Moskau, Russland & Kiew, Ukraine

12. April 2013
Basilika

In Moskau verabschieden wir uns von unseren Mitreisenden und steuern unser Hotel an, welches in der Nähe des Roten Platzes liegt und entsprechend teuer ist. Am Empfang fragen wir gleich nach unseren Tickets für die Fahrt nach Kiew, welche von der Reiseagentur hinterlegt werden sollten. Leider ist kein Ticket da für uns! Was nun? Da wir die Tickets dringend benötigen und keine Chance haben, sie über das Wochenende noch zu besorgen, ist unsere Stimmung erst einmal im Keller. Auch der Anruf in der Agentur bleibt, da niemand abnimmt, erfolglos. Aber eine E-Mail von denen haben wir. Wir können die Tickets am nächsten Werktag abholen. Ja, das macht Sinn! Vor allem wenn der Zug morgen, auf einen Samstag, fährt!

Da aber auch der Hunger ruft, machen wir uns nach dem einchecken im Matreshka Hotel erst einmal auf die Suche nach einem Geldautomaten, damit wir diesen stillen können. Obwohl es einige Automaten in nächster Umgebung gibt, sind die doch tatsächlich alle defekt, so dass wir ca. 45 Minuten durch die Gegend eiern, bevor wie einen finden, der unsere Karte annimmt. Danach haben wir auch mal für die vielen schönen Gebäude Moskaus ein Auge übrig und schauen uns ein wenig das Viertel an, in dem wir uns einquartiert haben. Als es irgendwann dunkel wird, machen wir uns auf den Rückweg und fragen bei einer anderen Rezeptionistin einfach nochmal nach den Zugtickets. Und siehe da, sie wurden bereits am Vortag hinterlegt!?! Viel Stress um nichts also. Völlig fertig und bärenhungrig lassen wir uns von der netten Rezeptionistin zwei Pizzen bestellen. Nach der ersten Dusche innerhalb der letzten 6 Tagen fühlen wir uns wieder ein wenig menschlicher, skypen noch ne Runde mit Freunden und der Familie, essen Pizza im Bett, schreiben einen neuen Beitrag und zappen durch die russische TV Landschaft.

Der nächste Tag ist dann für den Roten Platz und den Kreml reserviert. Wir stärken uns am Frühstücksbuffet, das endlich mal wieder an unser heimisches Frühstück erinnert. Da es Samstag ist und am Kreml eine dieser Militärparaden stattfindet, führt uns unser Weg zuerst dorthin. Nicht nur für die Touristen, sondern auch für die patriotischen Russen, ist es ein schönes Spektakel, welches dann noch von einigen TV Kameras für die Ewigkeit festgehalten wird. Nach so viel Patriotismus haben wir noch die Gelegenheit, in die verschiedenen wunderschönen Kathedralen auf dem Kreml hinein zu schauen, z.B. die Mariä-Himmelfahrt-Kathedrale und die Mariä-Verkündungs-Kathedrale. Hier werden gottesdienstliche Gegenstände, Ikonen und andere Exponate gezeigt. In der Nekropole der Erzengelkathedrale, der größten Grabstätte von russischen Fürsten und Zaren, finden wir unter anderem die letzte Ruhestätte des ersten russischen Zaren, Iwan dem Schrecklichen. Geschichtlich und kulturell ist der Kreml definitiv ein Highlight.

Nach einer kleinen Essenspause gehen wir den kurzen Weg zum Roten Platz und staunen ein weiteres Mal über diese schöne Stadt. Vor allem die Basilika hat es uns angetan, so dass wir beschließen, sie auch mal von innen zu begutachten. Auch hier finden sich allerhand Exponate und eine kleine Chorgruppe singt ein paar Lieder, die uns auf den Rundgang einstimmen. Auch die anderen Gebäude auf dem Roten Platz sind ebenfalls sehr sehenswert und so schlendern wir noch ein wenig herum, bevor wir zurück zu unserem Hotel müssen. Dort packen wir unsere Sachen und machen uns zeitig auf den Weg zum Bahnhof.

Von Moskau geht es für uns weiter in Richtung Heimat, und zwar nach Kiew.
Den Weg zum Bahnhof über verschiedene U-Bahnen zu bestreiten, ist gar nicht so einfach, da alles auf Kyrillisch ist. Also fragen wir uns durch. Glücklicherweise sind die Russen ziemlich hilfsbereit, so dass sich ein netter Russe findet, der uns hilft, den richtigen Bahnhof zu finden. Die Tickets müssen wir uns dann noch komplizierterweise an einem anderen Bahnhofsabschnitt an einem Automaten ausdrucken lassen. Wenigstens kann dieser englisch!

Unser 4er-Schlafabteil ist noch mit einer netten russischen Omi und einem Moldawen belegt, der alle paar Wochen von Moldawien nach Moskau fährt, um dort zu arbeiten. Auch wenn die beiden kein englisch sprechen, klappt die Kommunikation recht gut. Die Fahrt dauert ca. 18 Stunden, geht aber aufgrund von ein paar Schlafeinheiten noch angenehm schnell vorüber. Zwischendurch werden wir nur mehrfach von den Grenzkontolleuren geweckt, die wiedermal minutenlang Ricardos Pass prüfen. Zu guter Letzt will man uns dann einreden, dass unser russisches Visum vor einem Tag abgelaufen sei. Tja, verarschen lassen wir uns aber nicht…

Ein wenig zerknittert steigen wir aus dem Zug, schließen unsere Sachen am Bahnhof ein und schauen uns vor dem Bahnhof erst einmal um. Bis auf einen Markt und ein, zwei Fast Food Läden gibt es nicht viel zu sehen.

Da wir ca. 9 Stunden rum kriegen müssen, fahren wir mit der U-Bahn zur „Mutter-Heimat-Statue“, die wir schon vom Zug aus sehen konnten. Die U-Bahn in der Ukraine ist deutlich touristenfreundlicher als in Russland: kein Kyrillisch, ein leicht verständlicher Fahrplan und kein Gedränge beim Einsteigen. Die Ukrainer warten höflicherweise bis alle ausgestiegen sind und steigen erst dann in Reih und Glied ein. Von unserer Haltestation bis zur Statue ist es noch ein 30-minütiger Spaziergang, vorbei an schönen Kirchen. Die „Mutter-Heimat-Statue“ ist eine Kolossalstatue, die zum Gedenken an den Sieg der Sowjets im Großen Vaterländischen Krieg errichtet wurde. Sie ist 102 Meter hoch, ziemlich beeindruckend und bildet den Mittelpunkt einer Gedenkstätte, die an den Sieg der Roten Armee im 2. Weltkrieg erinnert. Komische Marschmusik dröhnt irgendwo pausenlos aus den Boxen und drum herum stehen noch andere Statuen, etliche Panzer, Flugzeuge, Hubschrauber und anderes Kriegsgerät. Außer uns sind nur noch ein paar Ukrainer auf dem Platz, die sich ziemlich an den Panzern und dem anderen Kriegskram begeistern können.

Da wir noch massig Zeit haben, machen wir noch einen kurzen Stopp am Kiewer EM-Stadion, bevor wir wieder zurück zum Bahnhof fahren und mittels Wifi die restliche Zeit bei einem Fast Food Riesen rum bringen.

Am Abend steht dann die nächste Zugfahrt auf dieser Reise an. Es geht mit einem Nachtzug nach Warschau und von da hoffentlich gleich weiter nach Berlin. Die Zugfahrt war ein wenig komisch, da mitten in der Nacht ein ca. 2,10 m und 140 kg schwerer Hüne in unser Abteil kam und sich ins oberste Bett legte. Ricardo ging sicherheitshalber ein Stockwerk tiefer, da er der Stabilität des Bettes nicht traute. Der Riese schlief schnell ein und wurde ungefähr 2 Std. später von dem Schaffner aus unserem Abteil gebeten: Falscher Platz!?! So bekamen auch wir noch unseren Schlaf und kamen pünktlich in Warschau an! Wir kauften uns die Tickets für den Zug nach Berlin, der in einer Stunde gehen sollte. Ein kurzer Aufenthalt bei Starbucks und Subway und schon ging es gestärkt Richtung Berlin. An der Grenze dann das erste Mal deutsche Stimmen! Die Polizei will kurz unsere Ausweise sehen. Ein wenig später werden wir von Ricardos Vater und Kolja am Berliner Hauptbahnhof in Empfang genommen. Wir sind wieder in Deutschland!

Es war uns eine Freude!!!

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