „Hello“, dachten wir doch, diesen Mann mit seiner Frau bereits auf unserer Reise getroffen zu haben. Millisekunden später bemerkten wir den Irrtum, während seinerseits ebenfalls ein freundliches „Hello“ folgte. Überlegten wir noch kurz um ein gemeinsames Foto zu bitten, waren die beiden bereits schnellen Schrittes zu weit weg von uns. Und hinterher rennen war uns dann doch zu blöd. Tja, solche Zufälle gibt es eben auch in Malaysia.

Wir trafen uns noch mit Victor aus Barcelona, den wir im Zug nach Malaysia kennengelernt hatten. Er erzählte uns schon einmal von seinen beiden Touren, so dass wir wussten, welche für uns in Ordnung ist und wir verabredeten uns noch für den Abend.

Da es kein günstigeres Angebot gab, buchten wir die Tour in unserem Hostel und entschieden uns die Teeplantagen sehen zu wollen, sowie zu einem Trekking durch den Dschungel, um endlich die größte Blume der Welt, die Rafflesia, zu sehen. Wir hatten zuvor auf Sumatra und Borneo vergeblich versucht ein Exemplar zu Gesicht zu bekommen.
Danach ging es lecker zum Roti und Thosai Essen und am Abend trafen wir uns dann mit Victor auf ein Bierchen und quatschten über unsere Reiseerlebnisse, sowie die Unabhängigkeitsversuche der Katalanen, für die Victor, als eben dieser, entsprechend Verständnis hatte.

In den Cameron Highlands ist es vor allem abends wesentlich kühler und so legten wir uns mit langer Hose und Fleece-Jacke unter die mitteldicke Wolldecke.

Der nächste Morgen kam früh und nach einem malaiischen Frühstück ging es per Van als erstes zu den Teeplantagen, welche eine Augenweide sind. Nach einem kurzen Durchgang durch die Fabrik, wo die verschiedenen Herstellungsprozesse des Tees zu sehen waren und einem anschließendem Teekauf, ging es weiter Richtung Dschungel. Unser Guide war eigentlich von der ersten Sekunde an wenig auskunftsfreudig oder freundlich. Dies zog sich dann auch das Trekking hindurch. Er ging ziemlich weit voraus, so dass man ihn nicht mehr sehen konnte und beantwortete auch keinerlei Fragen bzgl. der hiesigen Tier- und Pflanzenwelt.

Sei es drum: Nach 2 Std. erreichten wir die Rafflesia. Der Guide setzte sich auf den Waldboden und deutete unserer Gruppe einen schmalen Pfad zu folgen. Somit konnten wir uns, ohne jegliche Infos, die größte Blume der Welt endlich von nahem anschauen. Unsere Gruppe war begeistert und frustriert zugleich. Dank der Tipps von Victor wussten wir zumindest, dass es sich lohnt, die Rafflesia im Inneren mit Blitzlicht zu fotografieren und machten dieses schöne Titelbild!

1,5 Stunden später waren wir fertig mit der Trekkingtour und bekamen anschließend in einem Aborigine Dorf noch eine kleine Lektion im Blasrohrschiessen. Wir machten uns ganz ordentlich…
Die letzten beiden Programmpunkte waren eine Schmetterlingsfarm (auf welche wir verzichteten) und eine Erdbeerfarm, bei der wir uns leckere Erdbeershakes und -eis holten.

Die Teeplantagen und die Rafflesia waren die Tour, trotz muffligem Guide, allemal wert. 8 Stunden dauerte das Ganze und am Abend reichte es nur noch zum leckeren Essen (ja, Roti!), einer hießen Dusche, sowie einer Folge „King Of Queens“. Die kühlen Cameron Highlands sind definitiv einen Abstecher wert.

Der Bus nach Kuala Lumpur, wo wir in Richtung Melaka umsteigen mussten, sollte um 9 Uhr am nächsten Morgen starten.

Da Ricardo, quasi im Halbschlaf, die Zeitzone auf seinem Telefon auf „Kuala Lumpur“ verstellte, obwohl wir die Uhrzeit schon auf eine Stunde für Malaysia vorgestellt hatten, standen wir am nächsten Morgen eine Stunde zu früh auf ohne es zu merken! Ein wenig zerknittert gingen wir zum Frühstück und wunderten uns, das die Geschäfte noch nicht auf gemacht hatten. Wir beeilten uns sogar zum Bus zu kommen, da wir eigentlich spät dran waren. Beim Busbahnhof angekommen, teilte uns ein Mitarbeiter auf unsere Nachfrage, wo denn der Bus bleibe, mit, dass es ja gar nicht 9.15 Uhr ist, sondern 8.15 Uhr! Ja, ziemlich doof! Wir gingen noch einmal zurück zu unserem Hostel, tranken noch einen Tee und wählten die Sitze für den Flug nach Hong Kong aus, den wir tags zuvor gebucht hatten.
Eine weitere bequeme Busfahrt in Malaysia später und wir waren in Kuala Lumpur. Dort stiegen wir in einen Shuttlebus, welcher uns zum neuen Busbahnhof brachte und von dort ging es per Bus wieder äußerst komfortabel weiter nach Melaka, wo wir 4 Stunden später ankamen.

Nach einigem Hin und Her und vergebenen Wartens auf einen Hostelbesitzer fanden wir schließlich ein passendes Zimmer mitten in China Town. Dass am 10. Februar das Chinesische Neujahr beginnt, war nicht zu übersehen! Überall war es geschmückt und Girlanden verkündeten bereits ein „Happy New Year“.

Gegründet wurde Melaka im 14. Jhd. von einem hinduistischen Prinzen aus Sumatra und stand später unter chinesischem Protektorat, bevor es 1511 von den Portugiesen, 1641 von den Holländern und 1975 von den Briten beherrscht wurde. Genau diese Mischung macht auch den Reiz dieser Stadt aus und spiegelt sich in ihrer Architektur wieder.

Die zwei Tage, die wir für Melaka eingeplant haben, verbringen wir mit Sightseeing, abendlichen Spaziergängen am Fluss, schlendernd und shoppend (Hanna) und äußerst lecker essend. Vor allem das „Poh Piah Lwee“ mit den besten Frühlingsrollen auf diesem Planeten, sowie leckere Laksa (einer scharfen Meeresfrüchte-Suppe mit Zitronengras und Kokosmilch) haben es uns angetan.

Bei unserem Rundgang treffen wir noch auf Mister Universe, den Hanna, wie ihr sehen könnt, locker in den Schatten stellt! Als wir einen kleinen Laden erspähen, der alles Mögliche rund um die Durian anbietet, probieren wir endlich diese stinkende Frucht (und zwar die in Teig gewickelte Variante) und müssen uns wirklich beinahe übergeben bei dem penetranten Geschmack. Noch dazu stinkt sie wirklich gewaltig!

Melaka hat uns aufgrund seiner Architektur und seinem Flair gut gefallen und wir könnten auch noch einen weiteren Tag hier herumschlendern, hören aber bereits in der Ferne Singapur leise unsere Namen rufen.

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