Hoi An, Saigon & Mekong Delta, Vietnam

8. Dezember
der Wiedervereinigungspalast

Die Zugfahrt ab Hue bis Da Nang war aufgrund des felsigen Küstenabschnitts recht spektakulär. Per Taxi ging es dann von Da Nang weiter nach Hoi An.

Die Stadt gefiel uns auf Anhieb! Auch wenn unser Hotel mit 20 USD viel zu teuer war und ein wenig weit vom Stadtkern lag (aber mit Swimmingpool und Frühstücksbuffet), konnte das unserer Laune keinen Abbruch tun. Diese Stadt ist für seine Schneider bekannt, von denen es hier ca. 300 gibt. Es war verdammt schwer in Hoi An nicht in einen Kaufrausch zu verfallen, da es klamottenmäßig alles und mehr gab! Per Shuttle ging es gleich ins Zentrum und auf die Suche nach einem gescheiten Tailor, der wie einige Produkte bei Edeka gut & günstig zu sein hatte.

Wir hofften, diese Kriterien bei Hoa Bien Tailors gefunden zu haben. Aber bevor wir uns endgültig für sie entschieden, brauchten wir erst einmal etwas zu essen. Wir probierten im „Retreat“ ein typisches Gericht in Hoi An namens „Cao Lau“. Das sind teigige, flache Nudeln mit Croutons, Bambussprossen, Gemüse und in unserem Fall Garnelen, die in einer pikanten Brühe serviert werden. Es schmeckte unheimlich gut! So gestärkt verglichen wir noch die Preise bei einem anderen Schneider, kehrten aber doch zu unserer ersten Wahl zurück. Nach einer ersten Besprechung samt Stoffauswahl (Ricardo legte als Vorlage einfach mal das Foto eines Anzugs aus dem neuen James Bond vor) schlenderten wir die Altstadt entlang, welche von der Unesco zur Welterbestätte ernannt wurde. Hoi An liegt an einem Fluss und strahlt mit seinen hübschen Häusern und Restaurants eine tolle Atmosphäre aus. Wir schlürften noch einen Kaffee mit süßer Milch im Cafe 57 (danke für die Empfehlung, Nora und Marlena!) und dann war der Tag auch schon wieder vorbei. Zu Fuß ging es den laaangen Weg zurück ins Hotel.

Am nächsten Tag um 10 Uhr stand dann das erste „Fitting“ an. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass die Schneiderinnen tags zuvor erst um 15 Uhr unsere Maße genommen haben. Wir liehen uns für je 1 USD Fahrräder aus und waren gespannt wie die Flitzebogen! Zu unserer Überraschung mussten nur ein paar kleine Änderungen vorgenommen werden. Insgesamt mussten wir dann aber viermal zur Anprobe, bis alles unseren Wünschen entsprach.

Zwischen den Anproben nutzten wir die Zeit, um die Gegend mit dem Fahrrad zu erkunden. Wir fuhren über den Markt und dann auf die Hoi An Halbinsel und in das Cafe 43. Sehr günstiges und vor allem unfassbar leckeres Essen. Unser Favorit waren die frittierten Frühlingsrollen mit Shrimps (1 € für 5 Stück) und hier gab es auch das günstigste Bier für 11 Cent! Wir hätten nicht gedacht, dass das Bier für 18 Cent in Hanoi noch getoppt werden könnte.

Nachdem am nächsten Tag alle Notwendigkeiten erledigt waren, fuhren wir zum 5 km entfernten Strand und waren positiv überrascht. Schöner Sand und klares Wasser mit ein paar Wellen. Es war ein super Tag und wir konnten in nur ein paar Stunden wunderbar entspannen.

Am Abend holten wir dann endlich unsere geschneiderten Klamotten ab und schickten ein großes Paket ab nach Hause! Nach so einem anstrengenden Tag hatten wir uns natürlich wieder Leckereien im Cafe 43 verdient und wurden nicht enttäuscht! Aber uns überkam die Einsicht, dass wir Hoi An eigentlich noch nicht so schnell verlassen wollten.

Neben Ubud gefällt es uns hier auf unserer Reise, was asiatische Städte angeht, am Besten! Aber wir hatten leider keine Wahl mehr, da unser Visum am 15.12. ausläuft und das Zugticket nach Saigon schon gekauft war. Also genossen wir die letzten Stunden und am nächsten Morgen ging es um 11.15 Uhr mit dem Zug auf die 18-stündige Fahrt. Auf dem Weg dorthin bemerkten wir die vielen Bauprojekte in Strandnähe um Hoi An und Da Nang. Bleibt zu hoffen, dass sich Hoi An seinen unverwechselbaren Charme bewahrt!

Saigon wird eigentlich mittlerweile Ho-Chi-Minh-Stadt genannt, aber bis auf ein paar Menschen in Uniform benutzt jeder weiterhin den alten Namen. Da wir wieder einmal nachts ankamen, hatten wir ein Zimmer im Voraus gebucht und erreichten unser Hotel nach einer kurzen Taxifahrt kurz vor 5 Uhr. Da wir noch hundemüde waren, legten wir uns noch einmal 3 Stunden schlafen.

Zum Frühstücken fanden wir dann die ABC Bäckerei mit günstigen, großen und leckeren Baguettes. Danach klapperten wir ein paar Reisebüros ab, da wir aufgrund unseres bald ablaufenden Visums das Land via Kambodscha verlassen wollten und verglichen Programme und Preise bzgl. der 2 Tages-Mekong-Delta-Tour mit Exit Kambodscha. Schließlich fanden wir etwas Passendes und so machten wir uns daran die Sehenswürdigkeiten Saigons abzuklappern.

Zuerst kamen wir am hinduistischen Mariamman-Tempel vorbei, der aber gerade leider geschlossen war. Über einen Park voller moderner Skulpturen und Weihnachtsdeko ging es weiter zur Pagode des Jadekaisers, welche die kantonesische Quang-Dong-Gemeinde 1909 errichten ließ. Die Innenräume sind mit Statuen verschiedener Gottheiten und Helden bestückt. Ein absolutes Muss bei einem Besuch in Saigon ist das Kriegsrestemuseum. Draußen erwarten den Besucher jede Menge Kriegsgeräte der US-Army, wie etwa Panzer oder Flugzeuge. Drinnen geht es dann recht gedrückt zu.
Eine Vielzahl von Plakaten und Fotos dokumentiert die ganze Grausamkeit des Vietnamkrieges und aus dem Schweigen und der Mienen der Besucher kann man die Betroffenheit und das Entsetzen leicht ablesen. Vor allem die zahllosen, von dem Entlaubungsmittel Agent Orange hervorgerufenen Behinderungen, sind kaum mit anzusehen.

Zudem sind ein paar unfassbare Gräueltaten der US-Armee dokumentiert, die man ebenfalls kaum glauben mag. Die Dokumentation mag zwar einseitig und auch ein Stück weit propagandistisch sein, die Bilder aber sprechen für sich.
Mit einem dicken Kloß im Hals verlassen wir das Museum und gehen ein paar Schritte weiter zum Wiedervereinigungspalast. Hier musste sich HCMS den kommunistischen Nordvietnamesen ergeben und deren Panzer durchbrachen im April 1975 die Tore des Palastes. Geschichtlich sicher sehr interessant, aber bei der Besichtigung leider ziemlich langweilig, so dass wir den Palast rasch wieder verlassen und eine Essenspause im „Quan An Ngon“ einlegen, dem LP Tipp für Saigon. Der Versuch einer Bestellung von fleischloser Suppe gestaltete sich als äußerst schwierig. Ricardo wollte auf gar keinen Fall Schwein in seiner Suppe. In Vietnam wird nämlich zu Hauf Schweinefleisch gegessen und so ist auch in Suppen mit z.B. Krabben Schwein enthalten. Nach dem vierten Bestellversuch sollte es dann klappen. Ricardo bekam eine Krabbensuppe ohne Schweinefleisch.

Oder doch nicht? So nach der Hälfte kam so ein dunkelbraunes labbriges Stück zum Vorschein. Bei der Frage was das denn sein solle, kam Schweineleber als Antwort! Sie entschuldigten sich zwar tausendmal, aber das zauberte die leckere Leber auch nicht mehr aus dem Teller. Also ging es halb hungrig weiter zur Notre-Dame-Kathedrale und dann über einen weiteren Park ziemlich erschöpft ins Hotel.

Am nächsten Tag standen die Cu-Chi-Tunnel auf unserem Programm. Das Tunnelsystem von Cu-Chi war über 200 km lang und die Umgebung war das meist bombardierte, beschossene, begaste, entwaldete und verwüstete Gebiet der Kriegsgeschichte.

Die Fahrt dorthin im engen Minibus dauerte mit Zwischenstopp ca. 2,5 Stunden. Unser Guide fing schon während dieser Fahrt an Schmankerl über die Vorzüge vom Zusammenleben mit einer jüngeren Frau zu erzählen und sang schon einmal ein paar selbst komponierte Lieder über Vietnam, darunter auch den „Cu-Chi-Tunnel-Song“. Dieser begleitet uns noch heute als ständiger Ohrwurm: „Follow me to the Cu-Chi-Tunnel!“ Er war schon ein lustiges Kerlchen, obwohl er selber den Krieg hautnah miterlebte. Bis auf ihn und seinen Vater wurden alle seine Familienangehörigen im Krieg getötet. Er selbst überlebte nur mit Glück, wurde er doch am Bein verletzt und sein halber Armmuskel weggeschossen. Daher wurde er runter in die Tunnel gebracht, wo es ein notdürftiges Hospital gab. Er lebte, wie viele andere auch, mehrere Monate ohne frische Luft oder Sonnenlicht in den Tunneln.

Die Besichtigung der Gegend und das Begehen des engen Tunnelsystems (früher 1 m * 60 cm – heute für uns Touristen erweitert, aber immer noch super eng!) war schon recht lehrreich. Den völlig hirnrissigen Schießstand für die Touris, wo man gegen einige Dollar AK-47 und vieles mehr abfeuern konnte, hätten sie sich aber besser sparen sollen. Zum Schluss gab es noch einen „propagandistischen Aufklärungsfilm“ und um 15 Uhr waren wir zurück in Saigon. Dort aßen wir noch etwas und setzten uns mit dem Hotelmitarbeiter auseinander, wollte er doch für unsere frühe Ankunft tags zuvor extra Geld, im Sinne von voller Preis, von uns. Wir einigten uns auf die Hälfte und waren trotzdem alle sauer. Gut, das wir nur noch eine Nacht in diesem „Bettlaken-voller-Haare-aus der-unteren-Region-des-Körpers-stammend-Hotel“ verbringen mussten. Für den nächsten Tag hatten wir ja die Mekong-Delta-Tour gebucht.

Kaum fuhr der Bus los, erklärte uns der Tourguide erst einmal, dass aufgrund der Tatsache, dass wir ja alle verschiedene Programme hatten, er sein eigenes Programm durchzieht! Dies bestand aus dem Besuch einer Kokosnussbonbonfabrik, einer Krokodilfarm, einer Fischfarm und eines Inseldorfes mit ethnischen Minderheiten. Die ersten beiden Programmpunkte standen nicht auf unserem Plan und wir hatten auch nicht vor, eine Krokodilfarm zu besuchen. Im Bus guckten sich alle verdutzt um und auf Fragen reagierte unser Guide allergisch. Sei`s drum, wir mussten ja schließlich irgendwie nach Kambodscha.

Nach längerer Busfahrt saßen wir dann endlich auf einem Boot und schipperten das Delta entlang. In der gesamten Region leben 22 Mio. Menschen, mehr als in ganz Australien. Die meisten leben vom Fischfang oder vom Gemüseanbau in dieser fruchtbaren Region. Die Kokosfabrik hatte wenigstens extrem leckere Kokosbonbons für wenig Dong im Angebot, so dass sich dieser Besuch süßigkeitentechnisch schon mal gelohnt hat. Danach ging es zu den schwimmenden Märkten, der Hauptattraktion in der Umgebung. Hier werden 24 Stunden täglich tonnenweise Gemüse und Obst an den Mann/Frau gebracht. Die Hauptzeit für das wilde Treiben hatten wir aber schon verpasst.

Im Anschluss schipperten wir auf eine Insel und per Rad weiter zum Mittagessen, welches besser als gedacht war. Während dieser Bootsfahrt hat sich der Guide tatsächlich in romantischer Atmosphäre für sein Musikvideo filmen lassen!!! Fremdschämen war da das Stichwort!

Nach dem Mittagessen bekam unser Guide auch noch einen hysterischen Anfall, als einer der Mitreisenden nach dem schwimmenden Märkten fragte. Er schrie wild rum und brachte die ohnehin nicht allzu gute Stimmung zum Erliegen. Wir hatten uns von diesem Trip wohl alle mehr versprochen. Anschließend sammelten wir neue Leute auf, die auch nach Kambodscha wollten.

Danach ging es per Bus zu der Krokodilfarm, wo wir uns mit Mitarbeitern darüber unterhielten, warum es keine Krokodile mehr in freier Wildbahn in Vietnam gab. Fazit: Zu gefährlich diese Kroks! Ne, ist klar!

Nach genau 25 Minuten ging es weiter zu unserem Floating Hotel. Dieses war ganz hübsch und hatte, da es auf dem Mekong trieb, eine perfekte Aussicht. Unser Zimmer war mit wifi, Bad & TV ausgestattet und für unseren bezahlten Tourpreis wirklich gut. Auch hier hatten wir wieder am wenigsten von allen bezahlt. Andere hatten bei der Zimmerverteilung nicht so ein Glück! Nach einem kleinen Frühstück ging es am nächsten Morgen per Boot und einem anderen Guide zu einer Fischfarm. Ja, spannend ist anders!

Anschließend ging es auf die „Minderheiteninsel“ für die wir genau 30 Minuten Zeit hatten! Wir durften einmal im Kreis gehen und die Menschen wie in einem Zoo anschauen. AAAAHHHHHH! Was für eine Tour! Per Speedboat ging es dann zur Grenze in Chau Doc. Da einige das Slowboat gewählt und natürlich auch bereits bezahlt hatten, musste der Guide 5 USD pro Person von denjenigen verlangen, weil es nämlich gar kein Slowboat gab! Eine absolute Verarsche!

Andere hatten für das Speedboat deutlich mehr gezahlt und 5 USD waren somit ein Schnäppchen! Uns konnte es immer noch egal sein. Der neue Guide war eine Spur freundlicher als sein Vorgänger. Noch! Bevor wir die Grenze erreichten sammelte er von jedem 25 USD für das kambodschanische Visum ein und wir machten uns zum Grenzposten auf. Alles verlief reibungslos, bis auf die Tatsache, dass sich der Guide nach der Visaangelegenheit klammheimlich aus dem Staub gemacht hatte. Der Grund war schnell klar: Auf dem Visum erkannten wir, dass es nur 20 USD gekostet hätte! Also war der Typ jetzt bei mittlerweile 24 Personen um 120 USD reicher! Unglaublich! Der jetzt dritte Guide wusste von nichts und anrufen konnte und wollte er auch nicht. Herrlich!

Nach 4-stündiger, wirklich schöner Mekongfahrt, waren wir dann in Phnom Penh, der Hauptstadt Kambodschas.

Wir hatten im Vorfeld mit einigen Reisenden gesprochen, die in Vietnam waren und deren Fazit lautete meist so: „Vietnam hat uns nicht so gefallen. Die Menschen sind unfreundlich und sehen in den Touristen nur laufende Dollar! Nicht zu empfehlen!“ Das können wir nun wirklich nicht bestätigen. Bis auf die Mekong-Delta-Tour war Vietnam ein wirkliches Highlight und die Menschen unglaublich nett. Der Abschied fiel uns nach 23 Tagen recht schwer und wir wären gerne noch länger in diesem interessanten Land geblieben!

Und wenn die Welt heute nicht untergeht, bloggen wir noch morgen!

Wir wünschen euch allen ein frohes Fest sowie erholsame und besinnliche Feiertage!!!

Frohe Weihnachten!

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Halong Bucht, Cat Ba & Sa Pa, Vietnam

02. Dezember
Halong-Bucht

Nachdem wir bei Lily´s Travel Agency, der wohl nettesten Frau Asiens, unsere Tour zur Halong Bay gebucht haben, werden wir ein paar Tage später pünktlich mit dem Minibus abgeholt.
Nach 1,5 Stunden machen wir bereits den ersten Stopp mitten im Nirgendwo an einem Souvenirshop. Ein bisschen butterfahrtmäßig kommt uns das schon vor, aber unser Minibus ist nicht der einzige, der hier hält. Immerhin, nachgedruckte Lonely Planet Reiseführer für 5 USD gibt es hier zu Hauf. Wir lassen aber die Finger davon und begnügen uns mit frischem Ingwer-Tee. Zwei weitere Stunden später sind wir da und können schon vom Hafen aus einen Blick auf einige der über 3000 Fels-Inseln, die Teil des Unesco-Weltkulturerbes sind, werfen.

Wir schippern bei diesigem Wetter mit einem schönen und seetüchtigen Schiff die Bucht entlang und staunen über die unzähligen Felsformationen. Uns wird schnell klar, warum diese Bucht die Nummer 1 Sehenswürdigkeit in Vietnam ist. Nach ein paar Stunden machen wir einen Zwischenstopp bei einer Höhle mit drei immer größer werdenden Kammern. Unser Guide zeigt uns dort einige Felsformationen die entweder Tieren oder Menschen ähneln sollen und es sind so einige!

Danach steht Kajakfahren auf dem Programm. Wir schnappen uns ein Kajak und fahren eine halbe Stunde um ein paar der Inselchen, was uns einen Heidenspaß macht. Danach geht es auf eine weitere Insel mit einem netten Strand, wo wir auf einen Aussichtspunkt steigen, um die Aussicht über die Bucht genießen zu können.

Zurück auf dem Schiff gibt es erst einmal Abendessen. Wir bekommen reichlich Seafood und dampfende Frühlingsrollen. Es schmeckte köstlich.
Nach einem Klönschnack an Deck mit unseren Mitreisenden und kurzem Nachtangeln geht es in unsere kleine, aber wirklich feine Koje. Unser Guide bittet uns noch, unseren Mitreisenden nicht zu erzählen, was wir für die Tour bezahlt haben. Es stellte sich nämlich heraus, dass einige Mitfahrer den gleichen Preis für nur zwei Tage und eine Nacht bezahlt haben und andere für unsere Tour ebenfalls deutlich mehr. Obwohl die Preise in den letzten Monaten angezogen haben, u.a. auch dadurch, dass das Schiff und die Tour kurzerhand von Christina Cruise in Lemon Cruise umgetauft wurde, hatten wir also einen wirklich ordentlichen Preis bekommen.

Am nächsten Morgen genossen wir dann erst einmal vom Bett aus die schöne Aussicht auf die Felsen, bevor wir nach dem Frühstück die einzig bewohnte Insel in der Halong Bucht namens Cat Ba anlaufen, welche teilweise von dichten Regenwäldern überzogen ist.

Bevor wir in unserem Hotel einchecken dürfen, geht es zu einem zweistündigen Trekkingausflug auf einen Berg im Cat Ba Nationalpark. Der Trek ist anstrengender als gedacht, da es äußerst rutschig ist. Dummerweise lassen die Guides alles und jeden auf den Berg, so dass es dank Flip-Flops-laufenden Menschen zum Stau auf dem letzten Stück zum Berg kommt. Auch ein Mädchen mit Gipsarm kommt uns auf dem Rückweg entgegen. Ziemlich verantwortungslos finden wir das Ganze schon.

Unser Hotel ist, wie das Boot auch, sehr gut und das Essen ist sogar noch besser. Da das Wetter hält, erkunden wir zusammen mit einem schwedischen Pärchen ein wenig die Insel, sowie die drei Strände die Cat Ba zu bieten hat. Bei Sonne wären die Strände mit dieser Landschaft ein Platz zum Verweilen, aber bei ca. 15 Grad begnügen wir uns doch lieber mit Fotos machen.

Zurück im Hotel, beschließen wir spontan, doch noch einen Trip nach Sa Pa zu machen und so rufen wir nach dem Abendessen bei Lily an, die uns noch für den nächsten Tag eine Tour inklusive Zugtickets bucht. Das ging ja fix! Nicht selten sind die Züge in Vietnam nämlich restlos ausgebucht. Wir hatten also ein wenig Glück!

Am nächsten Morgen lugte die Sonne durch die Wolken, so dass wir die Bucht auch noch im hellen Licht genießen konnten.

Unsere Schiffsfahrt endet gegen 12 Uhr und wir werden wieder nach Hanoi gebracht, wo wir uns direkt bei Lily rausschmeißen lassen. Wir holen unsere Tickets ab, lassen unsere großen Rucksäcke bei ihr im Büro und fahren um 21.10 Uhr desselben Tages mit dem Nachtzug nach Sa Pa.

Wir kommen um 5 Uhr morgens nach einer doch erholsamen Nacht in Lao Cai an. Der Ort liegt nur einen Steinwurf von der chinesischen Grenze entfernt. Von dort muss man noch mit einem Minibus fahren und so erreichen wir Sa Pa nach einer kompletten und etwas beängstigen Fahrt im Nebel eine weitere Stunde später.

Sa Pa ist an einem Berghang gelegen, in dessen Tal sich unzählige große und wunderschöne Reisterrassen schmiegen. Hier leben zudem einige ethnische Minderheiten, von denen sich einige Frauen ein Zubrot durch das Begleiten der Touristen mit anschließendem Souvenirverkauf verdienen.

Gestärkt durch ein Frühstück im Hotel geht es bei Regen, Wind und kalten Temperaturen auf zum 2-Tages-Trekking. Unsere Laune könnte wirklich besser sein!

Ausgerüstet mit Regenjacke, Poncho und Fleecejacke ging es los. Die ersten zwei Stunden regnete es quasi durch und die Wege waren entsprechend matschig. Leider hatte unser Hotel nicht genügend Gummistiefel parat, so dass wir unsere eigenen Schuhe nehmen mussten. Somit bestand unsere Hauptaufgabe darin, etlichen tiefen Pfützen und Schlammlöchern auszuweichen und die zweite, nicht auf die Fresse zu fliegen. Letzteres gelang uns glücklicherweise, vor allem dank der Hilfe zweier Bergfrauen die unsere Händchen hielten; anderen jedoch nicht. Einige Abschnitte waren wirklich nicht mehr lustig, die Aussicht auf die Umgebung entschädigte jedoch.

Durchgeweicht kamen wir in unserem Homestay im Bergdorf Ta Van an. Zuvor kauften wir unseren Helferinnen aus Dank noch Souvenirs ab. Das hatten sie sich redlich verdient! Einige von ihnen trugen selbst bei diesen Bedingungen ihre Babys festgeschnallt auf dem Rücken.
Im Homestay war es ziemlich kalt und hier und da zog der Wind durch. Unsere Gruppe mit zwei Australierinnen, zwei Britinnen und einem Pärchen aus Malaysia war aber recht gesellig, so dass der Abend ganz unterhaltsam war. Das Abendessen war auch hier reichlich und super lecker und unsere Homestay-Mutti reichte uns Reisschnaps und Tee zum warm werden.
Ins Bettchen ging es dann mit zwei dicken Decken und allem was wir an Klamotten dabei hatten, sowie einer kleinen schwarzen Katze, die von Anfang an unsere Nähe suchte. Zuerst begnügte sie sich mit einem Platz auf der Decke, im Laufe der Nacht wurde aber wohl auch ihr kalt und sie schlüpfte mal soeben unter die Decke und legte sich zwischen uns! An ihrem leisen Schnurren hörten wir, dass sie die Wärme und unsere Gesellschaft sichtlich genoss.

Die Sonne hatte am zweiten Tag ein Erbarmen, so dass wir unser Regenzeug im Rucksack lassen konnten. Matschig war es natürlich immer noch. Aber wenigstens war es schön warm. Der zweite Trekkingtag war wesentlich anstrengender und noch matschiger als der erste. Meistens ging es bergauf. Wir kamen nach zwei Stunden bei einem Wasserfall an, wo wir 10 Minuten pausierten, bevor es auf ins nächste Dorf ging. Auch hier war die Landschaft wieder beeindruckend!

Nach insgesamt 26 km kamen wir an unserem Zielort an und aßen dort zu Mittag, bevor es per Bus zurück in das Hotel ging. In Sa Pa tranken wir zur Belohnung, zum warm werden und da ja Nikolaus war, eine sehr leckere heiße Schokolade und spazierten durch den kleinen, aber feinen Ort, bevor es per Nachtzug wieder nach Hanoi ging.

Wir kamen leider schon um 4 Uhr morgens an und da wir wieder am selben Abend weiter wollten, hatten wir natürlich kein Hotelzimmer oder ähnliches. Um diese Zeit war auch noch in Hanoi so gut wie alles geschlossen. Wir fanden aber ein Hostel, welches uns auf ihrer Couch netterweise „Asyl“ anbot. So bekamen wir noch etwas Schlaf, sowie ein kleines Frühstück. Danach gammelten wir den restlichen Tag in einem netten Café inklusive Wifi ab, bevor wir uns bei Lily unsere Rucksäcke und das Zugticket nach Hoi An abholten. Selbst beim Zugticket haben wir durch sie Geld gespart! Sie fütterte uns, wie die Male davor auch, mit jeder Menge Früchte und erkundigte sich noch wie uns die Tour gefiel: Danke, mehr als gut! Sa Pa war ein absolutes Highlight!

Die letzten Tage waren zwar etwas stressig, aber es hat sich definitiv gelohnt! Als Belohnung durfte Hanna ein weiteres Mal in ihrem Lieblingsladen shoppen und gönnte sich eine Pediküre und Pony nachschneiden für insgesamt 3 €. Danach fühlt man sich gleich wieder wie ein Mensch…

Wir verabschieden uns von der liebgewonnen Stadt Hanoi, sowie unserer Leihmutter Lily und legen uns in unser Sleeper-Abteil zur verdienten Nachtruhe. Nächster Halt: Hoi An!

Hue & Hanoi, Vietnam

23. November
Ho-Chi-Minh-Komplex

Hue, die ehemalige Kaiserstadt Vietnams, gefiel uns auf Anhieb. Vom Bus aus konnten wir schon einen Blick auf die in abwechselnden Farben beleuchtete Trang-Tien-Brücke werfen. Trägt nicht gerade zum Stromsparen bei, sieht aber schön aus.

Wir checkten im Amigo Hotel ein, waren sofort von der guten Ausstattung des Zimmers begeistert und drehten unsere erste kleine Runde, aßen etwas und fielen dann müde ins Bett.

Den nächsten Tag ließen wir uns spontan den Song Huong (Parfümfluss) runterschippern, nachdem wir mit einer Frau, die auf diesem Boot mit ihrem Mann und drei Kindern lebt, einen vernünftigen Preis ausgehandelt hatten. Eigentlich wollten wir den Ausblick genießen, doch die Bootsfrau versuchte uns leider erst einmal ihre diversen Souvenirs anzudrehen. Nachdem sie nicht wirklich nachlassen wollte, kauften wir zwei teure Postkarten. Danach konnten wir die Fahrt endlich genießen.

Wir fuhren zu der achteckigen Thien-Mu-Pagode, welche 1601 gebaut wurde und zu den bekanntesten Bauten Vietnams gehört. Hinter der Pagode liegt noch ein Hof mit Teich und schönem Garten zum relaxen. Hier lebte auch der Mönch Thich Quang Duc, der sich 1963 verbrannte, um gegen die Politik des Präsidenten zu demonstrieren. Unserer Generation ist er wohl vom Cover des 1990er Albums von Rage Against The Machine bekannt. Zu sehen war eine Gedenktafel, das bekannte Foto vom Albumcover sowie der Wagen, neben dem er sich anzündete.

Danach schipperten wir zur Zitadelle, die während des Vietnamkriegs heftig beschossen wurde und schauten uns die ehemalige Kaiserstadt und die Verbotene Purpurstadt an. Damals waren die einzigen Männer, welche die Purpurstadt betreten durften, Eunuchen, da diese nicht über des Kaisers viele Frauen herfallen konnten.

Eigentlich wollten wir nur zwei Tage in Hue bleiben und dann weiter nach Hanoi fahren, aber leider hatte Hanna starke migräneartige Kopfschmerzen plus Fieber und sie war nicht mal annährend transportfähig, so dass wir noch einen weiteren Tag in Hue bleiben mussten, bis es ihr wieder besser ging. Die Mitarbeiter unseres Hotels waren total nett und hilfsbereit und stornierten unser schon teuer gekauftes Zugticket und buchten es um. Wir mussten lediglich 25% Stornokosten zahlen und hatten somit noch Glück. Zudem buchten Sie uns noch im wirklich empfehlenswerten Advisor Hotel ein Zimmer, so dass wir uns eine Auswahl der einzelnen Hotels sparen konnten.

Die Zugfahrt nach Hanoi verbrachten wir 12 Stunden im normalen Soft-Seat, da uns die Preise für die Betten zu hoch waren. Wir kamen morgens um 5 Uhr an und wurden dankenswerter Weise von einem Mitarbeiter unseres Hotels abgeholt. Es regnete nämlich nach längerer Zeit mal wieder. Wir quartierten uns wie die meisten Traveller im Old Quarter Viertel ein. Hanoi ist aufgrund seiner vielen kleinen Gassen recht unüberschaubar (für Hanna damit unmöglich sich den Weg zu merken; aber Ricardo nutzte die Chance zum Glück nicht, um sie auszusetzen). Überall stehen kleine Straßenstände und es brutzelt an jeder Ecke. Heerschaften von hupenden Motorrädern brausen an einem vorbei während man langsam versucht die Straße zu überqueren. Hochhäuser halten sich für eine Stadt von ca. 4 Mio. Einwohnern schönerweise in Grenzen und wir genossen die Atmosphäre hier sehr! Hanoi ist außerdem die Stadt der Raubkopien (komplette James Bond-Reihe für 20 €, alle anderen Serien wie Friends alle Staffeln insgesamt für 10 €) und der Markenfälschung.

Leider ist es mit 16-18 Grad gerade recht kalt und der Regen war bis auf den ersten Tag unser stetiger Begleiter. Wir froren sogar so sehr, dass uns die netten Hotelbesitzer einen Heater ins Zimmer stellten. Ansonsten ging es mit Pulli, Fließ und Regenjacke bewaffnet nach draußen.
Nachdem wir nach unserer Ankunft noch 3,5 Stunden schliefen, ging es durch die vielen Gassen über die St. Joseph-Kathedrale im Old Quarter zum Hoan-Kiem-See, wo noch Riesenwasserschildkröten leben, die sich uns aber leider nicht zeigten. Hanna entdeckte auf dem Weg zum See noch einen kleinen Laden, den sie für wenig Geld fast leer kaufte. Wir gingen zum berühmten Wasserpuppentheater und hatten Glück, dass gerade eine Vorstellung lief. Die Vorführung ist einfach super gemacht und ging mit 45 Minuten nur leider zu schnell vorbei.

Am nächsten Tag ging es zum Ho-Chi-Minh-Komplex, wo sein einbalsamierter Körper in einem gläsernen Sarg aufgebahrt wird. Ho-Chi-Minh erlangte durch seinen Einsatz für die Befreiung Vietnams weltweite Bekanntheit und war Premierminister und später Präsident des Landes bis er 1969 verstarb.
Die Besichtigung der Grabstätte ist mit ca. einer Minute mehr als kurz, aber man darf eben an keiner Stelle stehen bleiben oder gar Fotos machen. Beeindruckend ist es aber allemal! Danach schauten wir uns noch das Gebiet um den Präsidentenpalast an, wo man auch zwei ehemalige und recht bescheidene Wohnstätten Ho-Chi-Minhs besichtigen konnte.
Da Bier hier mit 18 Cent so spottbillig ist, genehmigte sich Ricardo noch zwei Bierchen auf der Bia Hoi Street.

Da Hanna wieder Fieber und Kopfschmerzen bekam, fuhren wir, weil wir für den nächsten Tag eine Tour in die Ha-Long-Bucht gebucht hatten, vorsichtshalber in die SOS International Clinic. Hanna wurde für viele, viele USD komplett untersucht, jedoch ohne klares Ergebnis. Die Ärzte vermuteten aber, dass sie sich in den Flüssen von Laos eine Infektion oder einen Parasiten „ins Haus“ geholt haben könnte. Das erkläre in etwa die Symptome, die sie bereits in Laos ins Krankenhaus beförderten. Der Arzt verschrieb ihr Antibiotika und andere starke Medikamente und somit sagten wir fürs erste unseren Trip ab.

Nun geht es ihr von Tag zu Tag besser und wir machen die Tour, wenn es das Wetter zulässt, morgen.

Da Bier hier mit 18 Cent so spottbillig ist, genehmigte sich Ricardo noch an den folgenden Tagen ein paar Bierchen auf der Bia Hoi Street.

auf der "Bierstraße"