Halong Bucht, Cat Ba & Sa Pa, Vietnam

02. Dezember
Halong-Bucht

Nachdem wir bei Lily´s Travel Agency, der wohl nettesten Frau Asiens, unsere Tour zur Halong Bay gebucht haben, werden wir ein paar Tage später pünktlich mit dem Minibus abgeholt.
Nach 1,5 Stunden machen wir bereits den ersten Stopp mitten im Nirgendwo an einem Souvenirshop. Ein bisschen butterfahrtmäßig kommt uns das schon vor, aber unser Minibus ist nicht der einzige, der hier hält. Immerhin, nachgedruckte Lonely Planet Reiseführer für 5 USD gibt es hier zu Hauf. Wir lassen aber die Finger davon und begnügen uns mit frischem Ingwer-Tee. Zwei weitere Stunden später sind wir da und können schon vom Hafen aus einen Blick auf einige der über 3000 Fels-Inseln, die Teil des Unesco-Weltkulturerbes sind, werfen.

Wir schippern bei diesigem Wetter mit einem schönen und seetüchtigen Schiff die Bucht entlang und staunen über die unzähligen Felsformationen. Uns wird schnell klar, warum diese Bucht die Nummer 1 Sehenswürdigkeit in Vietnam ist. Nach ein paar Stunden machen wir einen Zwischenstopp bei einer Höhle mit drei immer größer werdenden Kammern. Unser Guide zeigt uns dort einige Felsformationen die entweder Tieren oder Menschen ähneln sollen und es sind so einige!

Danach steht Kajakfahren auf dem Programm. Wir schnappen uns ein Kajak und fahren eine halbe Stunde um ein paar der Inselchen, was uns einen Heidenspaß macht. Danach geht es auf eine weitere Insel mit einem netten Strand, wo wir auf einen Aussichtspunkt steigen, um die Aussicht über die Bucht genießen zu können.

Zurück auf dem Schiff gibt es erst einmal Abendessen. Wir bekommen reichlich Seafood und dampfende Frühlingsrollen. Es schmeckte köstlich.
Nach einem Klönschnack an Deck mit unseren Mitreisenden und kurzem Nachtangeln geht es in unsere kleine, aber wirklich feine Koje. Unser Guide bittet uns noch, unseren Mitreisenden nicht zu erzählen, was wir für die Tour bezahlt haben. Es stellte sich nämlich heraus, dass einige Mitfahrer den gleichen Preis für nur zwei Tage und eine Nacht bezahlt haben und andere für unsere Tour ebenfalls deutlich mehr. Obwohl die Preise in den letzten Monaten angezogen haben, u.a. auch dadurch, dass das Schiff und die Tour kurzerhand von Christina Cruise in Lemon Cruise umgetauft wurde, hatten wir also einen wirklich ordentlichen Preis bekommen.

Am nächsten Morgen genossen wir dann erst einmal vom Bett aus die schöne Aussicht auf die Felsen, bevor wir nach dem Frühstück die einzig bewohnte Insel in der Halong Bucht namens Cat Ba anlaufen, welche teilweise von dichten Regenwäldern überzogen ist.

Bevor wir in unserem Hotel einchecken dürfen, geht es zu einem zweistündigen Trekkingausflug auf einen Berg im Cat Ba Nationalpark. Der Trek ist anstrengender als gedacht, da es äußerst rutschig ist. Dummerweise lassen die Guides alles und jeden auf den Berg, so dass es dank Flip-Flops-laufenden Menschen zum Stau auf dem letzten Stück zum Berg kommt. Auch ein Mädchen mit Gipsarm kommt uns auf dem Rückweg entgegen. Ziemlich verantwortungslos finden wir das Ganze schon.

Unser Hotel ist, wie das Boot auch, sehr gut und das Essen ist sogar noch besser. Da das Wetter hält, erkunden wir zusammen mit einem schwedischen Pärchen ein wenig die Insel, sowie die drei Strände die Cat Ba zu bieten hat. Bei Sonne wären die Strände mit dieser Landschaft ein Platz zum Verweilen, aber bei ca. 15 Grad begnügen wir uns doch lieber mit Fotos machen.

Zurück im Hotel, beschließen wir spontan, doch noch einen Trip nach Sa Pa zu machen und so rufen wir nach dem Abendessen bei Lily an, die uns noch für den nächsten Tag eine Tour inklusive Zugtickets bucht. Das ging ja fix! Nicht selten sind die Züge in Vietnam nämlich restlos ausgebucht. Wir hatten also ein wenig Glück!

Am nächsten Morgen lugte die Sonne durch die Wolken, so dass wir die Bucht auch noch im hellen Licht genießen konnten.

Unsere Schiffsfahrt endet gegen 12 Uhr und wir werden wieder nach Hanoi gebracht, wo wir uns direkt bei Lily rausschmeißen lassen. Wir holen unsere Tickets ab, lassen unsere großen Rucksäcke bei ihr im Büro und fahren um 21.10 Uhr desselben Tages mit dem Nachtzug nach Sa Pa.

Wir kommen um 5 Uhr morgens nach einer doch erholsamen Nacht in Lao Cai an. Der Ort liegt nur einen Steinwurf von der chinesischen Grenze entfernt. Von dort muss man noch mit einem Minibus fahren und so erreichen wir Sa Pa nach einer kompletten und etwas beängstigen Fahrt im Nebel eine weitere Stunde später.

Sa Pa ist an einem Berghang gelegen, in dessen Tal sich unzählige große und wunderschöne Reisterrassen schmiegen. Hier leben zudem einige ethnische Minderheiten, von denen sich einige Frauen ein Zubrot durch das Begleiten der Touristen mit anschließendem Souvenirverkauf verdienen.

Gestärkt durch ein Frühstück im Hotel geht es bei Regen, Wind und kalten Temperaturen auf zum 2-Tages-Trekking. Unsere Laune könnte wirklich besser sein!

Ausgerüstet mit Regenjacke, Poncho und Fleecejacke ging es los. Die ersten zwei Stunden regnete es quasi durch und die Wege waren entsprechend matschig. Leider hatte unser Hotel nicht genügend Gummistiefel parat, so dass wir unsere eigenen Schuhe nehmen mussten. Somit bestand unsere Hauptaufgabe darin, etlichen tiefen Pfützen und Schlammlöchern auszuweichen und die zweite, nicht auf die Fresse zu fliegen. Letzteres gelang uns glücklicherweise, vor allem dank der Hilfe zweier Bergfrauen die unsere Händchen hielten; anderen jedoch nicht. Einige Abschnitte waren wirklich nicht mehr lustig, die Aussicht auf die Umgebung entschädigte jedoch.

Durchgeweicht kamen wir in unserem Homestay im Bergdorf Ta Van an. Zuvor kauften wir unseren Helferinnen aus Dank noch Souvenirs ab. Das hatten sie sich redlich verdient! Einige von ihnen trugen selbst bei diesen Bedingungen ihre Babys festgeschnallt auf dem Rücken.
Im Homestay war es ziemlich kalt und hier und da zog der Wind durch. Unsere Gruppe mit zwei Australierinnen, zwei Britinnen und einem Pärchen aus Malaysia war aber recht gesellig, so dass der Abend ganz unterhaltsam war. Das Abendessen war auch hier reichlich und super lecker und unsere Homestay-Mutti reichte uns Reisschnaps und Tee zum warm werden.
Ins Bettchen ging es dann mit zwei dicken Decken und allem was wir an Klamotten dabei hatten, sowie einer kleinen schwarzen Katze, die von Anfang an unsere Nähe suchte. Zuerst begnügte sie sich mit einem Platz auf der Decke, im Laufe der Nacht wurde aber wohl auch ihr kalt und sie schlüpfte mal soeben unter die Decke und legte sich zwischen uns! An ihrem leisen Schnurren hörten wir, dass sie die Wärme und unsere Gesellschaft sichtlich genoss.

Die Sonne hatte am zweiten Tag ein Erbarmen, so dass wir unser Regenzeug im Rucksack lassen konnten. Matschig war es natürlich immer noch. Aber wenigstens war es schön warm. Der zweite Trekkingtag war wesentlich anstrengender und noch matschiger als der erste. Meistens ging es bergauf. Wir kamen nach zwei Stunden bei einem Wasserfall an, wo wir 10 Minuten pausierten, bevor es auf ins nächste Dorf ging. Auch hier war die Landschaft wieder beeindruckend!

Nach insgesamt 26 km kamen wir an unserem Zielort an und aßen dort zu Mittag, bevor es per Bus zurück in das Hotel ging. In Sa Pa tranken wir zur Belohnung, zum warm werden und da ja Nikolaus war, eine sehr leckere heiße Schokolade und spazierten durch den kleinen, aber feinen Ort, bevor es per Nachtzug wieder nach Hanoi ging.

Wir kamen leider schon um 4 Uhr morgens an und da wir wieder am selben Abend weiter wollten, hatten wir natürlich kein Hotelzimmer oder ähnliches. Um diese Zeit war auch noch in Hanoi so gut wie alles geschlossen. Wir fanden aber ein Hostel, welches uns auf ihrer Couch netterweise „Asyl“ anbot. So bekamen wir noch etwas Schlaf, sowie ein kleines Frühstück. Danach gammelten wir den restlichen Tag in einem netten Café inklusive Wifi ab, bevor wir uns bei Lily unsere Rucksäcke und das Zugticket nach Hoi An abholten. Selbst beim Zugticket haben wir durch sie Geld gespart! Sie fütterte uns, wie die Male davor auch, mit jeder Menge Früchte und erkundigte sich noch wie uns die Tour gefiel: Danke, mehr als gut! Sa Pa war ein absolutes Highlight!

Die letzten Tage waren zwar etwas stressig, aber es hat sich definitiv gelohnt! Als Belohnung durfte Hanna ein weiteres Mal in ihrem Lieblingsladen shoppen und gönnte sich eine Pediküre und Pony nachschneiden für insgesamt 3 €. Danach fühlt man sich gleich wieder wie ein Mensch…

Wir verabschieden uns von der liebgewonnen Stadt Hanoi, sowie unserer Leihmutter Lily und legen uns in unser Sleeper-Abteil zur verdienten Nachtruhe. Nächster Halt: Hoi An!

Advertisements