Phnom Penh, Sihanoukville, Kampot, Kep & Koh Tonsay, Kambodscha

15. Dezember
unser Blick von der Liege aus

Nach längerer Suche fanden wir, zusammen mit unseren Mitreisenden Miriam und Nazim aus Spanien und Chile, eine annehmbare Unterkunft in Phnom Penh. Viele Hostels waren bei unserer verspäteten Ankunft bereits ausgebucht oder einfach zu teuer. Da wir gleich am nächsten Tag weiter wollten und sowieso wieder herkommen würden, schauten wir uns nur kurz den Königspalast von außen an, wo schon seit Monaten um den kürzlich verstorbenen König getrauert wird. Aus diesem Grund war der Palast auch geschlossen.

Gemeinsam mit Miri und Nazim gingen wir etwas Essen und spazierten den Mekong entlang bis wir auf dem Nachtmarkt ankamen. Da wir alle von der winzigen Nudelportion nicht satt geworden waren, kauften wir uns noch verschiedene Gerichte an den günstigen Essensständen.

Wir vier verstanden uns prima und hatten bei dem einen oder anderen Draft-Bier einen lustigen, entspannten Abend zusammen. Das einzig Negative was uns vieren auffiel waren die vielen Bettler und Obdachlosen. Vor allem kleine, etwas spärlich bekleidete Kinder versuchten uns alles Mögliche anzudrehen. Später erzählten uns die beiden, dass sie viele Kinder und Jugendliche am Abend beim Klebstoff schnüffeln gesehen haben.

Wir zwei machten uns am nächsten Morgen um 9 Uhr per Minivan auf nach Sihanoukville, da wir uns dort mit Marcel und Janine, die wir in Laos kennengelernt hatten, treffen wollten. Die Fahrt war, dank des Rasers am Lenker, der wohl gerade im Playstation-Universum unterwegs war, ziemlich unangenehm. Da er partout nicht langsamer fahren wollte, riefen wir während einer Pause kurzerhand bei der Company an, die ihn dann wohl dazu bewegen konnte doch noch etwas langsamer zu fahren. 4 bangende Stunden später waren wir da und nahmen uns gleich ein Tuk-Tuk zum Otres Beach; dem von Sihanoukville am weit entferntesten und vor allem schönsten und entspanntesten Strand.

Janine und Marcel hatten uns netterweise einen Bungalow bei Papa Pippo für die erste Nacht reserviert, so dass wir nicht erst lange nach einem Guesthouse suchen mussten. Der Strandabschnitt bei Pippo war der beste und ruhigste, da zu seiner linken keine weiteren Restaurants oder Guesthouses standen. Und hier war auch das Ambiente am schönsten.

Da uns der Bungalow vom Preis-Leistungs-Verhältnis aber nicht so zusagte, haben wir uns am nächsten Tag eine schönere Hütte mit Meerblick direkt am Strand gesucht, in der wir uns deutlich wohler fühlten.

Den nächsten Tag verbrachten wir trotzdem noch mal bei Pippo und ließen uns von den „Strandfrauen“ einen leckeren Obstsalat machen. Als wir uns den gerade schmecken ließen und unsere Blicke umherschweiften, sah Ricardo plötzlich eine Frau mit ihrem Baby ins Wasser zu einem Schwimmring laufen. Ricardo wunderte sich gerade, warum sie sich wegen eines Schwimmringes so beeilte, als sie ein kleines, etwa 4 Jahre altes kambodschanisches Mädchen an den Beinen aus dem knietiefen Wasser zog. Sie war völlig leblos! Wir sprangen sofort auf und waren mit der Frau zusammen die Ersthelfer. Hanna lief nach oben um Hilfe zu holen, während Ricardo am Strand nach Hilfe rief und eine Krankenschwester ins Schlepptau nahm. Zusammen mit einer anderen Krankenschwester, die auch in der Nähe war, machten sie sich an die Wiederbelebung des Mädchens. Hanna trieb währenddessen einen Barbesitzer auf, der sich mit solchen Unfällen auskannte und das Mädchen kurzerhand auf den Kopf stellte, damit sie Wasser ausspucken konnte. Nach ca. 30 Sekunden schafften sie es tatsächlich das Mädchen wiederzubeleben! Sie spuckte viel Wasser aus und atmete ganz schwach und wurde per Tuk-Tuk ins Krankenhaus gebracht. Am selben Tag wurde sie wieder entlassen und wir konnten die Kleine am Abend kurz besuchen, wobei Hanna vor Glück weinen musste und die Mama sich bei uns rührend bedankte. Wir gaben ihr zwar zu verstehen, dass wir ja eigentlich nichts gemacht haben, aber sie strahlte uns einfach dankend weiter an. Wir waren an diesem Tag in einem absoluten Gefühlschaos und es brauchte noch weitere Tage und einige Gespräche mit Helfern, um das Ganze zu verdauen und dieses Bild von dem hängenden und leblosen Körper aus dem Kopf zu bekommen.
Letztlich waren wir natürlich einfach alle froh, dass die Kleine überlebt hatte!

Die übrige Zeit verbrachten wir dann mit Urlaub vom Reisen oder auch Urlaub vom Urlaub. Wir taten nicht viel, außer am Strand zu hängen und zu lesen, und das alles in einem 300 m Radius. Abends gingen wir gemeinsam mit Janine und Marcel Essen, spielten Gesellschaftsspiele und erzählten uns ein paar Anekdoten…

Nach ein paar Tagen schafften wir es dann auch wirklich komplett abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Wir liehen uns lediglich einmal einen Roller, um unsere Wäsche waschen zu lassen und Geld zu holen. Dabei checkten wir noch die anderen Strände, die aber alle nicht mit dem Otres Beach mithalten konnten. Einige von ihnen waren zudem ziemlich vollgemüllt.

Zu Heiligabend aßen wir super leckeres Seafood (Red Snapper, Gambas und Calamaris) direkt am Wasser, tranken dazu einen guten Weißwein und ließen es uns gut gehen.

Wir lernten noch den Ticketverkäufer Dina kennen, der am Strand auf und ab läuft, um ein paar Dollar zu verdienen. Wir kamen ins Gespräch und wollten von ihm wissen, wie seine Lebenssituation ist. Er erzählte dann von seinem nicht gerade einfachen Leben. Er hatte Frau und Kind, welche weit weg wohnten und die er somit nur selten sah, sowie eine kranke Mutter die dringend ins Krankenhaus mußte; was mangels Geld aber noch nicht ging. Da wir ihn praktisch 30 Minuten von seiner Arbeit abhielten, gaben wir ihm 10 USD, die er widerwillig, aber dann doch sehr dankend annahm. Die Summe entspricht genau 4 verkauften Bootstouren nach Bamboo Island, so dass er den Tag ein wenig entspannter angehen konnte.

Nach 10 schnell vergangenen Tagen verließen wir Sihanoukville und den Otres Beach und machten uns nach Kampot auf.

Die Stadt liegt am Fluss Teuk Chhou und ist bekannt für ihren Kampot-Pfeffer und hat zudem ein paar schöne alte Kolonialbauten. Ansonsten ist hier jedoch nicht viel zu machen. Aber wie der Zufall es wollte, trafen wir bei unserer Ankunft die Kanadier Judy und Carl wieder, die wir am Otres Beach kennengelernt hatten. Die beiden haben ein kleines Häuschen am See in British Colombia und reisen 6 Monate im Jahr herum, um der Kälte zu entfliehen und sind mittlerweile in Rente. Wir schlossen uns ihnen spontan an, per Tuk-Tuk eine kleine Rundfahrt durch die Stadt und zu einer Pfefferplantage zu machen. Nach einer Stunde hatten wir die „Highlights“ allerdings abgehakt und genossen kaltes Bier mit Blick auf den Fluss und Gambas mit Kampot-Pfeffer. Sehr lecker! Den Abend ließen wir bei einer Runde Minigolf in unserem absolut zu empfehlenden „The Magic Sponge“ Guesthouse ausklingen, wobei die Frauen gewannen!

Am nächsten Tag ging es dann gleich weiter nach Kep, nur eine Fahrtstunde entfernt. Wir machten uns gleich daran den Hauptgrund eines Besuches in Kep zu genießen: Crab in Kep! Wie liefen die 20 Minuten zu dem Krebsmarkt und den angrenzenden Restaurants immer an der Küste entlang und erblickten gleich den nicht wirklich schönen Strand von Kep. Umso besser und lecker waren die Krebse mit Limonen-Pfeffersauce aus Kampot für 5 USD für drei Krebse plus Reis! Zum reinlegen!

Für den nächsten Tag hatten wir einen Strandtag auf der 25 Bootsminuten entfernten Insel Koh Tonsay (Rabbit Island) auf unserem Plan. Schon von weitem erinnerte uns die Insel mit seinen grünen Hügeln im Inselinneren an die „Lost-Insel“. Der Strand war okay und wir suchten uns einen ruhigen Abschnitt zum relaxen. Später ließen wir uns dann noch auf Himmelbetten direkt am Strand massieren und genossen die Ruhe. Zurück auf dem Festland fuhren wir noch einmal runter zum Markt und aßen in einem anderen Restaurants 700g Krebse mit Limonen-Pfeffersauce für 9,75 USD. Diese waren sogar noch eine Spur besser. Zufrieden und satt ging es nach diesem gelungenen Tag zurück ins Hostel und früh ins Bett, da die Weiterfahrt zurück nach Phnom Penh anstand.

Wir wünschen euch allen ein FROHES NEUES JAHR!

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